Eklat in der FDP Partei-Vize Homburger: "Ich hasse Bayern München"

Gerade erst hat die FDP bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit 8,6 Prozent ein starkes Comeback geschafft. Doch nur wenige Tage später macht eine führende Liberale mit einer überraschenden Äußerung zum Champions-League-Finale von sich Reden. Parteifreunde aus Bayern reagieren heftig.

In Baden-Württemberg gibt es bestimmt nicht wenige Fußball-Anhänger, die die Aussage "Ich hasse Bayern München" prinzipiell unterschreiben würden. Doch kurz vor dem Champions-League-Finale in München, in dem die Roten aus der bayerischen Hauptstadt im "Finale dahoam" den FC Chelsea empfangen, dürften viele Fans des VfB Stuttgart oder SC Freiburg diese Gefühlsäußerung mit einem dicken "Aber" entschärfen. Denn in einem internationalen Wettbewerb geht für viele die nationale Solidarität vor innernationaler Vereinsrivalität.

Nicht so für die baden-württembergische Politikerin Birgit Homburger: Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende sagte der Nachrichtenagentur dpa zum Finale schroff: "Das guck' ich nicht. Ich hasse Bayern München." Damit bringt sie ihre nach mehreren Wahlniederlagen erst vor kurzem etwas genesene Partei - sie erreichte starke 8,6 Prozent bei der Landtagswahl in NRW - in Bedrängnis und handelt sich heftige Kritik aus den eigenen Reihen ein.

"Ich bin stinksauer wegen dieses unsportlichen Verhaltens. Das kann nur jemand sagen, der von Sport und Fußball überhaupt nichts versteht", polterte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil. "Wer so etwas sagt, disqualifiziert sich selbst."

Tobias Thalhammer, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion wurde noch deutlicher: "So einen dummen Spruch kann nur ein Vollpfosten bringen", sagte er und forderte den Sturz der Parteifreundin. "Frau Homburger fehlt offenbar jegliches Zeug zu einer deutschen Spitzenpolitikerin. Sie ist als stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende nicht länger tragbar und sollte sofort zurücktreten, anstatt uns das Finale dahoam zu vermiesen." Homburger habe ohne Nachdenken "Millionen bayerische Fußballfans in ganz Deutschland beleidigt. Platzverweis und Sperre für Birgit Homburger!" Mit diesem hirnverbrannten Satz habe sie sich für lange Zeit ins Abseits geschossen.

Um bundesweite, prominente Unterstützung muss dem deutschen Rekordmeister trotzdem nicht bange sein. Bundespräsident Joachim Gauck wird "den Bayern im Stadion die Daumen drücken". Grünen-Chefin Claudia Roth war im Pokalfinale noch für Borussia Dortmund, "jetzt bin ich aber natürlich für die Bayern." Genauso wie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Bahnchef Rüdiger Grube wünscht sich ebenfalls einen Sieg. "Das wäre auch ein tolles Signal für unsere Elf bei der Europameisterschaft im nächsten Monat", sagte er.

Und was sagt der bekennende 1860-Fan und Kabarettist Dieter Hildebrandt? "Ich hoffe, dass sie gewinnen. Es war schon sehr ärmlich, was sie da geboten haben gegen die Dortmunder. Ich glaube aber, sie werden es schaffen." Einige Löwenfans sehen das sicherlich anders und werden sich ob der Aussage Homburgers wohl ein Schmunzeln nicht verkneifen können.