Der Koalition fehlt der innere Zusammenhalt. Doch das ist nicht alles, was der Streit um die Steuerpolitik offenbart: Auch die Macht- und Mutlosigkeit der Kanzlerin wird jetzt sichtbar.
Als die CDU noch im Wahlkampf stand, nutzte sie gern und häufig die Vokabel vom Wunschpartner, wenn sie ihr angestrebtes Bündnis mit der FDP beschreiben wollte. Inzwischen regieren Union und FDP seit fünf Wochen gemeinsam, und von geglückter Partnerwahl redet bei den Christdemokraten keiner mehr.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel: Den Streit zwischen den Koalitionpartner konnte sie bislang nicht beilegen. (© Foto: ddp)
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Die CDU muss erleben, was sie nicht für möglich gehalten hat: dass ihre ehemaligen Partner, die Sozialdemokraten, etwas verinnerlicht hatten, was sie bei den Liberalen und bei Teilen der Seehofer-CSU derzeit dramatisch vermisst: das Gefühl, Verantwortung für die ganze Gesellschaft und das gesamte Land (nicht nur für Bayern) zu tragen.
Das wichtigste Vorhaben der Koalition, die Steuersenkungen, provoziert einen Zielkonflikt, der nicht größer sein könnte. Hier die FDP und die wohlhabenden Bayern, die auf einen großen Wachstumsimpuls durch Steuersenkungen hoffen - und die Einnahmeausfälle ignorieren. Dort die CDU, die wegen der desolaten Finanzlage in vielen Ländern aufpassen muss, dass die Haushalte nicht überfordert werden.
Diesen Konflikt hat die Koalition nicht gelöst, und deshalb hat sie auch keinen inneren Zusammenhalt gefunden. Schuld sind indes nicht nur die Kleinen. Sie legen nur offen, dass die Kanzlerin bislang nicht den Mut oder die Macht hat, daran etwas zu ändern.
Sicher, die Schwarzen und die Roten hatten in vier Jahren auch viele Schwierigkeiten miteinander. Aber es ist ihnen lange gelungen, Einzelinteressen zugunsten der Interessen aller zurückzudrängen. Das hat Union und SPD zwar nicht geholfen, bei der je eigenen Klientel zu punkten; aber es diente dem Ganzen. Das kann man vom Tun der FDP und der CSU derzeit nicht behaupten.
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(SZ vom 02.12.2009/bica)
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Vielleicht erklärt sich ja so ihre Vorliebe für junge und unerfahrene Minister. Die sind froh, in jungen Jahren ein Amt zu bekommen, sonnen sich in ihrer Medienpopularität und kommen nicht so schnell auf die Idee, an ihrer Grundlagen-"Kompetenz" zu rütteln.
Mit Hilfe einer BILDungszeitung werden die jungen Minister populär gemacht beim einfachen Volk.
Siehe unseren Adoptierten und das Hessen-Mädel.
Das interessiert das Volk aber herzlich wenig im Moment , wo doch fast jeder Existenzsorgen hat.
Die nächste "friedliche Revolution" wird weniger friedlich in Deutschland. Da gehts nicht um Reisefreiheit und Bananen.
"Stimmt, die tut doch garnichts... ;-)"
... die will nur spielen.
würden Sie mir auch beipflichten zu der Feststellung , dass ...
... in allen bisherigen Wahlkämpfen mit Beschönigungen , Auslassungen , Insinuierungen , Halbwahrheiten und auch ganzen Lügen "gearbeitet" wurde ? So rein als Faktum , ohne Wertung ?
Darauf erhalten Sie von mir ein klares Nein. Jedoch nicht, weil ich Ihre Aussage grundlegend in Abrede stelle. Ich weiß es in dieser Pauschalität nur einfach nicht, weil ich das Geschehen bei "allen Wahlkämpfen" nicht verfolgt habe. Soooo alt bin ich nun auch wieder nicht. Diverse Einzelfälle habe ich allerdings noch gut vor Augen und Ohren. In mir klingt übrigens auch noch besonders deutlich Müntes rotzfreche Verbalinjurie nach, wonach es ungerecht sei, Politiker nach der Wahl an dem zu messen, was sie vor der Wahl versprochen haben.
... in allen bisherigen Wahlkämpfen mit Beschönigungen , Auslassungen , Insinuierungen , Halbwahrheiten und auch ganzen Lügen "gearbeitet" wurde ? So rein als Faktum , ohne Wertung ? Spätestens im Alter von ca 25 Jahren kann das jeder/jede mitbekommen haben , ... falls genügend Grips , Interesse und Informiertheit gegeben . Man wählt dann trotzdem eine bestimmte Partei , oder läßt das Wählen ganz sein .
Dass ich das Lügen gut fände , können Sie meinem Text nicht entnehmen . Und dass man den Lügenbolden ihre Lügen hinreiben muß bezweifle ich auch nicht ...
Ihre Aussage: "Aber : man muß/solte klar erkannte Fakten anerkennen , um falsche Schlüsse zu vermeiden ."
Da bin ich ganz bei Ihnen. Und deshalb bleibt eine Aussage ohne Wahrheitsgehalt auch eine Lüge und wird nicht, nur weil wir uns im Wahlkampf befinden, zu einer akzeptablen Propagandamaßnahme.
Paging