Rechtsprechung kann simpel und wirkungsvoll zugleich sein: Ein Bundesrichter kippt das Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien und schreibt damit Rechtsgeschichte.
Gleichgeschlechtliche Ehen sind rechtens, selbst wenn die Mehrheit der Wähler damit ein Problem hat. Denn wer Schwulen oder Lesben die Ehe verweigert, der verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung. Ehepartner müssen gleich behandelt werden, ungeachtet jeder moralischen Wertung. So simpel kann Rechtsprechung sein - und so wirkungsvoll.
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Bundesrichter Vaughn Walker hat das Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien gekippt. (© dpa)
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Bundesrichter Vaughn Walker hat Rechtsgeschichte geschrieben, als er sein sorgfältig formuliertes Urteil zur Rechtmäßigkeit der Homo-Ehe abgab. Seine Begründung wird noch viele Bundesgerichte, Appellations-Höfe und am Ende wohl auch das Verfassungsgericht in Washington beschäftigen.
Kalifornien hat eine lange Erfahrung im Streit über die Rechte Homosexueller. Das per Volksentscheid ausgesprochene Verbot der Homosexuellen-Ehe war da nur der letzte Akt in einer Reihe moralgeladener Salven, die Gegner und Befürworter der Homo-Ehe aufeinander feuerten. Nun ist die Schlacht voll entbrannt, denn das kalifornische Urteil wird eine Strahlkraft weit über den Bundesstaat hinaus entwickeln.
Der juristische Streit um die Rechtmäßigkeit gleichgeschlechtlicher Ehen hat das Potenzial, wie einst die Rassen-Fragen und später das Thema Abtreibung oder die Medizin-Ethik zum beherrschenden Gesellschaftskonflikt in den USA zu werden.
Amerika trägt die großen moralischen und gesellschaftspolitischen Fragen gerne in voller Wucht aus - in Wahlkämpfen, in Gerichtsverfahren, per Volksentscheid. Ein Konsens in diesem zerissenen Land wird sich da nicht herstellen lassen. Umso wichtiger, dass Richter Walker klipp und klar sagt: Grundrechte lassen sich von einem moralischen Unbehagen nicht kippen.
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(SZ vom 06.08.2010/dmo)
Zitat: "Arterhaltung und Bevölkerungspolitik stehen jedenfalls unglaublich weit in der Rangskala der Werte unterhalb der Liebe" (ZItatende) .
Da haben Sie noch kein Ehepaar kennengelernt, die sich viel Mühe, Zeit und Geld kosten läßt, um nach vielen hundert Fehlversuchen endlich doch noch zu einem Kind zu kommen. Dramen sind bei einer solchen Konstellation, wenn es einfach nicht klappen will - die Regel.
Im Übrigen bedarf es keiner - wie auch immer zustandegekommenen - Rangordnung der Werte. Die Fortpflanzung ist selten das Ergebnis eines gezielt stattfindenden Aktes, sondern - wenn durch Prophylaxe nicht verhindert - eine billigend in Kauf genommene Folge eines an sich als schön empfundenenen Tuns: wenn es passiert, dann passiert es eben. Oder auch die List der Natur: man tut (a) und es passiert ungewollt (b), und bekanntlich soll da öfters der Verstand temporär abwesend sein.
Insofern ist der Mensch auch nichts anderes wie jedes Säugetier, das sich aufgrund seiner hormonellen Steuerung einfach mal so - paart. Liebe ist nicht erforderlich.
Die ach so gefeierte bürgerliche Ehe ist doch schon längst ein Auslaufmodell. Wie viele Ehen werden geschieden? Wie viele Ehepaare bleiben zwar zusammen, ohne aber wirklich miteinander liebevoll zu leben?
Letztlich ist die Ehe ein Vertrag, und es gibt wohl keine andere Art von Verträgen, von denen mehr als die Hälfte vor Gericht landet. 2008 wurden in Deutschland 191.948 Ehen geschieden und 377.055 Ehen geschlossen.
Die Ehe ist weder Voraussetzung für Kinder noch ein Garant für Treue. Ganz und garnicht.
Liebe ist das Wertvollste, was es auf der Welt gibt. Aber sie hält sich nicht an Paragraphen. Sie ist etwas Lebendiges, oder sie ist nicht. Man kann sie nicht aufschreiben, allenfalls in Liebesgedichten und guten Romanen.
Und Liebe gibt es in allen Formen, und deshalb auch zwischen allen Mischungen von Paaren. Sie ist immer gleich viel wert, denn sie ist der Wert an sich.
Arterhaltung und Bevölkerungspolitik stehen jedenfalls unglaublich weit in der Rangskala der Werte unterhalb der Liebe.
Das spürt jeder fühlende Mensch, und das ist der Inbegriff der meisten Religionen und Ethiken.
Ist ja wirklich witzig, daß das Titelwort "Ho.mo-Ehe" auf dem Index steht. Die finden Sie also wie ich anrüchig, weiter so!
Wollte unten eigentlich schreiben, daß der aufgezeigte Grundsatz vom Sinn der Ehe gilt; unabhängig von folgenden Krokodilstränen, hinkenden Vergleichen oder Natsiekeulen. Das geht also durch, fein.
Ja, Verzeihung, hier ging es um die amerikanische Verfassung, nicht um unser Grundgesetz. Dürfte sich aber nicht viel nehmen; es steht überall drin, daß "alle gleich" sind. Wer es dann in der Praxis wirklich ist, fällt unter die "Richtlinienkompetenz" der Mächtigen und ihrer Schreiberlinge.
Was für eine Begründung: "..verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz der Verfassung." Im Wunschzettel Verfassung findet jedes Baby, was es gern hätte.
Die Verfassung wird alle naslang gebrochen bzw. sie ist ja seit Lissabon eh praktisch abgeschafft. Was nun wirklich ein Verfassungsbruch ist oder nicht, wird politisch entschieden und über die "Vierte Gewalt" verbreitet.
Die Ho.mo-Ehe (ach das war der unzulässige Inhalt! Quod licet Iovi...) ist ein Luxus der "spätrömischen" Gesellschaft, den wir uns nicht leisten können. Beides wird verschwinden, wenn wir verdrängt werden von stärkeren Kulturen, die zwar vielleicht noch im "Mittelalter" leben, aber gerade darum das Wesentliche noch nicht verlernt haben.
Ungeachtet eventuellen höheren Sinns und Mächten: Alles Leben hat innerhalb seines irdischen Daseins letztlich nur ein Ziel: Das Leben weiterzugeben. Mancher Käfer lebt sieben Jahre als Larve, schlüpft, paart sich und stirbt. Sein Leben hat sich erfüllt.
Die Verbindung zwischen Mann und Frau, die Ehe, ist dazu da, unsere Art zu erhalten. Damit und nur zu diesem Zweck steht sie unter dem Schutz unserer und jeder brauchbaren Verfassung, wie deren Väter sicher noch wußten. Wer diesen Zweck nicht erfüllen kann, braucht diesen speziellen Schutz nicht.
Doch, so einfach ist es! Das Leben ist kein Wunschkonzert. Ja, natürlich diskriminiere ich, Zeit wirds! Ein Einbeiniger kann sich auch keinen Platz im 100-m-Finale erklagen!
um der Welt zu zeigen, dass es möglich ist, dass alle, wirklich alle, vor dem Gesetz gleich sind, und jeder so leben kann wie er oder sie möchte. Auch wenn es in der jüngsten Vergangenheit schwer fiel, das zu glauben.
Schön zu sehen, dass der Traum noch nicht aus ist..
Paging