Atomkraft vor der Verlängerung: Umweltminister Röttgen verhandelt mit den Stromkonzernen über die Restlaufzeiten deutscher Meiler - die Solarförderung will er drosseln, den Atommüll aus dem Lager Asse herausholen.
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat schon Anfang Januar mit ersten Gesprächen mit den Energieversorgern (EVU) zur Verlängerung der Atomlaufzeiten begonnen.
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Verhandelt über eine Verlängerung der Restlaufzeiten deutscher Atomkraftwerke: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) (© Foto: dpa)
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Die Gespräche seien wesentlicher Bestandteil der Erarbeitung eines energiepolitischen Gesamtkonzeptes, sagte Röttgens Sprecherin der Financial Times Deutschland. Über den Inhalt der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden.
Söder pocht auf Mitsprache der Länder
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die geplanten längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke bekräftigt, für Beschlüsse im Rahmen eines Energiekonzepts aber Zeit bis Oktober verlangt.
Offen hatte sie in einem Interview mit dem Handelsblatt gelassen, ob die nach dem geltenden Atomgesetz im Frühjahr erforderliche Abschaltung des Reaktors Neckarwestheim I (Baden-Württemberg) noch gestoppt werden kann. Der Reaktor soll als erster der noch verbliebenen 17 Atomkraftwerke vom Netz gehen.
Am 21. Januar sind die zuständigen Vorstandsmitglieder der Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zu einer ersten Gesprächsrunde ins Kanzleramt geladen. Daran nehmen unter Leitung von Amtschef Roland Pofalla (CDU) hohe Beamte der Regierung teil.
Derweil verlangte bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) eine Mitsprache der Länder bei den Verhandlungen zur Laufzeitverlängerung. Die Länder hätten schließlich die Atomaufsicht und auch die Kompetenz, sagte Söder der Financial Times Deutschland. Er wolle, so Söder, den Betreibern von Atomkraftwerken eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren anbieten. "Wenn wir unsere sicheren Kernkraftwerke nur jeweils um zehn Jahre länger laufen lassen, sparen wir 1,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid ein."
Zudem sollten die Länder an den Zusatzgewinnen beteiligt werden, die die Kraftwerksbetreiber im Gegenzug für die Laufzeitverlängerung abgeben müssen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen nach Vorstellung Söders streng zweckgebunden verwendet werden. Die Ökodividende müsse vor allem in die Erforschung erneuerbarer Energien fließen.
Außerdem zeichnet sich ab, dass Röttgen den Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Endlager Asse bei Wolfenbüttel herausholen lassen will - dazu rät ein Gutachten.
Vor der endgültigen Entscheidung darüber will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) nach einem Zeitungsbericht aber den Zustand des radioaktiven Abfalls genauer untersuchen lassen. Erst dann könne das unterirdische Lager mit möglichst geringem Risiko stillgelegt werden, sagte Röttgen der Braunschweiger Zeitung. Das Gutachten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) wird an diesem Freitag in Hannover vorgestellt.
Danach sollten die 126.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll in den 20 Kilometer entfernten Schacht Konrad, einen stillgelegten Eisenerz-Bergwerk in Salzgitter, gebracht werden. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Die Behörde rät der Politik zu größter Eile, da die Grube instabil ist und Wasser eindringt. Mit den Arbeiten solle so schnell wie möglich begonnen werden.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat die Pläne zur Öffnung der Asse begrüßt. "Wir hoffen, dass dieser Weg glückt, dass er machbar ist", sagte Wulff am Freitag in Berlin. Er sagte die Unterstützung der niedersächsischen Landesregierung zu und betonte zugleich: "Man soll aber nicht den Eindruck erwecken, das sei schon die Lösung des Problems." Das Lager bei Wolfenbüttel ist marode.
Einschnitte in Solarförderung
Christdemokrat Röttgen betonte: "Nach jetzigem Erkenntnisstand und im Hinblick auf die Langzeitsicherheit erscheint die vollständige Rückholung als die bevorzugte Variante für die Stilllegung der Asse."
Allerdings nur, wenn der Zustand der Grube und des Atommülls entsprechend stabil seien. Um das festzustellen müsse das Lager geöffnet und genau untersucht werden.
Zu den Kosten der Aktion macht das Bundesamt für Strahlenschutz laut dem Zeitungsbericht keine Angaben.
Außerdem plant der Röttgen laut dpa Einschnitte in die Solarförderung. Die Verbraucher sollen nach dem Willen der Bundesregierung schneller als bisher vorgesehen von ihrem Beitrag zur Förderung des Solarstroms entlastet werden, heißt es. So ist an eine Kürzung der von ihnen im Strompreis aufzubringenden Umlage für Neuanlagen schon von April dieses Jahres an gedacht, erfuhr die Agentur.
Für Dach- und Freiflächenanlagen sei an eine einmalige Verringerung um 16 bis 17 rozentpunkte geplant. Das Bundeskabinett soll im Februar über eine Vorlage von Röttgen entscheiden.
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(dpa/APN/odg)
Russland unter Putin
Sie sagen, dass heutige Anlagen sicher seien. Ich bezweifele das aus folgendem Grund: Es gibt nicht ein einziges technisches System, egal welcher Art, welches mit absoluter Sicherheit funktioniert. Man bekommt es ja nicht einmal bei einem Ottomotor hin diesen absolut zu 100% störungsfrei laufen zu lassen, irgendwann geht, Inspektion hin oder her, irgendein Teil mal kaputt. Es gibt demnach auch kein zu 100% sicheres Kernkraftwerk. Wenn man über Sicherheit in technischen Anlagen redet, redet man über Wahrscheinlichkeiten und über das Restrisiko einer Störung derselben, welches in jeder technischen Anlage (egal welcher Art) existiert.
Sie können also höchsten behaupten das Risiko eines Störfalls ist bei moderneren Reaktoren minimiert worden (ausschalten kann man dieses Risiko nicht). Worüber wir uns also in Wahrheit streiten ist nicht in die Sicherheit des AKW, sondern die Frage, ob es legitim, nützlich oder einfach vernünftig ist Anlagen zu betreiben die im schlimmsten Fall verheerende Folgen nach sich ziehen können. Darum dreht sich der Streit: Darf man das Risiko eingehen oder nicht. Sicherheit ist ein viel zu relativer Begriff als dass er Gegenstand der Diskussion sein könnte.
Im Falle von Kernkraftwerken ist dieses Restrisiko wenn man die potentiellen Folgen und realisierten Folgen (Atommüll) hinzuzieht meiner Auffassung nach viel zu hoch.
Die Dinosaurier sind - jedenfalls nach einer Theorie - ausgestorben, weil sie ein im Verhältnis zur Körpergröße zu kleines Gehirn hatten.
Diese Theorie führt unmittelbar zu Herrn Röttgen, dem Befürworter der Atomtechnik, Befürworter der "CO2-Endlagerung" usw..
Es wundert nicht, dass nun auch noch die Förderung erneuerbarer Energien begrenzt wird. Es regiert halt die Atom-, Auto-, Pharma- und Raucherlobby.
Die Bayern haben mit dem Volksbegehren zum Nichtrauerschutz der Politik ein deutliches Zeichen gesetzt, wie es geht, wenn Politik zu sehr am Volk vorbei "passiert", nur sind die Dinosaurier in München und Berlin eben wohl nicht in der Lage, daraus richtig zu folgern, mit ihren zu kleinen Gehirnen.
Ein Rätsel bleibt, wie unser früheres Bundesumwelt-Merkel auf dieser Basis neue Wählerkreise erschließen will.
Ich habe mich mit Guhvieh auseinandersetzen wollen, um ihm zu zeigen, dass man auch mit photovoltaik eine batterie zu "füllen" auch wenn es das von ihm zitierte Wetter ist. Ich habe ihm auch gesagt, dass Photovoltaik eine Energiequelle de ersten Generation ist. Weiterhin ist mir bekannt, dass es bei dem DESERTEC-Programm nicht um Photovoltaik handelt. In meiner "Nachbarschaft" gibt eine Versuchsanlage.
........sie nicht aufgeben. Wenn Sie sagen: "kein wind, kein strom
keine sonne, kein strom", dann haben Sie diesbezüglich auch die Feststellung zu machen: zu viel sonne, zu viel Strom, zu viel Wind, zu viel Strom. Es gibt in solchen Situationen zig Möglichkeiten solche Situationen auszugleichen. Ein Beispiel von zig Beispielen: Mit überschüssige Energie füllt man eine Talsperre auf, die für solche Zwecke eingerichtet wurde. Bei "fehlender" Sonne oder "fehlenden" Wind, wird ein Wasserwerk in Betrieb gesetzt. Es ist durchaus möglich einen durchdachten Energieverbund aus versch. alternativen Energiequellen zusammen zu stellen. Vor allen Dingen in lokalen Verbunde. Ich könnte Ihnen als Nichtfach-Mensch allerhand Möglichkeiten aufzählen. Diese Informationen stehen allen zu Verfügung, also auch Ihnen.
Gestern vermeldete B5 aktuell noch, die Unionsei jetzt ganz scharf darauf überall auf Wählerjagd zu gehen nachdem mittlerweile die Erkenntnis durchgesickert ist daß doch tatsächlich mal der Wähler sein Kreuz woanders als bei CSU und CDU setzen kann.
"Man würde hierbei SOGAR vor Grünen-Wählern nicht zurückschrecken."
In Anbetracht der heutigen Röttgen-News kann ich mich leider jetzt nur dem spontanen Brechreiz anheimgeben: Glauben die im Ernst wer die Grünen wählt ist SO SAUDUMM zurück zu CSU oder CDU zu gehen bloß weil die versuchen zwar die Wählerstimme zu kriegen, weiterhin aber eine Politik beschreiben die 100% gegen ALLES wofür die Grünen stehen geht?
Mein Gott, bei der Union hat man aber schon ein schockierend schlichtes Weltbild!
Vielleicht ist aber ja für solche Detailfragen zum Machterhalt grad keine Zeit da man mit anderen Dingen, zum Beispiel finanziellen mehr als ausgelastet ist:
Ob Schäuble schon wieder auf einem Parkplatz irgendwo in Deutschland Geldkoffer entgegennimmt? Erfahrung hat er ja darin.
Paging