Die Schlüsselfigur des Flick-Skandals Eberhard von Brauchitsch und seine Frau Helga sind freiwillig aus dem Leben geschieden. Inzwischen meldete sich eine Tochter zu Wort.

Gemeinsamer Freitod in Zürich: Der frühere Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch und seine Frau Helga sind freiwillig aus dem Leben geschieden. "Mit fortschreitender Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes haben meine Eltern diesen Schritt in Erwägung gezogen und dann zum für sie geeigneten Zeitpunkt diesen Schritt getan", sagte die Tochter Bettina von Brauchitsch dem Magazin Focus. "Aufgrund ihrer schweren Krankheit wären sie zu dem von ihnen gefassten Entschluss später nicht mehr in der Lage gewesen."

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Eberhard und Helga von Brauchitsch, hier auf einem Foto von 1981.  Damals befand sich der Manager auf dem Höhepunkt seiner Macht - als persönlich haftender Gesellschafter des Flick-Imperiums. (© dpa)

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Das Ehepaar war den Angaben zufolge bereits am vergangenen Dienstag in Zürich gestorben, deren Tod wurde aber erst am Freitag durch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung publik.

Die Eheleute waren 83 Jahre alt und fast sechs Jahrzehnte verheiratet, zuletzt hatten sie sehr zurückgezogen gelebt. In einer Todesanzeige der Familie in der SZ an diesem Samstag heißt es, Eberhard und Helga von Brauchitsch "haben uns nach langen, mit großer Geduld und Disziplin ertragenen Krankheiten nach 58 Jahren Ehe für immer verlassen".

Unterstützung von Sterbehilfe-Organisation

Brauchitsch galt als die zentrale Figur der Flick-Affäre, die Anfang der 80er Jahre die Bundesrepublik erschütterte.

Tochter Bettina von Brauchitsch berichtete nun, ihre Mutter habe an stark fortgeschrittenem Parkinson gelitten, ihr Vater an einem Emphysem, einer Überblähung der Lunge. "Meine Eltern kannten sich 70 Jahre", sagte sie. "Sie waren fast 60 Jahre verheiratet, haben ihren Lebensweg mit allen Höhen und Tiefen gemeinsam verlebt und somit für sich entschieden, auch den letzten Weg gemeinsam zu gehen."

Nach Informationen der Bild-Zeitung wurde das Ehepaar von der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit unterstützt. Der Vizepräsident von Exit, Bernhard Sutter, wollte sich aus Datenschutzgründen nicht zu dem Fall äußern. Grundsätzlich helfe seine Organisation aber nur Schweizer Bürgern "oder Menschen, die in der Schweiz einen Wohnsitz haben", sagte Sutter der dpa. Brauchtisch lebte abwechselnd in Monaco, Österreich und in der Schweiz.

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