Kassieren in Köln: Die Stadt lässt Angestellte bellen, um Hunde aufzuspüren, für die das Herrchen keine Steuern bezahlt hat. Und den Hoteliers am Rhein droht eine Sondersteuer, die mancher schlicht "hirnrissig" findet.
Wenn im Flur eines Kölner Hauses ein Mensch mit ernstem Gesicht vor einer Tür steht und bellt, ist er nicht notwendigerweise verrückt geworden. Er kann auch einer der Kontrolleure des Kassen- und Steueramtes sein.
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Kampf gegen trübe Aussichten: Köln will der klammen Kulturszene mit einer Sondersteuer helfen. (© Foto: ddp)
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Sie suchen mit der Wau-Methode nach Hunden, die nicht angemeldet sind und deren Herrchen sich um die 156 Euro Hundesteuer pro Jahr drücken. Wenn der mutmaßliche Hundehalter dem Kontrolleur vorlügt, kein Tier zu besitzen - sein Hund in der Wohnung aber auf das menschliche Bellen hin quietscht, jault oder kläfft, hat der Mitarbeiter gewonnen. Das Motto: "Mann und Hund" also statt "Katz und Maus".
Kleckern statt Klotzen
Die Einnahmen aus der Hundesteuer sind zwar nur ein kleiner Beitrag zum Haushalt der Stadt - aber gerade jetzt ist jeder Euro wichtig: Köln leidet wie viele andere Kommunen unter der Wirtschaftskrise. Nachdem die Stadt erkannt hat, dass sich mit den Hunde-Kontrolleuren wenigstens ein wenig Geld verdienen lässt, hat sie 2008 die Stellen dafür auf vier verdoppelt. Jede bringt ihr, die Kosten schon abgezogen, 19.000 Euro pro Jahr. Gemessen an dem Loch von 540 Millionen Euro, das Kämmerer und Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans für dieses Jahr erwartet, sind das jedoch Peanuts.
"Die Lage ist absolut dramatisch und zugleich relativ gut", sagt Kämmerer Walter-Borjans. Soll heißen: Der Stadt brechen Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer weg, gleichzeitig bekommt sie wie alle Kommunen mehr und mehr Aufgaben vom Bund aufgedrückt. Aber Köln sei trotzdem solider aufgestellt als viele andere Städte, sagt der Kämmerer. Grund dafür sei unter anderem der Branchenmix in der Stadt, außerdem sei Köln einer der größten Standorte von Versicherungsunternehmen in Deutschland - die bringen Gewerbesteuern.
Dazu kommen die "hoch rentablen" Stadtwerke, zu denen etwa die Rhein Energie gehört. Mit ihnen verdiene die Stadt jährlich mehr, als sie an Zinsen zahlen müsse. Derzeit hat die Stadt etwa 2,6 Milliarden Euro Schulden, bei einem Jahreshaushalt von 3,1 Milliarden. Allerdings hat die Stadt dem Kämmerer nach auch noch Vermögen, weil sie darauf verzichtet habe, Eigentum zum Schuldenabbau zu verkaufen.
"Keine Möbel, sondern Menschen"
Trotzdem: Köln muss sparen. Bei den Pflichtausgaben sollen es in diesem Jahr 7,5 Prozent weniger sein. Das könnte zum Beispiel heißen, dass die Stadt nicht mehr aus Kulanz Hartz-IV-Empfänger in Wohnungen leben lässt, die größer sind als der Gesetzgeber es für nötig befindet. Köln habe einige in solchen Wohnungen bleiben lassen, um sie nicht aus ihrem sozialen Umfeld zu reißen, weg von dem Ort, wo Freunde und Angehörige wohnen, sagt Walter-Borjans. "Wir reden schließlich nicht von Möbeln, sondern von Menschen."
Außerdem könne es sein, dass Gebühren erhöht werden, die nicht kostendeckend sind. Das könnte zum Beispiel die Eintrittspreise fürs Theater betreffen. Auch wenn der Kämmerer das am liebsten vermeiden möchte. Geplant sei auch ein besseres Kulturmarketing. Das koste zwar zunächst Geld, aber die Stadt hofft so auf mehr zahlende Gäste.
Einen anderen Kick soll die klamme Kölner Kulturlandschaft durch Einnahmen aus einer Sondersteuer für Übernachtungen bekommen. Zumindest, wenn es nach SPD-Stadtrat Martin Börschel geht. Die Idee: Wenn die Hoteliers dank Wachstumsbeschleunigungsgesetz nur sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen, könnten sie der Stadt doch fünf Prozent vom Übernachtungspreis abgeben. Die Stadt erhofft sich so etwa 18 Millionen Euro pro Jahr.
"Hirnrissige" Idee
Erich Koch vom Hotel Christina hält die Idee dagegen für "hirnrissig". Die Senkung der Mehrwertsteuer gebe den Hoteliers endlich die Möglichkeit, wichtige Investitionen zu tätigen. Deswegen gebe man bei ihm im Hotel die Vergünstigung auch nicht direkt an die Gäste weiter, sondern in Form von Renovierungen und besserem Service.
Koch glaubt übrigens nicht, dass Köln, abgesehen vom Dom, kulturell viel zu bieten hat. Wenn mehr Menschen so denken, könnte Walter-Borjans' Kulturmarketing also sinnvoll sein.
Vielleicht würde es sich für die Stadt auch lohnen, zahlende Gäste bei den Hunde-Suchern mitlaufen zu lassen. Schließlich haben deren Methoden bestimmt hohen Unterhaltungswert.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/gba)
Stockender Kita-Ausbau
kann es sich eigentlich nur um einen Exil-Düsseldorfer handeln. Wenn dieser Mann noch nicht mitbekommen hat was Köln an Kultur zu bieten hat kann er einem wirklich leid tun. Wissen sie was Herr Koch, am besten sie machen ein Hotel in Düsseldorf auf, da können Sie dann sehen, wieviel Kultur dort so ist (tendiert gegen 0, und nen Dom gibts auch nicht).
Neben dem Dom steht das römisch-germanische Museum. Kaum eine Stadt in Deutschland hat so viele freie Theater etc. etc.
Ich sage das als Nicht-Kölner...eigentlich bin ich nicht einmal Rheinländer sondern Westfale.
Also wer in Köln lebt und nicht mitbekommt wieviel dort los ist, der geht mit verbundenen augen und verstopften ohren durch die Welt.
Wer materialistisch denkt, kommt in diesem Beruf besser, vielleicht sogar sehr gut zurecht.
Das Geld, das liebe Geld. Natürlich denkt ein junger, verbeamteter Mensch schon mit 30 Jahren an seine Pension und plant die Urlaubsreisen in dieser Zeit, wenn noch nicht einmal sicher ist, dass er die nächsten Jahre überlebt... Absolut lächerlich, das Ganze, absolut lächerlich!
Er hätte doch die Möglichkeit gehabt etwas anderes zu machen mag man entgegnen. Das klingt so einfach, tatsächlich jedoch verläuft das Leben nicht immer in geraden Bahnen, gerade seines nicht.
Aber auf ihn trifft keines der Beamtenklischees zu, er ist eine Seele von einem Menschen.
Er nimmt sich die Dinge zu Herzen, ebenso wie ich, er nimmt die Menschen ernst und hört ihnen zu. Er ist eigentlich eher ein Geschichtenzuhörer als ein Beamter.
Wenn ich manche Kommentare lese packt mich die Wut über die neunmalklugen, besserwisserischen oder selbstgerechten Nasen.
Aus den Erzählungen meines Freundes weiß ich, dass es in einer Behörde freilich jene furchtbaren Oasen gibt, von denen immer wieder gerne gesprochen wird: Kaffeerunden. Da treiben sich wirklich teilweise faule und redselige Gestalten herum, für die man sich nicht erwärmen kann (es sei denn, man ist einer von ihnen). Jener Freund von mir hat eine andere Arbeitsauffassung und geht in die Arbeit um zu arbeiten. Er hasst Kaffee und Kaffeerunden.
In dem Bereich, in dem er arbeitet hat er auch wirklich ausnahmslos viel zu tun. Da sein Arbeitgeber nun einmal der Staat ist, bezahlt er ihn, und da der Staat Geld aus Steuermitteln einnimmt handelt es So einfach ist das. Eine Berufsgruppe über einen Kamm zu scheren ist eine infame Idee.
Es werden ja unentwegt die Vorteile des Beamtenberufs angeführt: Finanzielle Sicherheit mit Jobgarantie! Ich halte das in manchen Bereichen wie Polizei und Schule eigentlich schon für sinnvoll. Meines Wissens sind das aber so ziemlich die einzigen Vorteile, wenn man nicht gerade jemand ist der gerne Beamter (hier meine ich= Mensch, der in der Behörde arbeitet) geworden ist.
Solche Leute soll es auch geben. Mein Freund jedenfalls beklagt sich häufig über Abhängigkeiten, bürokratische Arbeitsweisen, die vorgegeben sind, und über fehlende Wertschätzung. Es ist ein unattraktiver und grauer Beruf.
Für einen intellektuellen Menschen, der geistige Anregungen und Herausforderungen sucht, ist es des Öfteren ernüchternd: Es ist ein Kampf gegen die Windmühlen, die Arbeit, die man macht, stellt einen nie zufrieden, denn man ist Teil eines Getriebes, dessen einzige Aufgabe es ist zu funktionieren. Man ist ein Getriebener und ein ständig in eigenen Widersprüchen Gefangener.
Wer materialistisch denkt, kommt in diesem Beruf besser, vielleicht sogar sehr gut zurecht.
Das Geld, das liebe Geld. Natürlich denkt ein junger, verbeamteter Mensch schon mit 30 Jahren an seine
Mag sein, dass der Kommentar hier nicht ganz passt, aber es liegt mir einfach auf der Seele:
Der einzige Prügelknabe auf den man politisch korrekt eindreschen darf ist der Beamte.
So fällt es leicht, den Beamten für alles verantwortlich zu machen: Für die Finanzkrise (es gibt zu viele, wenn man das Beamtentum abschaffen und Polizeidienst, Verwaltung von Hartz IV, Schulische Erziehung den Menschen selbst überließe gäbe es keine Finanzkrise mehr!), für die Unzufriedenheit in der Bevölkerung, für die Niederlage seines Fußballvereins (Schiri und Linienrichter waren Beamte!) und so weiter. Außerdem sind sie natürlich verantwortlich für jede Menge Verbrechen an der Menschlichkeit, angefangen von der frühen Menschheitsgeschichte bis in unsere heutige Zeit.
Und dann werden sie auch noch von unseren Steuergeldern bezahlt! Sie werden praktisch von uns ausgehalten, alimentiert! Gut, die Hartz-IV-Bezieher werden auch alimentiert, aber die bekommen wenigstens nur einen Hungerlohn, wie es sich gerhört! (Kochsche Denkweise). Da haben sie doch mucksmäuschenstill zu sein, die Beamten, und sich gefälligst ein Leben lang zu ducken und sich aus dem öffentlichen Leben aus dem Berufsleben bekommt man sich ja nicht weg zurück zu ziehen, wenn sie schon so üppig ausgestattet werden und nicht nur einen Hungerlohn erhalten, wie es ihnen eigentlich zustehen würde. Das ist ja schließlich das Mindeste was man erwarten kann. Oder nicht?
Ich finde es immer bereichernd, ja nahezu berauschend, wenn sich kollektive Wut über eine Gruppe von ganz vielen Leuten ergießt! Es bestärkt denjenigen, welcher sich empört, in seinem Selbstwertgefühl.
Und sind nicht die Foren und Kommentarwelten inzwischen nichts anderes als Empörungs- und Erregungszentren? Das Internet ist ein hässlicher Ort geworden, vielleicht war er es aber schon immer und ich habe es nicht bemerkt.
Ich möchte eine Geschichte erzählen: Ein sehr guter Freund von mir ist Beamter. Nach dem Abitur hat er sich für diesen Weg entschieden, und er ist darüber die meiste Zeit sehr unglücklich. Die Schulzeit bestand für ihn aus einer schweren Depression, aus daraus entstandenen Schulwechseln, aus Schuldgefühlen, Überbehütung, dem Verlust von Kontrolle über sein Leben und einer massiven Unselbständigkeit. Folgerichtig riet man ihm einen sicheren Job zu wählen, alles andere würde im Fiasko enden. So rutschte er in den Beruf hinein, es ergab sich (bislang) nie eine Möglichkeit einer Alternative. Er hätte doch die Mögli
soll es dabei einigen Kontrolleuren sogar gelungen sein, die Hundesprache bruchstückweise zu erlernen. Diese Fähigkeit erhöht den Wirkungsgrad noch weiter. So können nun endlich auch detaillierte Chappi-Kundenbefragungen durchgeführt werden. Ebenso können nun auch die Zeugenaussagen mehrerer Rechto- Schäferhunde die bei diversen Razzien beschlagnahmt wurden gerichtlich verwendet werden.
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