Die Forderung der CSU nach einer Vorsorgepflicht für Selbständige verkennt die Rolle des Staates in einer sozialen Marktwirtschaft: Dieser kann und darf nicht jedes Lebensrisiko abfedern - Eigenverantwortung macht gerade den Charakter der Selbständigkeit aus.
Wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her - das mag man sich nun in der FDP beim Lesen der Beschlussvorlage der Mit-Regierungspartei CSU für deren Klausur in Kreuth denken. Da fordert Horst Seehofers Truppe in ihrem Bemühen, rechtzeitig vor der nächsten Wahl sozialer als die Linkspartei rüberzukommen, tatsächlich eine Pflicht-Rentenversicherung für Selbständige. Das ist bemerkenswert für eine Partei, die vorgibt, im Mittelstand verankert zu sein - und gibt den Liberalen die Chance, sich abzugrenzen.
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Richtig ist, dass Altersarmut ein Problem ist, vor dem Selbständige nicht gefeit sind. Nicht jeder Selbständige kann sich später in der eigenen Villa am prallen Aktiendepot erfreuen. Wie überall gibt es auch in dieser Gruppe Erfolgreiche und Gescheiterte. Daraus aber gleich eine Vorsorgepflicht abzuleiten, verkennt die Rolle des Staates in einer sozialen Marktwirtschaft. Er muss helfen, wo und solange Menschen in Not sind, er darf aber nicht jedes Lebensrisiko abfedern; er kann es gar nicht.
Es macht gerade den Charakter der Selbständigkeit aus, sich selbst zu organisieren, vorauszuschauen, Verantwortung zu übernehmen. Der mündige Wirtschaftsbürger kümmert sich selbst um sein Geschäft, sein Büro, sein Auto, seine Arbeitsmittel - und natürlich auch um seine finanzielle Ausstattung. Das macht ihn frei, aber auch verletzlich. Fehler rächen sich, auch das gehört zur Eigenverantwortung.
Sozialdemokraten, Linke und manche Grüne aber trauen den Menschen wenig zu, und dem Staat viel. Ordnungspolitiker sehen es umgekehrt. Auch die CSU hat die Wahl. Sie kann entscheiden, in welches Lager sie gehören will.
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(SZ vom 30.12.2011/bero)
Zitat: "Natürlich beklagen die Freunde der GRV deren scheibchenweise Zerstörung."
Das heißt, sie sehen den Konstruktionsfehler der GRV, aber sie erkennen den Grund dafür nicht.
Muahaha.
Ich könnt mich weghauen. Das Einmaljährlichausschüttungsmodell mit Zusatzkapitaleinkünftestütze wollen Sie hier allen Ernstes als Standardbeispiel für voll-Blut-Unternehmer auftischen? Das ist doch aberwitzig.
Wo kommen eigentlich die prekär Beschäftigten her? Vom Gros der mittleren und kleinen Unternehmen, die nebenbei üppige Kapitaleinkünfte haben, sich ein Mal im Jahr eine Ausschüttung gönnen, die Löhne ihrer Mitarbeiter unters Existenzminimum drücken aber nix vom Staat wollen, weil ja der prekäre Angestellte dafür vom Staat was zu wollen hat - seine Aufstockung.
Darauf basiert deren Vollblut-Geschäftsmodell?
Natürlich beklagen die Freunde der GRV deren scheibchenweise Zerstörung.
Und selbst wenn der Krempel auseinadergeflogen wäre, so what. Wirklich gefährlich wäre es nur bei einem solchen staatlich verordnetem Zwangssystem geworden. Weil das ganze dann nur auf einem Bein steht, hat's das um, ist das Heu herunten.
Ich galube kaum, dass ein Unternehmer, sofern er halbwegs vernüftig ist, unsummen auf dem Konto liegen hat. Ich für mein Teil investiere es lieber in Produktionsanlagen weniger hingegen in Finanzanlagen. Ganz einfach aus dem Grund, weil mir Finanzanlagen zu virtuell sind. Ich habe lieber was, das man anfassen kann und das produziert. Und somit Ertrag erwirtschaftet. Ich denke kaum ein Unternehmer wird sein Geld dumm auf dem Girokonto liegen lassen und darauf warten, dass es von der Inflation entwertet wird.
Besonders lustig finde ich, dass gerade diejenigen, die die staatliche Rente so vehement verteidigen, gleichzeitig diejenigen sind, die am meisten darüber schimpfen, dass die Politiker die staatliche Rente "kaputt gemacht" hätten.
Sie merken offensichtlich nicht, dass damit selbst eines der besten Argumente gegen ihre vorherigen Jubelarien liefern.
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