Die Nato muss in Afghanistan bleiben - aber mit einer Strategie aufhören, die die gegnerischen Taliban jeden Tag nur stärker macht.
Es sieht nicht gut aus in Afghanistan. Die Taliban werden militärisch und politisch immer stärker, Präsident Karsai verliert wegen der grassierenden Korruption unter seiner Regierung und des offensichtlichen Wahlbetrugs weiter an Unterstützung in Bevölkerung und internationaler Öffentlichkeit. In den USA macht sich der Überdruss an dem Krieg in Afghanistan breit, und die europäischen Nato-Mitglieder würden ihre Soldaten lieber heute als morgen abziehen.
Nato-Soldaten in Afghanistan (© Foto: dpa)
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Der Westen scheint in dem Land am Hindukusch die Orientierung verloren zu haben - jenem "Friedhof der Imperien", wie es nach dem britischen Desaster im Januar 1842 genannt wurde, bei dem von 16.000 Mann nur ein Einziger überlebt hatte. Wofür kämpft die Nato eigentlich am Hindukusch?
Europa schweigt zu dieser Frage und möchte nur noch eines, nämlich raus. In den USA findet diese Debatte immerhin noch statt. Folgt man ihr, so muss man zu der Auffassung gelangen, dass es letztlich um einen militärischen Sieg der Supermacht über die Taliban geht, damit Amerika dann endlich abziehen kann.
Bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, worum es in Afghanistan tatsächlich geht, wird man die Antwort nicht allein oder vor allem in dem Land selbst finden. Afghanistan ist das Schlachtfeld, aber die Ursachen für die Kriege und Bürgerkriege, die seit Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts dieses Land verheeren, lagen und liegen jenseits seiner Grenzen. Es wird also keine alleinige "afghanische Lösung" geben können.
Drei Daten sind für das Verständnis des aktuellen afghanischen Knotens von zentraler Bedeutung: 1989, 2001 und 2003. Im Jahr 1989, als der Kalte Krieg zu Ende ging, verließ die Rote Armee das Land und gestand damit ihre Niederlage ein.
Nach der Sowjetunion zogen sich auch die USA aus diesem Konflikt zurück - sie gaben die Unterstützung der Mudschaheddin auf. In diesem Augenblick begann der zweite afghanische Krieg, getarnt als Bürgerkrieg, aber in Wirklichkeit war es ein Stellvertreterkrieg der Nachbarn um die Macht am Hindukusch.
Pakistan, unterstützt von Saudi-Arabien, suchte mittels der von seinem Geheimdienst ISI geschaffenen und ausgerüsteten militanten Koranschüler aus den afghanischen Flüchtlingslagern (den Taliban) strategische Tiefe gegenüber seinem Erzfeind Indien.
Im Westen des Landes wiederum verteidigte das Nachbarland Iran seine Interessen sowie die der schiitischen Minderheit. Und im Norden wurde die tadschikische Nordallianz wie auch die Usbekenmiliz durch die nördlichen Nachbarn (und dahinter durch Russland) unterstützt und ausgerüstet.
Im Schatten dieses zweiten, im Westen fast vergessenen afghanischen Krieges etablierte sich im Afghanistan der Taliban die Terrororganisation al-Qaida des Osama bin Laden, die am 11. September 2001 die USA angreifen sollte. An jenem Tag begann der dritte Krieg in Afghanistan, der bis heute anhält.
Das afghanische Rätsel
Und im März 2003 begann dann George W. Bush seine Invasion des Iraks, die nicht nur Amerikas militärische Kraft völlig unnötig vergeuden sollte, sondern darüber hinaus eine Verknüpfung all der zahlreichen einzelnen Krisen zwischen der Ostküste des Mittelmeers und dem Tal des Indus nach sich zog. Denn Iran wurde durch diese Torheit der USA in die zentrale Rolle in der gesamten Region befördert - und durch Iran der westliche und der östliche Teil jenes weiten Krisengürtels miteinander verbunden.
Wer daher heute eine Antwort auf das afghanische Rätsel sucht, wird zuerst und vor allem von der Region her denken müssen: Kann sich der Westen einen Rückzug aus dieser Region erlauben? Wenn ja, dann sollte man aus Afghanistan sofort abziehen. Wenn nein, dann sollte man über einen Abzug und die Strategie dazu nicht mehr diskutieren.
Der Preis eines Rückzugs des Westens aus dieser Krisenregion ist absehbar, denn man hat es dort mit kumulierten Bedrohungen zu tun, welche die westliche Sicherheit gefährden und die mit einem Abzug aus dem Irak und Afghanistan nicht verschwinden werden: Terrorismus, islamistischer Radikalismus, nukleare Bedrohung (Pakistan, Iran), Stellvertreterkriege und regionale Konflikte (Nahost, Irak, Afghanistan, Kaschmir), drohender Zerfall von Staaten (Irak, Afghanistan, Pakistan, langfristiger am Persischen Golf und auf der arabischen Halbinsel). Mit anderen Worten: Ein Abzug würde nur bedeuten, die Konfrontationslinie zu verschieben, von Afghanistan näher an Europa.
Die politische und terroristische Bedrohung nähme wieder zu. Ob ein solcher Schritt mehr Sicherheit bringen wird, muss deshalb nachdrücklich bezweifelt werden. Andererseits erweist sich die bisherige Strategie des Westens in Afghanistan ebenfalls als wenig erfolgreich. Sie macht die Taliban mit jedem Tag nur stärker. Was also tun?
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Und entsprechend fällt auch seine "Aussenansicht" aus!
Dass er damit wirklich "gutes Geld" verdient, ja es zum Berater Erz-kapitalistischer Unternehmen sowie sogar zum Sonder-Schreiberling der grössten deutschen Tageszeitung gebracht hat, beweist weitaus eindrucksvoller als eine noch so punktgenaue Kritik, dass Fischer damit "richtig liegt"!
In einem früheren posting, das allerdings gelöscht wurde, habe ich seine "Aussenansichten" detailliert kritisiert und sie mit seinem US-Arbeitgeber begründet.
Statt damit eine erneute Löschung zu riskieren, vergleiche ich seine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit mit der seines Nach-Nachfolgers Westerwelle, der diese, annscheinend vererbliche besondere Fähigkeit erst gestern bewies, als er die israelische Kritik an einer von Schweden vorgeschlagenen EU-Resolution zum Status Jerusalems wortwörtlich nachplapperte - und die längst überfällige EU-Resolution damit aushebelte!
DAS hat auch Fischer mehrmals getan, als andere EU-Mitglieder Import-Zölle auf Artikel forderten, die in von Isrel illegal besetzten Gebieten hergestellt oder erzeugt wurden! Bis heute fehlt es daran und wurde so zum "ewigen Verdienst" Fischers!
Übrigens, dass Herr Fischer die Realität gerne ignoriert, wenn sie nicht in seinen Kram passt, ergibt sich bereits aus der Überschrift seiner "Aussenansicht", DENN
die Taliban müssen nicht mehr heran "geholt werden", sie sind längst dort!
Aber seis drum; Zeilenhonorar gibts schliesslich trotzdem!
Hahaha, Millionen Deutsche sind damal auf Fischer hereingefallen, nunja die Medien feierten ihn ja als Friedenshelden, weil man gerne auch einen Darling in der politischen Führung haben möchte. Traditionell erhält der Füllkörper des Aussenministeramts hier die Vorschußlorbeeren.
Dabei gelang es Fischer recht gut was er schon immer konnte und was ihm auch die politische Karriere eintrug: Mit angelernten Phrasen zeitgeistliche Sinnkonstrukte zu simulieren, so daß die Zuhörer den Anschein einer professionellen Sachkenntnis erhielten.
Doch real ist Fischer wie man auch in diesem von Realitätsferne gezeichneten Weltsicht immer noch das was er immer war:
EIN UNIVERSALDILETTANT.
linke Illusionisten?
Es gab und gibt keinen Grund für Deutschland nach Afghanistan zu gehen.
Lesen sie mal über die Geschichte dieses Landes und seine geopolitische Bedeutung (Russland - Persien - Pakistan, vormals britisches Indien) nach bevor Sie hier mit Bush-Blair-Fischer Märchen hausieren gehen.
In der Wirtschaft gibt es die Weisheit "kein gutes Geld schlechtem hinterherwerfen", das lernt zumindest jeder Michel mit 10 Jahren, aber wir sollen ein Desaster weiterpflegen, weil die Protagonisten von Anfang an keinen Plan hatten und immer noch keinen Plan haben. Auf dem Rücken unserer Soldaten und der afghanischen Bevölkerung.
Die einzigen Illusionisten in diesem Diskurs sind die Kriegsbefürworter.
... die Möglichkeit ist !
Ich fürchte auch , dass der "christlichabendländische" Bosbach genau das meint , aber den Teufel tun wird , es so offen zu sagen wie Sie !
Jaja , da kommt wahrlich etwas auf uns zu - mit der "Produktion der kleinen Kopftuchmädchen" ! Deutsche aufgepasst ! Die Türken ante portas !
(Hinweis für die's brauchen : Achtung , linker Sarkasmus !)
Realpolitik kann und darf man nicht nur linken Illusioninsten (den Totengräbern des christlichen/demokratischen Abendlandes) überlassen, wenn man nicht später im absoluten Chaos erwachen will!
Ich sage damit nicht, daß man auf ewig in Afghanistan bleiben soll/kann/muß. Ich wende mich nur entschieden gegen die Forderungen aus dem linken Spektrum nach einem sofortigen bedingunslosen/überstürzten Abzug von dort.
Paging