Stasi versus NSA Aktenberge, groß wie Europa

"Der feuchte Traum der Stasi" - Datenschutzaktivistin Anke Domscheit-Berg und Bundespräsident Gauck haben die NSA mit der Stasi verglichen und sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Eine Karte zeigt, wer recht hat. Und wie groß der Datenschatz der NSA wirklich ist.

Die Piraten-Politikerin und Datenschutzaktivistin Anke Domscheit-Berg brachte in einer Talkrunde das Ausmaß der Datenüberwachung im Zuge des Prism-Skandals folgendermaßen auf den Punkt: "Die technischen Möglichkeiten von heute wären der feuchte Traum der Stasi gewesen."

Die Datengestalter von Open Data City zeigen auf einer Karte nun eindrucksvoll, was an dieser Aussage dran ist. Sie veranschaulicht, wie gigantisch das Datenmaterial des NSA ist - und wie klein sich im Vergleich dazu sogar das Material des Spitzeldienstes der ehemaligen DDR ausnimmt. Die Aktenschränke der Stasi würden demnach etwa 0,019 Quadratkilometer einnehmen. Würde die NSA hingegen sämtliche Kommunikationsdaten ausdrucken, die sie gespeichert hat, dann bräuchte sie dafür gigantische 17 Millionen Quadratkilometer Platz - eine Fläche, die sich über ganz Europa erstrecken würde.

Anlass für die Illustration war die Aussage von Bundespräsident Joachim Gauck, der in einem Interview mit dem ZDF über den Vergleich von Stasi und NSA sagte: "Wir wissen zum Beispiel, dass es nicht so ist wie bei der Stasi und dem KGB, dass es dicke Aktenbände gibt, in denen unsere Gesprächsinhalte alle aufgeschrieben und schön abgeheftet sind. Das ist es nicht."

Da hat er durchaus recht - denn Aktenberge sind im 21. Jahrhundert längst nicht mehr nötig.

Realisiert von OpenDataCity. Anwendung steht unter CC-BY 3.0