"Ergeben wir uns dem Islam, bis unsere Freiheit tot ist?", fragt er. "Nein!", ruft es aus dem Publikum. "Wir sind nicht Frau Merkel", sagt Wilders. Auch Deutschland, "Ihre große Nation, die größte Demokratie Europas", so schmeichelt und wirbt er, "braucht eine politische Bewegung, die die deutsche Identität verteidigt und sich der Islamisierung entgegenstellt."

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Thilo Sarrazin erwähnt er natürlich auch. Dessen umstrittenes Werk liegt stapelweise auf dem Büchertisch im Saal. Nein, sagt Wilders, er habe es nicht gelesen, aber die Debatte darum zeige, "dass Deutschland mit sich ins Reine kommt". Die Deutschen hätten das Recht, stolz auf ihre nationale Identität zu sein und "das zu bleiben, was sie sind." Und "ein Deutschland mit Moscheen und verschleierten Frauen ist nicht das Deutschland von Schiller und Goethe, von Händel und Bach", sagt er in den nun rauschenden Beifall des Publikums.

Sarrazins Buch ist das Geschenk, das René Stadtkewitz seinem Gast überreicht, nachdem der Schlussapplaus abgeflaut ist und Wilders noch ein paar Autogramme verteilt. Stadtkewitz hat noch als Berliner CDU-Abgeordneter Wilders eingeladen in die Hauptstadt. Die Christdemokraten haben ihn dafür aus ihrer Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus geworfen.

Stadtkewitz bastelt nun an einer eigenen Partei namens "Die Freiheit" und hofft darauf, damit den deutschen Ableger der Internationalen Freiheitsallianz bilden zu können - jener Internationale des Rechtspopulismus, die Wilders vorschwebt.

So haben sie den Auftritt ihres umstrittenen Stars zelebriert: Noch tags zuvor blieb der Ort, an dem Wilders in Berlin auftreten sollte, geheim. Journalisten wurde per Email ein Hotel ausgerechnet am Rande des Problembezirks Neukölln genannt, ehe sie per SMS in ein von der Polizei umstelltes Hotel nahe des Tiergartens gelotst wurden.

Draußen twitterte unterdessen das Aktionsbündnis "Rechtspopulismus stoppen", um Leute für eine Blockade des Veranstaltungsorts zu gewinnen. Es kamen aber nur ein paar Dutzend Protestierer und der Lautsprecherwagen der Gewerkschaftsjugend von der IG Metall.

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(sueddeutsche.de/jobr/holz)