Verbindungen zu al-Qaida Terrorist Moussaoui belastet saudische Königsfamilie

  • Der in den USA verurteilte Terrorist Zacarias Moussaoui behauptet, dass die saudische Königsfamilie al-Qaida finanziell unterstützt haben soll - und von Anschlagsplänen gegen die USA wusste.
  • Die saudische Botschaft widerspricht der Aussage.
  • Moussaoui war in die Planung zu den Anschlägen vom 11. September verwickelt. Der Franzose mit marokkanischer Herkunft wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Saudische Königsfamilie soll al-Qaida unterstützt haben

Prominente Mitglieder der saudischen Königsfamilie sollen nach Angaben des verurteilten Terroristen Zacarias Moussaoui das Terrornetz al-Qaida in den 1990er Jahren finanziell unterstützt haben.

Das behauptete Moussaoui im vergangenen Jahr in einem Brief an einen Richter an einem US-Bundesgericht in New York, wie die New York Times berichtete. Seine Aussagen seien in ein Gerichtsverfahren eingeflossen, das Angehörige der Opfer der Anschläge vom 11. September gegen Saudi-Arabien anstrengen.

Einzelne Mitglieder der saudischen Herrscherfamilie hätten damals angeblich zu den Hauptgeldgebern al-Qaidas gehört. Moussaoui will sogar mit einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft über einen Plan diskutiert haben, mit einer Stinger-Rakete die Präsidentenmaschine Air Force One abzuschießen.

Saudis widersprechen

Die saudische Botschaft wies die Anschuldigungen der Zeitung zufolge zurück. Moussaoui sei erwiesenermaßen "ein geistesgestörter Krimineller".

Die Vorwürfe kommen für die Königsfamilie zu einem heiklen Zeitpunkt. Nach dem Tod von König Abdullah am 23. Januar müssen sich die Machtverhältnisse und außenpolitischen Beziehungen erst wieder einspielen.

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Seit Längerem ist bekannt, dass die Saudis Osama bin Laden und seine Al-Qaida-Organisation vor den Anschlägen vom 11. September 2001 finanziell unterstützt haben. In den 1980er-Jahren haben Saudi-Arabien und die USA sogar gemeinsam islamistische Kämpfer für deren Kampf gegen die Sowjet-Besatzung Afghanistans ausgestattet. Aus deren Reihen rekrutierten sich später die Mitglieder von al-Qaida.

Neu wäre jedoch der Umfang der finanziellen Unterstützung für das Terrornetzwerk und - sollte sich dieser Vorwurf erhärten - die Beteiligung an Anschlagsplänen gegenüber den USA.

Moussaoui war an 9/11 beteiligt

Der Franzose marokkanischer Herkunft ist 2006 in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war lange als vorgesehener 20. Entführer der Anschläge vom 11. September verdächtigt worden. Vier Wochen vor 9/11 wurde er jedoch vom FBI wegen Einwanderungsverstößen verhaftet. Bereits während seines Verfahrens war über die psychische Verfassung Moussaouis diskutiert worden. Möglicherweise soll Moussaoui an einer Form der Schizophrenie gelitten haben.