Katholische Kirche Papst rüttelt an Verhütungs-Dogma - und provoziert Trump

Papst Franziskus gibt an Bord des Flugzeuges, mit dem er Mexiko verlassen hat, eine Pressekonferenz.

(Foto: AFP)

Die Verhinderung einer Schwangerschaft sei wegen des Zika-Virus akzeptabel, sagt Franziskus während des Rückflugs aus Mexiko. Und der US-Republikaner? Der sei "kein Christ".

Papst Franziskus hat Schwangerschaftsverhütung für vom Zika-Virus bedrohte Frauen zum "kleineren Übel" erklärt. Schlimmer wäre eine Abtreibung, die nicht in Betracht gezogen werden dürfe, wie er bei einer "fliegenden Pressekonferenz" während des Rückfluges von Mexiko sagte. Es gebe einen klaren moralischen Unterschied zwischen einer Abtreibung und der Verhütung einer Schwangerschaft. Ein Schwangerschaftsabbruch bleibe immer ein "absolutes Übel" und mit den Morden der Mafia gleichzusetzen.

Das von Mücken übertragene Zika-Virus, das sich vor allem in Südamerika rasch ausbreitet, steht im Verdacht, bei Babys Entwicklungsstörungen zu verursachen. Vor allem in Brasilien wurden zuletzt vermehrt Babys mit zu kleinen Köpfen geboren.

Der Papst über Donald Trump

Das Kirchenoberhaupt hatte auf seiner Reise durch Mexiko auch mit Flüchtlingen an der Grenze gesprochen. Diese sind auch Thema im US-Vorwahlkampf. Auf die Frage eines Journalisten, ob Katholiken in den USA den republikanischen Kandidaten Donald Trump wählen sollten, antwortete Franziskus: "Ein Mensch, der nur daran denkt, Mauern zu bauen und nicht Brücken, der ist nicht christlich.

Trump reagierte prompt: Bei einer Wahlkampfrede in Kiawah Island, South Carolina nannte er die Aussage des Papstes "unwürdig". Kein religiöser Führer sollte das Recht haben, die Religion oder den Glauben eines anderen Menschen infrage zu stellen, sagte Trump. "Falls und wenn der Vatikan vom IS angegriffen wird, was, wie alle wissen, die ultimative Trophäe für den IS ist, wird der Papst sich wünschen, Donald Trump wäre Präsident geworden."

Wenn der Papst die Nerven verliert

Franziskus gilt als Papst der Armen, Papst des Volkes, Papst zum Anfassen. Doch jetzt hat er es bei seinem Mexiko-Besuch mit einem allzu aufdringlichen Anhänger zu tun bekommen. mehr...