Vor der Wahl lag Union und FDP die Mittelschicht am Herzen. Die Koalition wollte, dass sie viel weniger Steuern zahlt. Daraus wird das Gegenteil: Gerade die Mittelschicht wird geschröpft. Irgendwer muss ja den Haushalt sanieren.
Es war der Wahlkampfschlager von Union und FDP im vergangenen Herbst. "Mehr Netto vom Brutto" haben sie im ganzen Land plakatiert. Eine erkleckliche Mehrheit hat das geglaubt, hat ihr Kreuz bei CDU, CSU oder FDP gemacht.
Bild vergrößern
Von wegen Entlastung für die Mittelschicht: Unterm Strich sorgt die Bundesregierung gerade dafür, dass die Menschen in vielen Fällen weniger Netto vom Brutto haben. (© dpa)
Anzeige
Schon im Bundestagswahlkampf war klar, dass die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise so schnell ausgestanden ist, dass das Geld fehlen würde, um wie versprochen die Mittelschicht zu entlasten. Union und FDP haben den Wählern so ihre Stimmen abgejagt, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, wie sie ihre Netto-Versprechen halten sollen.
Da war auch gar nichts zu halten, wie sich herausstellt. Heute ist klar: Das Ganze war eine dreiste Netto-Lüge. Unterm Strich nämlich sorgt die Bundesregierung gerade dafür, dass die Menschen nicht nur nicht mehr, sondern in vielen Fällen sogar weniger Netto vom Brutto haben.
Ursprünglich sollte die Mittelschicht um 35 Milliarden Euro entlastet werden. So hat es die FDP vor der Wahl versprochen. Davon ist nichts übrig geblieben. Die Mittelschicht, die doch den Koalitionären so sehr am Herzen liegt, sie wird gemolken, um die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Größter Coup: Die Regierung will den Beitragssatz zur Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent anheben, um damit einen Teil des Elf-Milliarden-Euro-Lochs im Gesundheitssystem zu stopfen.
Gleichzeitig werden alle künftigen Kostensteigerungen im Gesundheitssystem über Zusatzbeiträge auf die Versicherten abgewälzt. Das schlägt voll auf die Mittelschicht durch, weil sie sich bis zu einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro gesetzlich krankenversichern muss.
Die hat dadurch fast durchgehend deutlich weniger Netto vom Brutto. Bei 3000 Euro Brutto im Monat fehlen schon wegen des erhöhten Krankenkassenbeitrages 108 Euro im Jahr. Die Zusatzbeiträge von geschätzt 200 Euro im Jahr nicht mitgerechnet.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- Schwarz-gelbe Koalition RSS
- Schwarz-Gelb in der Krise Böhmer attestiert Merkel Führungsfehler 09.07.2010
- Kompromiss in der Gesundheitspolitik Philipp Rösler - das Lachen des Verlierers 06.07.2010
- Haushaltsentwurf für 2011 Bund macht weniger neue Schulden 05.07.2010
- Umfrage zur Bundespräsidentenwahl Und er ist doch der Richtige 02.07.2010
- Bundespräsident: Die Union nach der Wahl Das Gift des Zweifels 02.07.2010
- Pressestimmen "Bundespräsident dritter Wahl" 01.07.2010
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Die Krankenkassenbeiträge wurden wegen der Wirtschaftskrise gesenkt (Maßnahme im Rahmen des Konjunkturpaketes, um die Arbeitgeber und -nehmer zu entlasten). Diese Senkung wurde über Steuermittel gegenfinanziert. Die Beiträge werden nun, nach dem Anziehen der Wirtschaft, auf das ursprüngliche Niveau angehoben. Dies war schon von der großen Koalition so vorgesehen.
Nur heute will sich keiner mehr daran erinnern!?
Die Möglichkeit der Erhöhung von Zusatzbeiträgen finde ich gut. Das fördert den Wettbewerb unter den Krankenkassen. Meine Krankenkasse verlangt z.B. keinen Zusatzbeitrag; im Gegenteil: sie schüttet aus.
Also nicht jammern, sondern handeln!
Eine Flugbesteuerung ist auch sinnvoll. Wer sich einen Urlaub für ein paar hundert Euro leisten kann, bei dem werden wohl auch 13,- oder 26,- EUR mehr drin sein. Auf Kurzstrecken kann man auch Auto-, Bus- oder Bahnfahren oder Mitfahrgelegenheiten nutzen. Ist auch ökologischer.
Haben sie auch etwas zu sagen oder versuchen sie wieder Aufmerksamkeit zu bekommen weil ihnen die Sachargumente ausgehen und sie es lieber etwas robuster lieben so wie dealbreaker.
Das scheint ja mehr ihre propagandistische Kragenweite zu sein!
zitat:"Angesichts Ihrer Orthographie und Grammatik könnte man schon einen gewissen Ansatz von Wahn erkennen."
gehen die argumente aus?
...die Finanzkraft des Staates am
Herzen liegt : SCHWARZGELD!! ääähh Pardon : SCHWARZGELB
Sie sollte in Ihrem Wahn, nicht von sich auf Andere schließen!_________Ich bin nicht im Wahn aber was sie hier fordern ist verfassungswiedrig und Bestandteil eines kranken selbstüberschätzenden Karakters.
Paging