Doktortitel in der Politik Kristina Schröder, CDU, Familienministerin

Sie war kaum im Amt, als Ende November 2009 erste Zweifel an der Doktorarbeit der jungen Ministerin aufkamen. Damals hieß Schröder noch Köhler mit Nachnamen. Unter diesem Namen hatte sie im Februar 2009 ihre Doktorarbeit bei dem bekannten Mainzer Politikprofessor Jürgen Falter eingereicht. Der Titel der 303-Seiten-Arbeit klingt noch vielversprechend: "Gerechtigkeit als Gleichheit? Eine empirische Analyse der objektiven und subjektiven Responsivität von Bundestagsabgeordneten".

Doch bei genauem Hinsehen hat sich die Doktorandin schlicht ein Thema ausgesucht, mit dem sie es entspannt zum Doktor bringen kann. Die Fragestellung lautete, ob und inwieweit die Wertevorstellungen von CDU-Bundestagsabgeordneten mit denen der CDU-Mitglieder übereinstimmen. Da sie damals selbst CDU-Bundestagsabgeordnete war, dürfte es ihr nicht sonderlich schwergefallen sein, ihre Fraktionskollegen zu befragen. Und was die Befragung der CDU-Mitglieder angeht, hat sie einfach die CDU-Bundesgeschäftsstelle eingespannt. Deren Mitarbeiter haben für sie eine Stichprobe der Mitglieder gezogen und die Fragebögen verschickt. Die technische Auswertung der Fragebögen hat dann eine wissenschaftliche Hilfskraft ihres Doktorvaters Jürgen Falter übernommen - auf 400-Euro-Basis.

Unzulässig ist das nicht. Im Wissenschaftsjargon aber wird in solchen Fällen von einer klassischen "Typ-II-Arbeit" gesprochen. Im Gegensatz zur "Typ-I-Arbeit" geht es den Autoren nicht um die akademische Karriere. Sie wollen lediglich den Titel.