Andrew McCabe Entlassener FBI-Vize soll persönliche Notizen zu Trump angefertigt haben

  • Der gerade entlassene FBI-Vize Andrew McCabe soll über die Interaktionen mit US-Präsident Trump Buch geführt haben.
  • Ähnliche Notizen hat sein ehemaliger Vorgesetzter, James Comey, ebenfalls angefertigt.

Der von der US-Regierung entlassene FBI-Vizedirektor Andrew McCabe hat nach Informationen der Nachrichtenagentur AP persönliche Notizen über US-Präsident Donald Trump geführt. Die Notizen ähnelten denen des von Trump im vergangenen Mai entlassenen FBI-Direktors James Comey, erklärte eine mit dem Vorgang vertraute Person, die nicht genannt werde möchte. Comey machte sich Notizen von Gesprächen mit Trump, die ihn nach eigener Aussage beunruhigten.

Die Gewährsperson sagte der AP, McCabes Memos enthielten unter anderem Einzelheiten zu Interaktionen mit dem Präsidenten. Ob solche Memos dem Sonderermittler Robert Mueller übergeben wurden oder ob dieser welche angefordert hat, war zunächst nicht bekannt. Mueller ermittelt zu möglichen Absprachen zwischen Russland und dem Wahlkampflager von Trump.

"Das ist Teil des laufenden Krieges der Regierung gegen das FBI"

McCabes Memos enthalten demnach Einzelheiten zu seinen eigenen Interaktionen mit dem Präsidenten und geben verschiedene Gespräche McCabes mit Comey wider. Zwar ist ihr genauer Inhalt nicht bekannt, die Memos könnten aber McCabes Aussage stützen, seine Glaubwürdigkeit sei angegriffen worden, um nicht nur ihn persönlich zu verleumden, sondern auch das FBI und die Strafverfolgung.

"Das ist Teil des laufenden Krieges der Regierung gegen das FBI und die Bemühungen der Sonderermittlungen", sagte McCabe unter Verweis auf die Untersuchungen Muellers.

McCabe war zwei Tage vor seinem 50. Geburtstag entlassen worden und verliert damit möglicherweise einen Teil seiner Pension. Justizminister Jeff Sessions gab die fristlose Kündigung am Freitagabend unter Hinweis auf Empfehlungen des Generalinspekteurs und anderer interner Stellen beim FBI bekannt.

Trump lobte die Entscheidung auf Twitter: Es sei "ein großartiger Tag für die hart arbeitenden Männer und Frauen des FBI - ein großartiger Tag für die Demokratie". "Der scheinheilige James Comey war sein Boss und hat McCabe ausschauen lassen wie einen Chorknaben. Er wusste alles über die Lügen und Korruption auf den höchsten Ebenen des FBI", fügte der Präsident hinzu.

McCabe könnte wichtiger Zeuge in der Russland-Affäre sein

Comey wandte sich, ebenfalls per Twitter, direkt an Trump: "Herr Präsident, das amerikanische Volk wird meine Geschichte sehr bald hören. Und es kann selbst beurteilen, wer ehrenhaft ist und wer nicht", schrieb er.

McCabe erklärte dagegen, er werde bestraft für die Dinge, die er nach der Entlassung von FBI-Chef James Comey getan und bezeugt habe. Der Schritt sei Teil eines Angriffs auf das FBI und dieUS-Sicherheits- und Geheimdienste. McCabe könnte möglicherweise ein wichtiger Zeuge bei den Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre sein.

Der Abgang des FBI-Vize-Chefs und andere Seltsamkeiten

Mit dem Rücktritt von FBI-Vize McCabe scheinen sich die Gegner des FBI nicht zufriedengeben zu wollen. Manche vermuten gar eine "geheime Gesellschaft" in der Bundespolizei. Und US-Präsident Trump versucht ohnehin alles, um die Glaubwürdigkeit des FBI zu unterminieren. Von Thorsten Denkler mehr...