Geburt auf Bundeswehr-Fregatte Baby an Bord

  • Baby an Bord: Zum ersten Mal ist auf einem Bundeswehr-Schiff ein Kind geboren worden.
  • Die kleine Sophia und ihre aus Somalia stammende Mutter sind wohlauf.
  • Sie werden nun in Italien weiter behandelt.

Reibungslose Geburt

Eine 33 Jahre alte Frau aus Somalia hat auf der Fregatte Schleswig-Holstein ein Kind zur Welt gebracht. Die Geburt in den frühen Morgenstunden sei reibungslos und schnell verlaufen, teilt die Bundeswehr mit. Mutter Rahma A. und ihre Tochter Sophia - 49 Zentimeter groß und 3000 Gramm schwer - seien wohlauf. Es ist das erste Mal, dass ein Baby an Bord eines Bundeswehr-Schiffs geboren wurde.

"Von den äußeren Umständen war es keine normale Geburt. Aber der kleinen Sophia geht es gut", sagt Stabsarzt Marius S., der bei der Geburt half. Auch Obermaat Charlie M., der für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig ist, unterstützte die junge Frau "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal bei einer Geburt helfen würde", sagte er, "in solchen Momenten spürt man, dass man etwas Sinnvolles tut."

Mutter Rhama A. (Mitte, violettes Kleid) wurde mit einem Schnellboot zur Fregatte "Schleswig-Holstein" gebracht.

(Foto: Bundeswehr/T. Petersen)

Mutter und Tochter in italienischer Klinik

Die Bundeswehr-Fregatte hatte Rahma A. gemeinsam mit 452 anderen Flüchtlingen von einem britischen Marineschiff übernommen. Die Briten hatten die Menschen zuvor von Flüchtlingsbooten gerettet. Die junge Mutter komme aus der somalischen Hauptstadt Mogadischu und sei fünf Monate lang alleine auf der Flucht gewesen, teilte die Bundeswehr weiter mit. "Es ist unglaublich, welche Strapazen diese Frau hinter sich haben muss", sagte Stabsarzt Marius S. "Als wir sie an Bord genommen hatten, muss eine schwere Last von ihr gefallen sein."

Geboren wurde Sophia auf der Position 37 Grad nördlicher Breite und 16 Grad 27 Minuten östlicher Länge - das liegt etwa 100 km östlich von Syrakus auf Sizilien im Mittelmeer. Das kleine Mädchen ist Somalierin, die Staatsbürgerschaft folgt der ihrer Mutter.

Die junge Frau und ihr Kind werden nun in einem italienischen Krankenhaus weiter behandelt. Die Schleswig-Holstein lief am Montagnachmittag in den Hafen der Stadt Tarent ein, wo die Flüchtlinge an Land gebracht wurden. Die Fregatte fuhr in den Abendstunden wieder los. Rahma A. ist nur eine von mehren Tausend Flüchtlingen, die am Wochenende im Mittelmeer gerettet wurden.

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