Israel Israel will Bahnhof in Jerusalem nach Trump benennen

Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke soll demnächst Jerusalem und Tel Aviv verbinden.

(Foto: AP)

Der US-Präsident erhält nahe der Klagemauer eine "Trump-Station". Israels Verkehrsminister begründet die Entscheidung damit, dass Trump kürzlich Jerusalem als Hauptstadt anerkannt hat.

Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump im Nahen Osten dafür gesorgt, dass sich der Konflikt um die Stadt Jerusalem erneut zugespitzt hat. Er hatte bekanntgegeben, dass die USA künftig Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen würden. Nun bekommt er dafür ein Denkmal gesetzt: Israels Verkehrsminister zufolge soll ein Bahnhof in der Nähe der Klagemauer nach Trump benannt werden.

Der Bahnhof soll an einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke liegen, die ab dem kommenden Frühjahr Israels wichtigste Städte Tel Aviv und Jerusalem verbindet. Bislang verkehrt ein Zug zwischen den beiden Städten im Zwei-Stunden-Takt, zudem liegt Jerusalems Bahnhof außerhalb der Innenstadt.

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Künftig soll die Entfernung schneller und bequemer zu bewältigen sein: Bei Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde soll die Strecke in unter einer halben Stunde zurückgelegt werden.

Für den Verkehrsminister Yisrael Katz ist die "Eisenbahnstrecke 27" - auch Plan A1 genannt - ein Prestigeprojekt. Die Kosten werden auf 2,5 Milliarden Schekel (600 Millionen Euro) geschätzt. Die Bauarbeiten dauern seit mehr als zehn Jahren. Im April 2018 soll die Strecke eingeweiht werden.

"Donald John Trump Station" nahe der Klagemauer

Wie die Haartez berichtet, hat Katz beschlossen, eine der Haltestellen nahe der Klagemauer dem US-Präsidenten zu widmen. "Die Klagemauer ist die heiligste Stätte der Juden", wird Katz von der Zeitung zitiert, "deshalb habe ich beschlossen, den Namen der Haltestelle dort dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, zu widmen".

Grund dafür sei, dass dieser die mutige und historische Entscheidung getroffen habe, Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel anzuerkennen. In der Folge dieses Ereignisses habe ein Komitee der Bahngesellschaft ihm diesen Vorschlag unterbreitet, den er angenommen habe, sagte Katz der Zeitung.

Die "Donald John Trump Station" soll demnach an der Cardo im jüdischen Viertel in Jerusalems Altstadt entstehen. Der Trump-Bahnhof wird eine von zwei Haltstellen sein, die die Schnellbahnstrecke zwischen den beiden Städten über den Flughafen Ben Gurion und die Stadt Modiin verlängern soll.

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