Steve Jobs' offene Rechnungen Yacht in Amsterdam beschlagnahmt

Wegen offener Rechnungen beschlagnahmt: Steve Jobs Luxusyacht Venus im Hafen von Amsterdam.

(Foto: dpa)

Einen dreistelligen Millionenbetrag soll der Bau von Steve Jobs' Yacht "Venus" gekostet haben. Kurz bevor seine Erben das Schiff in Empfang nehmen sollten, wurde es jetzt im Hafen von Amsterdam festgehalten - der Designer Philippe Starck beklagt offene Rechnungen in Millionenhöhe. Einen offiziellen Vertrag gibt es allerdings nicht.

Sein letztes Projekt hat Millionen gekostet und wurde erst nach seinem Tod Realität: Steve Jobs' Luxusyacht, entworfen von Designer Philippe Starck. Gerade erst wurde die Venus fertiggestellt. Doch bevor sie ihre Reise über die Weltmeere überhaupt antreten kann, ist diese schon wieder beendet, zumindest vorerst: In Amsterdam wurde das Schiff beschlagnahmt - wegen offener Rechnungen.

Zwei Rechnungen, die Starcks Firma im Sommer gestellt habe, seien nicht bezahlt worden, sagte der Anwalt des Unternehmens, Roelant Klaassen. Gerichtsvollzieher beschlagnahmten das 70 Meter lange Schiff, dessen Bau 100 Millionen Euro gekostet haben soll, auf Antrag des Anwalts.

Starck selbst sagte, er habe "keine Zweifel, dass die Situation schnell geklärt wird". Nach Darstellung von Jobs' Erben soll Starck einen bestimmten Prozentsatz der Konstruktionskosten der Venus als Lohn erhalten. Der Designer teilte jedoch mit, es sei eine fixe Summe von neun Millionen Euro vereinbart worden. Die Erben boten ihm daraufhin sechs Millionen Euro an.

Der Anwalt der Familie äußerte sich nicht zu dem Fall. Klaassen sagte, er hoffe nun übergangsweise auf eine Einigung. Der Computermillionär und der Designer hätten einander sehr nahe gestanden, deswegen habe es keine schriftliche Vereinbarung über den Auftrag gegeben.

Die Venus wurde bislang an einem Kai des Schiffsbauers Royal de Vries im westlichen Aalsmeer fertiggebaut. Auf der Brücke der Yacht sind sieben iMac-Computer aufgereiht. Jobs' Witwe Laurene und die gemeinsamen Kinder Reed, Erin und Eve sollten die Yacht eigentlich demnächst in die USA geliefert bekommen.

Ein Hafensprecher sagte, dass die Yacht seit 8. Dezember in Amsterdam vor Anker liege und den Hafen nicht verlassen würde, ehe der Streit um die offenen Rechnungen geklärt sei. Dies könnte jedoch schon sehr bald, möglicherweise noch an diesem Freitag, der Fall sein.

An der Konzeption des Schiffs soll auch Apple-Chefdesigner Jonathan Ive beteiligt gewesen sein. Steve Jobs war 1976 einer der Mitgründer von Apple. Er starb im Oktober 2011 an den Folgen eines Krebsleidens. In einer Biografie hatte er die Arbeit an der Yacht als einen Ausdruck seines Lebenswillens bezeichnet.