CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer vergleicht Homo-Ehe mit Inzest und Polygamie

  • Im Streit um die Homo-Ehe hat sich die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU) gegen eine Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare ausgesprochen.
  • Sonst, sagte Kramp-Karrenbauer, seien auch andere Forderungen nicht auszuschließen: "etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen".
  • SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi nennt dies "einen neuen Tiefpunkt der Debatte über die Ehe für alle".
  • Die Union ist gegen eine Gleichstellung homosexueller Paare. SPD, Grüne und Linke versuchen über den Bundesrat eine Mehrheit hierfür zu organisieren.

Das hat Kramp-Karrenbauer genau gesagt

Soll die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden? Über diese Frage wird nach dem Votum der Iren auch in Deutschland gestritten. Die Union ist dagegen, so ziemlich alle anderen dafür. Somit verläuft die Konfliktlinie auch innerhalb der Regierungskoalition.

Von Seiten der Union hat nun die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nachgelegt. "Es stellt sich die Frage, ob wir grundlegende Definitionen unserer Gesellschaft verändern wollen, und zwar mit womöglich weitreichenden Folgen", sagte die CDU-Landeschefin der Saarbrücker Zeitung.

Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau. "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen", mahnte Kramp-Karrenbauer.

Auch das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare lehnt die CDU-Politikerin ab: Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation sei. "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl."

Das sagt die SPD dazu

Prompt folgt der Konter. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi nennt die Aussagen von Kramp-Karrenbauer "einen neuen Tiefpunkt der Debatte über die Ehe für alle".

Fahimi betonte, sie habe keinerlei Verständnis dafür, "dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetzt". "Das ist ein Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen."

Auf Twitter äußerte sich auch der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, zu der Aussage Kramp-Karrenbauers:

SPD, Grüne und Linke versuchen über den Bundesrat eine Mehrheit für einen Vorstoß zur Gleichstellung für homosexuelle Partnerschaften zu organisieren, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck zu setzen. Im Bund sind der SPD wegen der Koalition mit der Union die Hände gebunden.

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