Dass Romney laut dem Umfrageinstitut Latino Decisions unter Floridas Hispanics - egal ob sie der Grand Old Party angehören oder nicht - deutlich vor Gingrich, Santorum und Paul liegt, hat mehrere Gründe: Seit Monaten bearbeitet er mit viel Geld den ebenso teuren wie großen Flächenstaat; neben Sohn Craig sprechen sich mehrere Kongressabgeordnete in spanisch-sprachigen Werbespots für ihn aus (etwa im Video "Nosotros"), und auch das Partei-Establishment steht hinter ihm.
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So ging etwa Carlos Gutiérrez, einst Wirtschaftsminister unter George W. Bush, in Miami an keinem Mikrofon vorbei, ohne seine Botschaft unter die Medienvertreter zu bringen: Nur Romney könne Obama schlagen und ein Sieg bei der primary in Florida könnte dessen Kandidatur den nötigen Schwung verleihen. "Florida ist ein Mikrokosmos mit sehr verschiedenen Regionen", erläuterte er: "Wer hier gewinnt, schafft es überall."
Nicht nur Gutiérrez denkt nach vorn: Kurz vor der "Hispanic Leadership Network"-Konferenz veröffentlichte Jeb Bush, einst Gouverneur von Florida, in der Washington Post einen Leitfaden, wie die Republikaner die Herzen und Stimmen der Hispanics gewinnen können. In den umkämpften swing states könnten die Latinos den Ausschlag geben und so entscheiden, welche Partei 2013 das Weiße Haus und den Kongress kontrolliert.
Jeb Bush, Bruder des Ex-Präsidenten George W. Bush, schlägt deshalb vor, Einwanderung stärker als Wirtschaftsthema und weniger als Sicherheitsproblem zu sehen, das Bildungssystem zu öffnen und die Vielfalt der Hispanics anzuerkennen: Manche seien seit Generationen im Land, andere erst seit mehreren Monaten. Wie Romney plädiert Bush dafür, die Anwesenheit der Immigranten positiv zu sehen: "Die Tatsache, dass so viele Menschen alles zurücklassen, um ausgerechnet in den USA ein besseres Leben für ihre Familie aufzubauen, ist für mich der größte Beweis für die Einzigartigkeit unseres Landes."
Ob diese Blaupause jedoch reicht, um die Beliebtheit von Barack Obama unter den Hispanics ernsthaft zu gefährden, bleibt abzuwarten. 2008 stimmten zwei Drittel der Latinos für den Demokraten und auch wenn sich die Obama-Euphorie auch in dieser Gruppe gelegt hat, würde er sowohl Gingrich als auch Romney locker schlagen.
Und selbstverständlich tüfteln die Berater im Weißen Haus an Strategien, um die Hispanics in ihrem Lager zu halten. Dass die umstrittene und unter Einwandern unbeliebte Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, den Präsidenten jüngst auf dem Flughafen mit aggressiver Geste anging, störte die Spin-Doktoren nicht - daraus lasse sich womöglich ein schöner Werbespot für den Wahlkampf machen (Hintergründe in der New York Times)
Wie wichtig es den Republikanern zurzeit ist, die Hispanics auf ihre Seite zu ziehen, zeigt die Diskussion um Marco Rubio, den kubanisch-stämmigen Senator aus Florida. Seit Newt Gingrich in der TV-Debatte am Donnerstag andeutete, er könne sich Rubio nicht nur als Minister, sondern auch als Vizepräsident vorstellen, wollen die Spekulationen nicht enden. Bislang hält sich der 40-Jährige jedoch bedeckt und hat sich weder auf Gingrichs noch auf Romneys Seite geschlagen.
Auf den Gängen des Golf-Hotels träumen manche jedoch einen anderen Traum. Mark Garces, Landeschef der Republican National Hispanic Assembly, hofft, dass Rubio nicht als running mate antritt und ein mögliches Angebot ausschlägt: "Er soll noch ein paar Jahre warten - und dann amerikanischer Präsident werden."
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(Süddeutsche.de/mane/gba)
Debatte um Militärintervention in Syrien