Neue Straßen, neue Brücken, niedrigere Lohnsteuern: Barack Obama verkündet sein Rezept zur Wiederbelebung des brachliegenden Arbeitsmarktes. Noch in dieser Woche will er sein Infrastrukturprogramm dem Kongress vorlegen - doch dort droht ihm massiver Gegenwind aus den Reihen der Republikaner.
Die USA kämpfen gegen die Schuldenkrise, die Konjunktur ist im Keller und die Arbeitslosenzahlen verharren bei 9,1 Prozent. US-Präsident Barack Obama steht seit Monaten unter Druck - und versuchte sich nun an einem erstes Zeichen des Aufbruchs. Anlässlich des Labor Days, der amerikanischen Version des Tags der Arbeit, gab er in Detroit bekannt, wie er dem brachliegenden Arbeitsmarkt wieder Leben einhauchen will.
Labour Day Obama will neue Jobs schaffen
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Neue Straßen, neue Brücken und eine niedrigere Lohnsteuer gehören zu dem Rezept, das zur Senkung der hohen Arbeitslosenzahlen beitragen sollen. "Es gibt genügend zu tun und die Arbeiter stehen bereit", sagte Obama im Hinblick auf die mehr als 500.000 Bauarbeiter, die in den USA arbeitslos gemeldet sind.
Der Präsident richtete sich auch an die Republikaner, die angesichts der massiven Staatsverschuldung Widerstand gegen umfangreiche Jobprogramme angekündigt hatten. Die Obama-Gegner betrachten Ausgaben zur Senkung der Arbeitslosenzahlen grundsätzlich als Geldverschwendung. Weil sie über die Mehrheit im Repräsentantenhaus verfügen, könnten sie dem geplanten Infrastrukturprogramm große Hindernisse in den Weg stellen.
"Die Zeit für Washingtoner Spiele ist vorbei", verkündete Obama angesichts des politischen Gegenwinds und forderte die Republikaner auf, der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Kongress zuzustimmen.
"Wir werden nicht auf sie warten. Wir werden schauen, ob wir einige Gradlinige im Kongress finden. Wir werden schauen, ob die Republikaner im Kongress das Land über ihre Partei stellen", sagte Obama im Hinblick auf kommenden Donnerstag. Dann wird der Präsident in einer mit Spannung erwarteten Rede vor dem Kongress seine Pläne darlegen.
Neben den Infrastrukturprojekten soll als weitere Maßnahme die in Kürze auslaufende Lohnsteuersenkung verlängert werden. Dadurch würde den Amerikanern mehr Geld in der Tasche bleiben - was sich positiv auf den Konsum auswirken könnte.
Obama ist dringend auf eine Besserung der desolaten Lage am Arbeitsmarkt angewiesen, wenn er bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr wiedergewählt werden will. Im August wurden erstmals seit knapp einem Jahr keine neuen Jobs geschaffen. An den Finanzmärkten wird befürchtet, die USA könnten erneut in eine Rezession rutschen.
Im Rahmen des Labor Days werden in den USA jeweils am ersten Montag im September die Errungenschaften der Arbeiterbewegung gewürdigt.
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(sueddeutsche.de/dapd/rtr/feko/mikö)
Müll am Fluss
Liebe Redaktion,
jetzt also auch die "Süddeutsche", und das sogar in einer Überschrift -
"Obamas Fluchtplan aus der Jobklemme".
Sie meinen sicherlich "Obamas Plan zur Flucht aus der Jobklemme", oder?
Mit freundlichen Grüßen,
I. Heilmann
Amerika mit Straßen zubetonieren, gute Idee, das hilft der Wirtschaft dort bestimmt! Ist ja verständlich, daß die 10-spurigen Roads nicht mehr ausreichen...
Aber Obama scheint vergessen zu haben, daß dieses Modell hier auch vor 70 Jahren die Kunjunktur nach der Weltwirtschaftskrise ankurbeln sollte, ging aber alles irgendwie schief.
Ihm wäre besser geraten, eher die Gelder in sinnvollen Umweltprojekten anzulegen; ich denke, daß Amerika ausreichend geistige Kapazitäten dazu hätte. TuMas
Kann es sein, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten auch dazu dienen sollen, um einen 2. Obama im nächsten Jahr zu verhindern?
Liquidität ist ja ausreichend als Pulver gegeben.
Wenn Obama erst weg ist, holt man sich die Casino-Profite schnell wieder zurück, oder?
Im Wahlkampf kann man virtuell auftrumpfen. Da in den USA die meisten Drogen konsumiert werden, kann dies nicht weiter auffallen.
Gewissermaßen kann man hier Obama auch nicht allzu große Vorwürfe machen, da es nicht die schlechteste Politik ist in Hinblick auf die Wahlen, dieses als Druckmittel einzusetzen. Könnte man vielleicht mit dem Jonglieren der aufgetretenen Kräfte vergleichen.
Man macht zwar zu Recht Obama die Vorwürfe, dass er sein Mandat nicht nutzt, um gegen die Lobby sich für den einfachen Mann einzusetzen. Jedoch, man kann auch sagen, dass Obama vermeiden möchte, um diktatorisch aufzutreten. Daher, es kann zwar vorteilig sein etwas mit Macht durchzusetzen, jedoch dieses Prinzip kann dann gerade in den Abgrund führen. Auf der Strecke kann hier die Nachhaltigkeit der Politik Obamas bleiben, wie z. B. bezüglich der Energiepolitik.
Der eigentliche Beweggrund bleibt bei Obama oft offen. Bezüglich der Bedeutung der kommenden Wahl ist jedoch alles klar.