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Der US-Präsident:Zehn Dinge, die Sie noch nicht über Obama wissen

Wem Obama im Highschool-Jahrbuch dankt, wie eine Exfreundin über ihn denkt und warum sich seine Töchter über ihn lustig machen: Der US-Präsident, wie Sie ihn noch nicht kennen. Als Ehemann, Student - und Kiffer.

Charlotte Theile

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Der US-Präsident:1. Schon als Kind wollte Barack Präsident werden

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Quelle: AFP

Die Biografie des Washington Post-Reporters David Maraniss brachte einige interessante Fakten und Dokumente ans Licht, so auch diesen Kurzaufsatz, den der spätere Präsident (im Foto rechts) als Drittklässler in Indonesien verfasste:

"My name is Barry Soetoro. I am a third-grade student at SD Asisi. My mom is my idol. My teacher is Ibu Fer. I have a lot of friends. I live near the school. I usually walk to the school with my mom, then go home by myself. Someday I want to be president. I love to visit all the places in Indonesia. Done. The eeeeeeend."

(Ich heiße Barry Soetoro. Ich gehe in die dritte Klasse der SD Asisi - eine Schule in Jakarta. Meine Mutter ist mein Vorbild. Mein Lehrer ist Ibu Fer. Ich habe viele Freunde. Ich wohne in der Nähe der Schule. Normalerweise laufe ich mit meiner Mutter hin und allein wieder zurück nach Hause. Eines Tages möchte ich Präsident sein. Ich würde gerne durch ganz Indonesien reisen. Fertig. Das Eeeeende.)

Dass Barack Obama damals Soetoro hieß, hat einen einfachen Grund: Seine Mutter, Ann Dunham, war zu dieser Zeit mit dem Indonesier Lolo Soetoro zusammen (hier ein Bild der Familie aus dem Jahr 1971 mit Schwester Maya Soetoro).

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Der US-Präsident:2. Obama gehörte einer Kiffer-Gang an und nahm Kokain

Barack Obama To Return To His Childhood Roots In Hawaii

Quelle: AFP

Anders als andere Politiker hat Obama nie bestritten, als Jugendlicher Drogen genommen zu haben. In seiner Biografie schreibt er über seine Jugend auf Hawaii: "Junkie. Pothead. Dorthin war ich unterwegs, zur endgültigen, tödlichen Rolle des Möchtegern-Schwarzen".

Er besuchte die exklusive Punahou-Schule und gehörte gleichzeitig zu einer Kiffer-Clique, die sich "Choom-Gang" nannte. Die Joints wurden im abgeschlossenen VW-Bus geraucht, um keine Schwade zu verschwenden.

Obama selbst erinnert sich an diese Jahre als eine Zeit der Suche und der Verzweiflung: "Haschisch hatte geholfen, Alkohol, manchmal Kokain, wenn das Geld da war." Diese Ehrlichkeit entwaffnete auch den politischen Gegner. Im Wahlkampf 2008 und 2012 spielte das Thema kaum eine Rolle.

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Der US-Präsident:3. Obama dankt in seinem High-School-Jahrbuch seinem Dealer

FILES-US-ELECTIONS-OBAMA

Quelle: AFP

Sein Dealer scheint Obama zur High-School-Zeit ziemlich wichtig gewesen sein. In seinem Jahrbuch heißt es: "Thanks Tut [Wort für seine Großmutter, die hier im Bild mit Obama nach seinem Schulabschluss auf Hawaii 1979 zu sehen ist, die Red.], Gramps, Choom Gang, and Ray for all the good times." Nach Recherchen von David Maraniss war Ray derjenige, der in der "Choom Gang" den Stoff besorgte. To choom wird im Englischen verwendet für Haschisch rauchen.

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Der US-Präsident:4. Obamas Halbschwester hat in Deutschland promoviert

Sie kann zu US-Präsident Barack Obama "my little brother" sagen: Auma Obama

Quelle: dpa

Barack Obama hat eine Halbschwester, die in Heidelberg studiert, in Bayreuth promoviert und als Journalistin für verschiedene deutsche Medien gearbeitet hat: Auma Obama. Ihre Autobiografie "Das Leben kommt immer dazwischen" hat sie ausschließlich auf Deutsch veröffentlicht.

Barack und Auma stammen von dem Kenianer Barack Obama Senior ab. Auma ist 1960 in Nairobi geboren und damit nur ein Jahr älter als Barack, der 1961 in Honolulu, Hawaii auf die Welt kam. Ihren Halbbruder lernte sie erst 1984 bei einem Besuch in den USA kennen, Auma studierte damals bereits in Heidelberg.

Die Geschwister stehen seither in engem Kontakt, reisten einige Jahre später gemeinsam durch Kenia, um sich ihrer Familiengeschichte zu nähern. Während der Präsidentschaftswahlen 2008 gehörte Auma Obama zum Wahlkampfteam ihres Bruders. Dem deutschen Publikum ist sie durch Auftritte in Talk-Shows sowie einen Dokumentarfilm bekannt.

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Der US-Präsident:5. Als Student roch "Barry" nach "Läuferschweiß"

FILES-US-ELECTIONS-OBAMA

Quelle: AFP

Ehemalige Freundinnen des Präsidenten haben in dem Buch des Washington-Post-Autors David Maraniss aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie war Barack so als "Boyfriend"? Welche Macken und Vorlieben hatte er, warum hat man sich getrennt?

Genevieve Cook, die von 1983 bis 1985 mit Obama zusammen war, berichtet auch intime Details: "Läuferschweiß, Deodorant, Zigarettenqualm und Rosinen" - danach soll der Student, den damals alle "Barry" nennen, gerochen haben. Gestört hat das Cook jedoch nicht: "Die sexuelle Wärme ist definitiv da", schreibt sie, aber ansonsten war ihr Barack zu ernsthaft, zu unnahbar. Auf den Satz "Ich liebe dich" antwortete er mit "Danke".

Der Präsident selbst sagt über seine Zeit als Student an der Columbia Universität in New York, er habe ein asketisches Leben geführt, "viel zu ernsthaft, als dass es noch gut gewesen wäre." Das sieht wohl auch seine Ex-Freundin Genevieve so. In ihr Tagebuch schreibt sie über Barry: "Wie kann man mit 22 schon so ernst sein?"

Foto: Barack Obama in New York in den achtziger Jahren.

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Der US-Präsident:6. Michelle Obama wuchs in dem Viertel auf, das Barack als Sozialarbeiter betreute

Künftiger U.S. Präsident Obama verteilt Lebensmittel

Quelle: dpa

Michelle Obama stammt aus einem einfachen Arbeiterviertel im Süden Chicagos, genau dort, wo ihr späterer Ehemann 1985 als Sozialarbeiter tätig war. Als "Community Organizer" versuchte er, Kinder und Familien in diesen, zunehmend verarmenden Vierteln eine Perspektive zu geben - ein entscheidender Punkt im politischen Programm Obamas und mehreren Beobachtern zufolge das gemeinsame Ziel des Präsidentenpaares. Es heißt, mit dem Argument, Kindern aus unterprivilegierten Vierteln wie ihrem eine Chance zu geben, habe Barack seine Frau schließlich überzeugt, seine politischen Ambitionen zu unterstützen.

Foto: Michelle und Barack Obama verteilen zusammen mit ihren Kindern Sasha (2. v. l.) und Malia im November 2008 an einer Schule in Chicago Lebensmittel.

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Der US-Präsident:7. Seine Frau verdiente mehr Geld als er

Wife of US Democratic presidential nominee Senator Barack Obama (D-IL), Michelle Obama, speaks to a crowd of supporters during a campaign stop in Bexley

Quelle: REUTERS

Lange Zeit war Michelle ein bisschen schneller und erfolgreicher als ihr späterer Ehemann. 1988, als Barack im ersten Semester nach Harvard kam, hatte die drei Jahre jüngere Michelle Robinson bereits ihren Abschluss in der Tasche. Ein Jahr später lernten sie sich in der Anwaltskanzlei Sidley Austin in Chicago kennen, Barack macht dort eine Art Praktikum, Michelle sollte sich um ihn kümmern. Seinen Vorschlag, außerhalb der Arbeit "zu daten" lehnte Michelle zunächst ab, wenig später funkte es doch.

Während sich Barack als Buchautor, Jurist und Politiker versuchte, arbeitete seine Frau als Beraterin des Chicagoer Bürgermeisters und für die Nichtregierungsorganisation Public Allies. Im Jahr 2006, als Barack bereits im US-Senat saß, verdiente Michelle, die inzwischen in der Geschäftsführung der Universitätsklinik Chicago arbeitete, etwa 100.000 Dollar mehr als ihr Ehemann.

Zu Beginn der Präsidentschafts-Kampagne ihres Mannes unterbrach die heute 48-Jährige ihre berufliche Karriere.

Foto: Michelle Obama während des Präsidentschaftswahlkampfes im Oktober 2008.

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Der US-Präsident:8. Sein Bruder George lebt in einem Slum in Nairobi

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Quelle: AFP

Obamas Familie in Kenia interessiert gerade rechte US-Medien besonders: Schließlich hatte der Präsident mit seinem berühmten Bibel-Zitat "I am my Brothers Keeper" viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen - verarmte Verwandte, die in Slums der dritten Welt von einigen Dollar am Tag leben, scheinen dem entgegenzustehen. Dabei hatte George Hussein Obama, ein etwa 30-jähriger Halbbruder Baracks, immer wieder betont, er erwarte kein Geld aus Washington und könne für sich selbst sorgen.

Tatsächlich hatte George aber auch immer wieder mit Reportern gesprochen und sich vor einer Wellblech-Hütte in Nairobi ablichten lassen. 2010 wurde er mit Marihuana erwischt. Bei seinen Besuchen in Kenia, 1987 und 2006, traf Barack Obama seinen jüngsten Bruder jeweils nur kurz. Von einer engeren Beziehung der beiden ist nichts bekannt.

Foto: Obama-Plakat im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen 2009 in Nairobi.

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Der US-Präsident:9. Kampf mit John Grisham um Platz Eins der Bestseller-Listen

A copy of U.S. President Barack Obama's book 'The Audacity of Hope' is held by a supporter looking for an autograph during a campaign rally at George Mason University in Fairfax

Quelle: Reuters

Sein Buch "The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream" (Deutscher Titel: "Hoffnung wagen. Gedanken zur Rückbesinnung auf den Amerikanischen Traum"), das Obama nur wenige Monate vor Beginn seiner Präsidentschafts-Kampagne veröffentlichte, schaffte es im November 2006 auf Platz Eins der Bestsellerliste der New York Times. Zwei Wochen im Dezember wurde er von John Grisham mit "The Innocent Man" abgelöst.

Insgesamt hielt sich das Buch bis März 2007 an der Spitze der Bestsellerliste. Auch bei amazon.com führte Obama Ende 2006 die Verkäufe an. "The Audacity of Hope" ist das zweite Buch des Präsidenten, von dem schon während seiner Studienzeit viele glaubten, er würde Schriftsteller.

Auch sein erstes Buch, "Dreams from my father" (Deutscher Titel: "Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie") von 1995 verkaufte sich gut. Sein drittes Buch, "Of Thee I Sing: A Letter to My Daughters", von 2010, das sich an Kinder richtet, wurde dagegen als "sehr dünn" und "nur für Fans" kritisiert.

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Der US-Präsident:10. Obamas Töchter machen sich über ihn lustig

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Quelle: AFP

In der aktuellen Ausgabe des US-Weekly berichtete er von 25 Dingen, die die Öffentlichkeit angeblich noch nicht über ihn wusste. Vieles davon dreht sich um das Familienleben der Obamas: Er habe seit Beginn seiner Präsidentschaft noch keinen Eltern-Abend versäumt, alle Harry-Potter-Bücher mit seiner 14-jährigen Tochter Malia (links) gelesen und werde von ihr und der elf Jahre alten Sasha (Mitte) dafür ausgelacht, sein Blackberry in einer Tasche am Gürtel zu tragen, erzählt Obama.

Was dagegen schon bekannt war: Er hört beim Training gern Jay-Z und Stevie Wonder, mag die Fernseh-Serie "Homeland" und ist der erste Präsident, der Twitter benutzt. Auch dass er Linkshänder ist, hatte man vorher schon gehört.

© Süddeutsche.de/gal/holz
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