Pferdefleisch in Fertiggerichten Welche Produkte betroffen sind

Kommt Rinderhack wie hier aus dem Fleischwolf, lässt sich seine Herkunft nachverfolgen. Viele Rindfleischprodukte, in denen nun Pferdefleisch nachgewiesen wurde, kamen auf verschlungen Pfaden in den Handel.

(Foto: dpa)

Tortelloni, Ravioli, Chili con Carne: Längst geht es bei dem Skandal um Pferdefleisch in Rinderhack-Produkten nicht mehr nur um Lasagne. Welche Produkte welcher Supermarkt inzwischen aus den Regalen genommen hat: ein Überblick.

An immer neuen Orten in Europa taucht Pferdefleisch in Rindfleisch-Produkten auf. Auch in Deutschland verschwinden betroffene Lasagne, Tortellini und Ravioli aus den Supermarktregalen. In der Regel können Verbraucher die Ware in den Filialen der Einzelhandelskette zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet. Die betroffenen Produkte im Überblick:

  • ALDI SÜD nahm Dosen-Ravioli, Gulasch und Lasagne aus den Regalen. Bei Analysen wurden bei den Produkten nach Angaben des Discounters "Anteile von Pferdefleisch" nachgewiesen. Es handelt sich um "Ravioli, 800 g Dose (Sorte Bolognese)" der Eigenmarke "Cucina" vom Lieferanten BLM sowie um "Gulasch, 450 g Dose (Sorte Rind)" des Lieferanten "Omnimax", das ausschließlich in Nordrhein-Westfalen verkauft wurde. Außerdem betroffen ist die "Lasagne 400 g" der Firma Icewind, die in Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Saarland verkauft wurde.
  • ALDI NORD stoppte im gesamten Vertriebsgebiet den Verkauf von 750-Gramm-Tiefkühlpackungen Penne Bolognese von "Copack". Der Geschäftsführer des Herstellers sagte, mit Ergebnissen der genetischen Analysen sei voraussichtlich am Dienstag zu rechnen. Seit vergangener Woche werde bereits das gesamte Sortiment untersucht. Copack gehört zur Frosta-Gruppe und stellt unter verschiedenen Markennamen außer Fertiggerichten auch tiefgekühlte Gemüse- und Fischprodukte her. Neben dem Pastafertiggericht nahm Aldi-Nord auch die in einigen Regionen angebotenen 540-Gramm-Dosen Rindergulasch des Herstellers Omnimax aus dem Regal.
  • EDEKA stellte in Stichproben von Lasagne der Eigenmarke "Gut & Günstig" nach eigenen Angaben "geringe Pferdefleisch-Anteile" fest. Der Verkauf des Tiefkühlprodukts wurde gestoppt. Deutschlands größte Supermarktkette prüft weitere Artikel, bei denen aber bislang "keine Hinweise auf vergleichbare Probleme" vorliegen.
  • Laut Verbraucherzentrale Hamburg wurden auch Filialen der regionalen Supermarktkette KONSUM LEIPZIG in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der Edeka-Lasagne beliefert.
  • EISMANN stellte in zwei Lasagne-Produkten Pferdefleisch fest. Den Verkauf der betroffenen Ware stoppte der Tiefkühl-Heimservice nach einem ersten Verdacht. Verbraucher können die Ware Eismann-Verkäufern zurückgeben und bekommen das Geld zurück. Weitere Produkte neben der Lasagne sind laut Eismann nicht betroffen.
  • KAISER'S TENGELMANN nahm Lasagne der Eigenmarke "A&P" aus dem Verkauf. Die Supermarktkette rechnet inzwischen fest damit, dass das Tiefkühl-Produkt neben Rindfleisch auch Pferdefleisch enthält. Kaiser's Tengelmann wurde eigenen Angaben zufolge vom französischen Hersteller Comigel offiziell informiert, dass die für Tengelmann hergestellten Fertiggerichte "durchgängig Anteile von Pferdefleisch enthalten". Kaiser's Tengelmann hat auch eigene Tests beantragt, deren Ergebnis noch nicht bekannt ist.
  • LIDL stoppte in Deutschland den Verkauf von Rindfleisch-Tortelloni der Eigenmarke Combino, nachdem Kontrolleure in Österreich darin Anteile von Pferdefleisch gefunden hatten. Der Hersteller der Nudelprodukte, Hilcona aus dem Fürstentum Liechtenstein, teilte mit, er verarbeite selbst kein Frischfleisch, sondern beziehe dieses von Lieferanten. Das mit Pferdefleisch durchsetzte Rindfleisch für die Tortelloni lieferte demnach die Firma Vossko aus Ostwestfalen. Sie wiederum prüft nun, welcher ihrer Lieferanten rohes Pferdefleisch als Rindfleisch verkaufte.
  • REAL rief "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück. Bei Laboruntersuchungen mit dem Produkt der Eigenmarke war in "einzelnen Stichproben" Pferdefleisch gefunden worden.
  • REWE nahm sowohl Produkte, welche die Supermarktkette unter ihrem eigenen Namen verkaufte, als auch Produkte eines Markenherstellers aus dem Regal. Betroffen sind "Rewe Chili con Carne" und "Rewe Spaghetti Bolognese", die laut Rewe vom Unternehmen SGS Geniesser Service hergestellt wurden, sowie "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese" der Marke "Tulip".
  • WINGERT CORBELL rief Zigeuner-Hacksteak der Marke "Maitre Corbell" zurück. Der Cuxhavener Konzern teilte mit, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Anteile von Pferdefleisch in dem Produkt enthalten seien. Aus den Regalen der Supermärkte wurde es bereits entfernt.