Ein grauenhafter Morgen: Als die Israelis die Schiffe der Gaza-Flotte stürmen, ist der Schriftsteller Henning Mankell mittendrin im Chaos. Nun spricht er Klartext.
Die Aufmerksamkeit, die Henning Mankell in der Berliner Volksbühne auf sich zieht, bekommen die nie, von denen er jetzt redet. Reporter, Fernsehteams und Verlagsmenschen sind an diesem Nachmittag nicht ins Theater gekommen, um einem Palästinenser zuzuhören, sondern einem Schweden, der einige Zeit pro Jahr in Mosambik lebt, viele Millionen mit Krimis verdient und sich den Luxus leistet, ein linker Moralist zu sein.
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"Wir wurden gekidnappt": Der schwedische Krimiautor Henning Mankell bei seinem Auftritt in Berlin. (© ap)
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Von Mankell will man jetzt wissen, was sich im Morgengrauen am Montag vor der Küste des Gazastreifens zugetragen hat. Mankell war auf einem der Boote, die von der israelischen Marine gestoppt wurden. Und weil an diesem Nachmittag kein Palästinenser vor den Mikrofonen sitzt, spricht Mankell mit einem Furor über den grauenhaften Morgen im Mittelmeer und die Arroganz israelischer Soldaten, als sei er Pressesprecher der 1,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen.
Allerdings redet er nicht von ihnen, sondern von sich. Mankell bezichtigt die israelische Marine der "Seeräuberei" und der "Piraterie", die Soldaten hätten auf schlafende Menschen geschossen. Er fragt, was denn nächstes Jahr passieren werde, "wenn wir zu Hunderten wiederkommen werden. Wird Israel dann die Atombombe auf uns abwerfen?"
Mankell selbst hat den Angriff der israelischen Marine unverletzt überstanden, die Soldaten hätten ihm aber Kreditkarte und Kamera gestohlen. Auch die Socken. Den Rückflug habe er barfuß angetreten.
Zu Israels Behauptungen, die Solidaritätsschiffer hätten Waffen an Bord transportiert, sagt Mankell, auf seinem Boot seien keine gewesen. Das einzige scharfe Gerät habe er bei sich gehabt - einen Nassrasierer. Dieser sei von den Soldaten beschlagnahmt worden.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 04.06.2010/pfau)
Müll an der Isar
Neun Menschen wurden von israelischen Eliteeinheiten getötet. Es gab keine eigenen Opfer. Ist das Selbstverteidigung? Auch die Propaganda, die die dubiose „Achse des Guten“ betreibt, kann an diesen Fakten nichts ändern. Von dort bezieht Passagier seine Informationen. Der Text ist nicht von den GRÜNEN, sondern wurde von Jerzey Montag, isrealfreundlicher MdB initiiert. Der vollständige Text enthält auch einige Aussagen, die vernünftig sind, etwa die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung. Solange es eine solche Untersuchung nicht gibt, empfinde ich die einseitigen Bezichtigungen gegen die Opfer als inhuman und voreingenommen.
Dazu eine bemerkenswerte Stellungnahme der Grünen: "Auch wir waren entsetzt über die Toten auf der „Marmara“ und kritisieren das Vorgehen des israelischen Militärs. Es hat einen hohen Blutzoll gekostet und Israel international ins Unrecht gesetzt. Vor einer abschließenden Bewertung sind jedoch eine Reihe offener Fragen zu klären. Umstritten ist, ob die Militäraktion als Teil eines anhaltenden bewaffneten Konfliktes zwischen Israel und der Hamas zu werten ist, der es grundsätzlich erlaubt, zivile Blockadebrecher auch in internationalen Gewässer zu stoppen, zu durchsuchen, und Fracht zu beschlagnahmen, oder ob sie einen Bruch des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen darstellt. Umstritten ist auch, ob der Einsatz von Schusswaffen durch die israelischen Soldaten als „Selbstverteidigung“ bezeichnet werden kann. Die Bewertung hängt davon ab, was sich tatsächlich an Bord abgespielt hat und wie glaubwürdig die Parteien zur weiteren Aufklärung beitragen. Umstritten ist ferner, ob die Gaza-Flottille nichts als eine humanitäre Hilfsaktion war oder ob ein Teil der Aktivisten es auf eine Zuspitzung anlegte, bei der Hamas so oder so als Gewinner dastehen würde. Solange der Vorfall nicht durch eine wirklich unabhängige Untersuchungskommission aufgearbeitet wurde, lehnen wir jede Vorverurteilung oder einseitige Festlegung in diesen Fragen ab."
Tja, wieder einmal trennte sich die journalistische Spreu vom Weizen. Und die SZ glänzte wahrlich nicht als güldener Weizen ...
Sie rechtfertigen die Tötungen damit, dass Ihnen das Leben israelischer Soldaten wertvoller erscheint? Sie rechtfertigen diese Ansicht, indem Sie ein Zerrbild von türkischen und arabischen Menschen zeichnen? Sie beschreiben Menschen in einer Weise, dass man nur deren Tod wünschen kann?
Solche Ansichten haben zwar das Niveau der israelischen Politik noch nicht ganz erreicht, aber sie stehen doch dem nahe, was man in der Knesset beonachten kann. Die Mehrheit des Parlaments schreit eine palästinensische Feminsitin nieder, beschimpft sie als Terroristin und Verräterin und eine Nastassia Regev wird handgreflich:
http://www.youtube.com/watch?v=E9VD1FgLimg
Sind das die Politiker, die mit deutschen Kanzlerin an einem Tisch sitzen sollen? Ich meine: Nein.
Habe es gerade gesehen, allerdings hat es bei mir den gewünschten Effekt (Sympathie für Israel zu erzeugen) nicht gehabt.Mit staatlicher Hilfe hergestellt? Wahrscheinlich.Vor allem, wenn man Jens Berger im Spiegelfechter gelesen hat. (Ein weiterer Hinweis, dem ich einem Blogger verdanke). Sehr lehrreicher Morgen für mich.
Stimmt das?
„Man sagt, Israels Bevölkerung breitet sich in Palästina überproportional aus.“
Die Araber scheinen sich vor Schatten zu fürchten, denn Israel ist inklusive des biblischen Kernlandes Judäa und Samaria (so genanntes Westjordanland) plus Gazastreifen und Golanhöhen nur knapp so groß wie das Bundesland Brandenburg oder zwei Drittel so groß wie die Schweiz oder ein Drittel so groß wie Österreich.
Ohne die umstrittenen Gebiete ist Israel nur knapp so groß wie das Bundesland Hessen. Und vor diesem winzigen „Groß-Israel“ fürchten sich die Araber?! In Israel leben auf einem Quadratkilometer 303 Menschen, in den arabischen Nachbarländern Israels dagegen nur 18.
Wenn man jetzt an die menschenleeren Wüsten in den arabischen Ländern denkt, die zu dieser niedrigen Bevölkerungsdichte führen, darf man nicht übersehen, dass auch Israel noch zu 58 % aus Wüste besteht. Dazu kommt, dass die gesamte Fläche aller arabischen Länder 613 Mal größer ist als Israel.
Der Judenstaat hat seit 1948 drei Millionen jüdische Flüchtlinge aus über 140 Ländern aufgenommen und integriert. Dasselbe hätten die arabischen Staaten mit ihren palästinensischen Glaubensbrüdern auch tun können, denn Platz dafür hätten sie genug.
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