Nach dem Attentat von Detroit Obama und sein Krieg gegen den Terror

Nach Detroit ist Bushs "Krieg gegen den Terror" der Krieg von Barack Hussein Obama. Seine Gesten gegenüber dem Islam haben al-Qaida nicht besänftigt.

Von B. Vorsamer

Auch ein Jahr nach dem Abtritt von US-Präsident George W. Bush trägt dessen Nachfolger Barack Obama schwer an seinem Erbe. Nolens volens musste der Nobelpreisträger bereits die Kriege im Irak und Afghanistan zu den seinen machen.

US-Präsident Barack Obama muss Bushs Kriege weiter kämpfen.

(Foto: Foto: dpa/AFP)

Nun, nach dem vereitelten Attentat auf einen US-Passagierjet in Detroit, wird auch Bushs "Krieg gegen den Terror" zu Obamas Krieg. Und der Präsident kommt noch glimpflich davon, weil der 23-jährige Umar Farouk Abdulmutallab im Gegensatz zu den Attentätern des 11. September 2001 nicht erfolgreich war.

Vor acht Jahren hatten Terroristen Passagierjets in das World Trade Center in New York gesteuert und so fast 3000 Menschen getötet. US-Präsident Bush sagte daraufhin dem weltweiten Terrorismus den Kampf an. Einen Monat später begann der Krieg gegen Afghanistan, weil sich die Drahtzieher der Attacken, unter anderem Al-Qaida-Führer Osama bin Laden angeblich dort aufhielten. George W. Bush wurde zum Kriegspräsidenten.

In Detroit verhinderte nur ein defekter Zünder, dass der Sprengstoff, den der Attentäter am Körper trug, tatsächlich in die Luft ging. Die Explosion hätte ein Loch in die Flugzeugwand gerissen, berichten amerikanische Medien unter Berufung auf Untersuchungen der US-Behörden. Das wiederum hätte den Jet mit Sicherheit zum Abstürzen gebracht und möglicherweise Hunderten US-Bürgern das Leben gekostet.

Bei einem solchen Szenario hätte vermutlich selbst Friedenskämpfer Obama eine weitere militärische Intervention Amerikas nicht verhindern können. Die Drahtzieher des Attentates sitzen diesmal im Jemen: Dort ist der Attentäter Abdulmuttalab ausgebildet worden, dort wurde ihm von Al-Qaida-Kadern beigebracht, ein Flugzeug in die Luft zu sprengen, dort bekam der Nigerianer auch den Sprengstoff.

Drei Tage nach dem vereitelten Anschlag auf ein US-Flugzeug hat sich "Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel" als Drahtzieher bekannt. Zugleich kündigte sie weitere Angriffe auf westliche Ziele an. US-Präsident Obama schwor, die Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen.

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Soll Obama nun den Jemen angreifen? Diese Frage würde sich mit Sicherheit stellen, wäre das Sprengstoffattentat nicht vereitelt worden.

Experten warnen seit Jahren vor islamischem Terrorismus im Jemen, da das Land sehr instabil ist. Im Süden kämpfen Sozialisten um mehr Autonomie, im Norden agieren Huthi-Rebellen - dazwischen rekrutiert das islamische Terrornetzwerk. Ein amerikanischer Diplomat erklärte bereits vor einigen Wochen, wenn es tatsächlich darum ginge, ein Wiederaufleben von al-Qaida zu verhindern, müsse der Westen auch im Jemen, in Somalia und in Pakistan einmarschieren.

Der Krieg von al-Qaida ist ein Krieg gegen den Westen, gegen die USA und gegen die abendländischen Werte. Dass der US-Präsident nun nicht mehr George W. Bush heißt, ändert an der Aggressivität des Terrornetzwerks nur wenig und der versöhnliche Ton, den Obama zum Beispiel bei seiner Kairoer Rede gegenüber dem Islam angeschlagen hatte, wurde von den Terroristen nicht gehört. Auch der Präsident, dessen zweiter Vorname Hussein lautet, muss sich nun gegen den islamischen Terror beweisen.

Mit Sprengstoff an den Beinen an Bord

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