Afrika Somaliland hat ein relativ demokratisches System - doch die Bürger verlieren das Interesse

Die Aussichten der Somaliländer auf Anerkennung bleiben also düster. Das Tragische daran: Die Bewohner verlieren langsam die Geduld. Trotz ihrer Disziplin, trotz ihres Aufbauwillens müssen sie weiter auf Unterstützung und Investitionen verzichten. Inzwischen zeigt das demokratische System erste Risse. Regierung und Parlament haben die Wahlen zuletzt mehrmals verschoben, jetzt sollen sie Ende 2017 stattfinden. Doch die Menschen verlieren das Interesse: Deutlich weniger Wähler als früher registrierten sich für den ursprünglich für März geplanten Wahltermin.

Das Land setzt nun alle Hoffnung auf einen Deal vom vergangenen September: Das Dubaier Unternehmen DP World, einer der größten Hafenbetreiber der Welt, erhielt die Lizenz für einen Tiefseehafen in Berbera. In der Stadt am Golf von Aden soll ein moderner Hafen und damit ein neuer Handelsknoten zwischen Ostafrika und dem Rest der Welt entstehen. Somalilands Regierung erhofft sich von dem Projekt nicht nur Jobs und wirtschaftlichen Aufschwung. Sie glaubt auch, dass von der Investition der Dubaier ein Signal an andere Investoren ausgeht. So könnte es mit der Entwicklung Somalilands weitergehen - auch ohne internationale Anerkennung.

Shukri Bandare, die Ministerin, weigert sich jedenfalls, pessimistisch zu sein. "Natürlich leben wir hier mit Einschränkungen. Aber ich habe keine Lust, mich darauf zu konzentrieren. Ich will lieber mit dem arbeiten, was ich habe." Und die Anerkennung? Da bemüht Bandare wieder ein Mantra. "Wir hoffen, dass wir eines Tages eine freie Nation sein werden. Und so Gott will, wird es bald sein."

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