Die Szenerie von Zugspitze und Alpspitze über dem Garmischer Talkessel gehört zum Eindrucksvollsten, was die bayerischen Hausberge bieten: ein Fastdreitausender mit einem kleinen Gletscher darunter und eine ebenmäßige Felspyramide.
Unter den himmelhohen Felswänden des Zugspitzmassivs liegen dichte Wälder und tief eingeschnitte Klammen. Auf guten Steigen können auch Wanderer diese hochalpine Landschaft durchwandern und erleben.
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Die Höllentalklamm unterhalb der Zugspitze. (© picture-alliance/dpa/dpaweb)
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Im Angesicht der Zugspitze
Die Tour beginnt mit einem Abstieg. Auf den Osterfelderkopf fährt man bequem mit der Seilbahn, und dann bummelt man gemütlich abwärts ins Hupfleitenjoch. Der Abstieg ins Höllental ist ein Fest für die Augen: überraschend einfach quert der Weg die steile Flanke, an einigen Stellen bietet sogar ein Drahtseil Halt, tief unten ahnt man die Höllentalklamm, und im Talschluss fasziniert die Zugspitze.
Die Knappenhäuser (1526 Meter), die auf einem kleinen Vorsprung in der steilen Flanke kleben, erinnern an die Zeiten des Bergbaus im Höllental. Bereits im 15. Jahrhundert wurde Eisenerz, später auch Zinkspat, Blei und Molybdän abgebaut.
Durch die Höllentalklamm
Bei der Höllentalangerhütte erreicht man den flachen Boden des Höllentals, über dem sich fast 1600 Meter höher der Zugspitz-Gipfel erhebt. Talauswärts verengt sich das Tal, durch den sperrenden Felsriegel hat sich der Hammersbach in Jahrtausenden eine tiefe Schlucht gefräßt.
Von 1902 bis 1905 wurde der Steig durch die Klamm gebaut: in den Fels gesprengte Stollen, Treppen, Holzstege und Brücken ermöglichen seither die Begehung der Klamm. Hier spürt und hört man die Gewalt des Wassers, es tost und schäumt, selbst von oben tropft und rieselt ununterbrochen Wasser, trocken bleibt hier keiner.
Bis in den Frühsommer halten sich in dieser dunklen Schlucht Lawinenreste, schmutziger Schnee, unter dem sich der Bach seinen Weg bahnt. Ein ohrenbetäubendes Getöse, dass erst am Ende der Klamm, bei der Klammeingangshütte, aufhört.
Anfahrt: Garmischer Autobahn bis Autobahnende und über Garmisch-Partenkirchen zum großen Parkplatz an den Talstationen von Kreuzeck- und Osterfelderkopfbahn
Zeit: insgesamt 3,30 - 4 Stunden
Schwierigkeit: einfache Bergabwanderung
Einkehr: Höllentalangerhütte (1387 Meter), Klammeingangshütte (1004 Meter)
Karte: BLVA UK L 31, Werdenfelser Land (1 : 50.000)
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(Süddeutsche.de/Stefan Herbke/dd)
Träumen, planen, reisen
Immer wieder wird diese Wanderung als einfach beschrieben. Es muß klar gemacht werden, daß es sich hier um hochalpines Gelände handelt. Teilweise sind bis in den Sommer hinein Schneefelder zu überqueren; ein Ausrutscher könnte fatal sein, das Höllental ist etliche hundert Meter unterhalb. Letzten Freitag bin ich die Strecke umgekehrt gegangen und war über den Leichtsinn mancher Wanderer entsetzt. Völlig unzureichendes Schuhwerk, Kleinstkinder in Kraxen und auch sonst sehr unzureichend ausgerüstet. Es ist ein Wunder, daß die Bergwacht nicht deutlich öfter ausrücken muß. Aber solange solche Strecken als "einfach" durchgehen, können es die Leute auch nicht besser wissen...