US-Vorwahl Trump und Clinton siegen, Bush gibt auf

Donald Trump mit Familie und Anhängern auf der Siegesfeier in South Carolina.

(Foto: Bloomberg)
  • Donald Trump gewinnt die Vorwahl der Republikaner in South Carolina deutlich.
  • Hillary Clinton setzt sich bei den Demokraten in Nevada gegen Bernie Sanders durch.
  • Jeb Bush verkündet das Ende seiner Präsidentschaftskampagne.
  • Was die Wahlnacht für die einzelnen Kandidaten bedeutet.
Analyse von Matthias Kolb, Columbia

Keine Überraschung in South Carolina: Donald Trump hat die Vorwahl der Republikaner mit zehn Prozentpunkten Vorsprung vor Marco Rubio gewonnen. Dieser Erfolg ist bedeutsam: Abgesehen von 2012 wurde seit 1980 jeder Republikaner, der in South Carolina siegte, auch als Kandidat nominiert - und oft gewannen hier deutlich konservativere Bewerber als Trump. 2016 ist alles anders.

Bei den Demokraten, die in Nevada abgestimmt haben, siegt Hillary Clinton mit gut fünf Prozent Vorsprung vor Bernie Sanders. Die nächste Vorwahl der Republikaner, die schon am Dienstag in Nevada stattfindet, und der anschließende Super Tuesday am 1. März, werden nun zum Test für Cruz und Rubio, die deutlich mehr Konservative ansprechen müssen als bisher. Was das Ergebnis für die verbliebenen Kandidaten bedeutet, lesen Sie hier:

Hillary Clinton (68, Ex-Außenministerin)

"Wir haben nie an uns gezweifelt", ruft die 68-Jährige in ihrer Siegesrede und jeder sieht ihre Erleichterung über ihre 52,6 Prozent. Dass ihre Berater noch kürzlich tönten, dass Sanders in Nevada keine Chance habe? Alles vergessen: Nun steht es bei den Demokraten 2:1 für Clinton und nach der schmachvollen Pleite in New Hampshire hat sie wieder die Mehrheit der Wählerinnen hinter sich. In sieben Tagen hofft Clinton auf einen Sieg in South Carolina - gelingt ihr dies mithilfe der schwarzen Wähler, hat sie viel auf dem Weg zur Kandidatur geschafft.

Bernie Sanders singt, Jeb Bush holt seine Mutter

mehr...

Bernie Sanders (74, Senator aus Vermont)

Zu Jahresbeginn hätten die Bernie-Fans über 47,4 Prozent in Nevada gejubelt, doch nun sind viele enttäuscht. Nach dem Triumph des "demokratischen Sozialisten" in New Hampshire hatten viele auf eine Überraschung gehofft. Doch der Glaube an Sanders' "politische Revolution", die das Land gerechter machen soll, ist unter den Zehntausenden Freiwilligen ungebrochen. Auch ihr Held ist optimistisch für die nächsten Tage bis hin zum 1. März: "Ich glaube, dass wir am Super Tuesday viele der elf Staaten gewinnen können." Unmöglich ist das nicht, aber der 74-jährige Außenseiter muss hart arbeiten, um Hillary Clinton vom Thron zu stoßen.

Donald Trump (69, Immobilien-Milliardär)

12 Stunden vor Stimmabgabe war selbst bei Trump eine gewisse Unsicherheit zu spüren, ob sein Vorsprung wirklich ausreicht. Es reichte locker: Mit 32,5 Prozent erhält er viel mehr Stimmen als Cruz und Rubio und sammelt viele der 50 Delegierten des Palmetto State ein, und das bei einer Rekord-Wahlbeteiligung. "Lass uns den Sack zumachen und Amerika wieder großartig machen", erklärt der Republikaner mit Blick auf den Super Tuesday. Seine Attacken auf den populären Ex-Präsident Bush ("er hat über Iraks Massenvernichtungswaffen gelogen") waren ein besonderer Tabubruch - und haben ihm nicht geschadet. Wer jetzt noch ausschließt, dass der Name des 69-Jährigen am 8. November auf dem Wahlzettel stehen könnte, sollte umdenken. Aus Trump-Fans werden echte Wähler - und es gibt sehr viele von ihnen in den 12 Staaten, wo die Republikaner am 1. März abstimmen.

Marco Rubio (44, Senator aus Florida)

Am 1. Februar rief sich Rubio als Dritter in Iowa zum Sieger und Favoriten des Mainstreams aus - und viele Medien sahen dies ähnlich. Nun wird er mit 22,5 Prozent Zweiter in South Carolina und erklärt sich zum Anführer "einer neuen konservativen Bewegung". Dass der 44-Jährige zu den Gewinnern des Abends gezählt wird, liegt vor allem am Aus von Jeb Bush. Denn Trump hat mehr Stimmen bekommen als Bush und Rubio zusammen - und in South Carolina hatte der Senator die Unterstützung von fast allen wichtigen Politikern des Staates. Symbolisch ist es jedoch wichtig für Rubio, dass er Ted Cruz hinter sich ließ. Ihm dürfte nun die Unterstützung der vielen reichen Bush-Finanziers zufallen und fraglos hat der Sohn kubanischer Eltern viele Talente. Doch er muss erst mal einen Staat gewinnen - und momentan führt er nirgendwo.