Reiche Romney-Gönner nach dem Obama-Sieg Ein Haufen angepisster Milliardäre

Insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar hatten die konservativen Super Pacs zur Verfügung. Der Großteil dieses Geldes kam von wenigen wohlhabenden Spendern. Der texanische Industrielle Harold Simmons gab der New York Times zufolge 26,9 Millionen. JJoe Rickett, der Besitzer des Baseball-Teams Chicago Cubs, überwies 13 Millionen an einen Super Pac. Ein Netzwerk aus Spendern, gemanagt von Charles und David Koch, beide Unternehmer und Multimilliardäre, stellte 400 Millionen zur Verfügung.

Trotzdem bleibt Obama für vier weitere Jahre Präsident und im US-Senat haben die Demokraten weiter die Mehrheit. Eine Analyse der Washington Post hat ergeben: die Rekordausgaben formal unabhängiger Gruppen im Wahlkampf hatten so gut wie keinen Einfluss auf die Resultate.

Besonders deutlich wird das, wenn man sich die Ergebnisse für den Senat anschaut. Die Demokraten Sherrod Brown (Ohio), Bill Nelson (Florida), Joe Donnelly (Indiana), Tim Kaine (Virginia), Jon Tester (Montana) und Tammy Baldwin (Wisconsin) wurden in den vergangenen Monaten mit vielen Dollars unter Feuer genommen. 87 Millionen haben der Super Pac American Crossroads, die Unternehmerorganisation Chamber of Commerce und andere den Republikanern zugeneigte Gruppen für den Kampf gegen sie ausgegeben. Trotzdem sitzen jetzt alle sechs Demokraten im Senat.

Alles umsonst also. Für erfolgreiche Unternehmer, die ähnlich wie Romney glauben, Prinzipien aus der Geschäftswelt auch auf die Politik übertragen zu können, ist das hart zu verkraften. Karl Rove, Parteistratege der Republikaner und - wie ihn die New York Times nennt - "der führende politische Unternehmer der Super-Pac-Ära", versuchte dann auch am Tag nach der Wahl verzweifelt, sich das miserable Ergebnis schön zu reden. Es sei nicht alles umsonst gewesen. "Ohne uns wäre das Rennen nicht so knapp ausgegangen."

Die hämische Antwort folgte prompt. David Axelrod, Obamas wichtigster politischer Berater, twitterte: "There are a bunch of pissed off billionaires this morning, looking for the refund window." (Diesen Morgen gibt es einen Haufen angepisster Milliardäre, auf der Suche nach Kostenrückerstattung.)

[Update:] Donald Trump, der wohl bekannteste Milliardäre Amerikas, der nach der Wiederwahl Obamas ziemlich ausgerastet ist, hat sich zum Thema auch noch geäußert, per Twitter: "Gratulation an Karl Rove dafür, 400 Millionen Dollar in den Wind geschossen zu haben. Jeden Wahlkampf, für den Crossroads Anzeigen geschaltet hat, haben die Republikaner verloren. Was für eine Geldverschwendung."