Euro-Länder gegen Nicht-Euro-Länder? Vor dem Treffen der Finanzminister in Polen wehren sich die osteuropäischen Regierungschefs dagegen, dass über die Zukunft der gemeinsamen Währung allein in Brüssel, Paris und Berlin entschieden wird. Sie sind zunehmend verärgert über die deutsch-französischen Vorstöße bei der Euro-Rettung - und fürchten, dass Europa in zwei Lager zerfallen könnte.
In Osteuropa wächst der Widerstand gegen die Alleingänge der Euro-Länder bei der Rettung der Gemeinschaftswährung. Polen, das derzeit die wechselnde EU-Ratspräsidentschaft innehat, warnte vor Beginn eines Treffens der Euro-Finanzminister am Freitag davor, die Europäische Union in zwei Lager aufzuteilen. Die Staaten, die den Euro noch nicht haben, sperren sich zudem dagegen, den ständigen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy auch zum Präsidenten der Euro-Zone zu berufen.
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Osteuropa kritisiert Alleingänge von Deutschland und Frankreich. Das zielt auf Angela Merkel und den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy (r.) - hier bei einem EU-Gipfeltreffen in Brüssel im Februar 2010. (© AP)
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Die osteuropäischen Länder wollen ihre Bedenken gegen diese doppelte Präsidentschaft schriftlich vorbringen. Sie befürchten, dass sie in dieser Konstruktion ins Hintertreffen geraten. Ein entsprechender Brief soll vor dem nächsten EU-Gipfel Mitte Oktober an Van Rompuy gehen, bestätigten Diplomaten am Donnerstag in Brüssel. Zu Beginn der Woche hatten sich Diplomaten aus Polen, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Litauen und Lettland getroffen, um ihr Vorgehen abzustimmen.
Der Unmut der Osteuropäer trifft vor allem Deutschland und Frankreich. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollen, dass Ratspräsident Van Rompuy künftig auch die Gipfeltreffen der 17 Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder leitet. Diese Treffen sollen zweimal jährlich stattfinden und zu einer Art Euro-Wirtschaftsregierung ausgebaut werden. Van Rompuy ist beauftragt, im Oktober konkrete Vorschläge dafür vorzulegen.
Dass die Euro-Länder die Währungsunion im Alleingang umbauen wollen, ärgert die Länder, die sich verpflichtet haben, die Währung einzuführen. "Als wir der EU beigetreten sind, haben wir auch den Vertrag für den Euro unterschrieben", sagt ein hoher Diplomat aus Osteuropa. Jetzt, da das Euro-Haus umgebaut werde, "wollen wir auch bei der Inneneinrichtung ein Wort mitreden. Schließlich müssen wir ja einziehen." Alle EU-Länder außer Großbritannien und Dänemark haben sich verpflichtet, den Euro einzuführen. Von den Osteuropäern haben die Slowakei, Slowenien und Estland die Währung bereits übernommen.
Finanzielle Risiken für die Euro-Anwärter
Vor allem Polens Regierung, die noch bis Dezember die Geschäfte der EU führt, beharrt darauf, dass zur Euro-Rettung gemeinschaftliche Beschlüsse aller 27 EU-Staaten gefällt werden - und nicht nur die 17 Euro-Staaten entscheiden. Ministerpräsident Donald Tusk warnte in Brüssel davor, Europa könnte andernfalls in zwei Lager - Euro-Länder und Staaten ohne die Gemeinschaftswährung - zerfallen: "Aus der Sicht Polens und anderer Euro-Anwärter ist es unerlässlich, dass die Wirtschaftspolitik kohärent ist in dem Sinne, dass wir nicht zwei verschiedene Klubs in Europa schaffen."
Die Euro-Anwärter fürchten unter anderem, dass der neue Euro-Rettungsschirm, der derzeit von den Parlamenten der 17 Euro-Länder ratifiziert wird, für sie selbst finanzielle Risiken bergen könnte. Bereits heute beeinflusse die Lage in Griechenland, Portugal und Irland auch die Nicht-Euro-Länder, sagte der polnische Finanzminister Jacek Rostowski vor dem Treffen mit seinen Kollegen in Wroclaw (Breslau) am Donnerstag. Deshalb sei es "notwendig und wichtig, dass alle europäischen Länder an den Maßnahmen beteiligt werden".
Kritik an den Euro-Ländern kommt auch von der EU-Kommission. Ein System, das auf rein zwischenstaatlicher Zusammenarbeit beruhe, habe in Europa bisher schon nicht funktioniert und werde es auch in Zukunft nicht, sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor dem EU-Parlament in Straßburg.
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(SZ vom 16.09.2011/olkl)
keine Ahnung in welchem Shop Du Deinen Coffee trinkst, aber die aufkommende Kritik an der politischen Führung bzgl. Europa und EURO mit Nationalismus und Bürgertum in Zusammenhang zu bringen scheint mir ziemlich gewagt.
Diese These dann noch auf Deutschland zu fokusieren geht dann fast schon einen Schritt zu weit - ein genauerer Blick auf einige Nachbarländer sei Dir hiermit empfohlen.
Was man von dort erwarten kann, bevor sie selbst für andere bluten müssen? "Hire and Fire"!
Was hält Sie davon ab, den Einzug nochmal zu überdenken? Vielleicht gewinnen Sie neue Erkenntnisse, die es nahelegen nicht einzuziehen. Man muß doch nicht sehenden Auges ins offene Messer rennen, Herr "hoher Diplomat".
nun, nur Mainstream lese ich bestimmt auch nicht, aber die knapp bemessene Zeit erlaubt es mir leider nicht, mich mit rassistischen und kruden Müll (NZ) zu beschäftigen. Russisch kann ich zwar ein wenig, aber die Pravda lese ich nicht, deswegen kein Kommentar zur "Wahrheit", TuMas
Der Michel lebt in einer Demokratie und bestimmt sich seinen laufenden Hosenanzug, ganz ohne körperliche Gewalt, in freier Wahl selbst. Das scheint dem Bürgerlichen immer dann zu entfallen, wenn er gerade mal wieder auf seinem Nationalismustrip ist und gar nicht merkt, dass seine "Meinung" weder politikfähig noch lösungsorientiert ist. Dann beginnt er zu kompensieren. Siehe Liste. Die erhebt übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
So, ich habe den Laden nicht gewählt, ich mag auch das System nicht, aber ich weiss, innerhalb dieses vom Bürgerlichen so heissgeliebten Systems geht es nicht anders, als jetzt dafür zu bezahlen, dass man jahrelang nicht zuhören wollte. Egal wie sie es drehen und wenden. Und wer nicht zuckt, wenn seine Lebensversicherung und sein Bankkonto mit MRD500€ gerettet wird, weil nur teutonische Banken betroffen waren, wer trotz offensichtlicher Hilfen aus dem Ausland (USA zahlte MRD60€) an die teutonische Bank noch Ackermann hochleben lässt, der hat es auch überhaupt nicht anders verdient als jetzt mal richtig kräftig abzulatzen.
Leider ist es in Deutschland immer wieder das Gleiche. Man beginnt nicht über seine Position nachzudenken, sondern schießt wahllos gegen alles was nicht dem teutonischen Volkskörper zugehörig scheint. Oh Herr, bitte lass uns mit diesem Bürgertum nicht schon wieder alleine.
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