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Einsatz im Mittelmeer:An einem Tag 4400 Bootsflüchtlinge gerettet

  • Auf dem Mittelmeer sind der italienischen Küstenwache zufolge zahlreiche Flüchtlingsboote in Seenot geraten. Die Rettung läuft.
  • Bei der italienischen Küstenwache sind Hilferufe von 18 Booten eingegangen. Bis zu 3000 Menschen könnten an Bord sein.

22 Schiffe in 24 Stunden

Es ist der größte Rettungseinsatz des Jahres: Etwa 4400 Flüchtlinge sind nach Angaben der italienischen Küstenwache binnen 24 Stunden im Mittelmeer gerettet worden. Sie stammten von 22 Schiffen und Schlauchbooten, die Notsignale gesendet hatten.

An den Rettungseinsätzen bei weitgehend ruhiger See waren demnach auch Schiffe aus Norwegen und Irland als Teil der EU-Grenzschutzmission "Triton" beteiligt.

Ein Sprecher des italienischen Büros der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, hatte zuvor auf Twitter die Zahl von 4150 Flüchtlingen genannt, die zwischen Nordafrika und Sizilien aus dem Wasser gerettet worden seien.

Italy leading Mediterranean Sea rescue of at least 4,000 migrants

Die Aufname der italinischen Küstenwache zeigt eines der völlig überladenen Flüchtlingsboote.

(Foto: dpa)

Weitere Notrufe am Sonntag

Am Sonntag gingen Notrufe von drei weiteren Flüchtlingsbooten ein. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden Frachtschiffe, die sich in der Nähe befanden, umgeleitet, um die zunächst unbekannte Zahl von Migranten an Bord zu nehmen.

Die am Wochenende geretteten Flüchtlingen werden der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge voraussichtlich am Montag italienisches Festland erreichen. Mehr als 500 würden nach Palermo auf Sizilien gebracht, knapp 1000 nach Cagliari auf Sardinien.

Bereits mehr als 250 000 Flüchtlinge in diesem Jahr

Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind nach IOM-Angaben seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Fast 150 000 seien in Griechenland angelandet. Mehr als 100 000 Bootsflüchtlinge habe Italien aufgenommen. In dieser Zeit wurden 2365 ertrunkene Flüchtlinge gezählt und damit fast 600 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Da nicht jedes Unglück registriert wird, dürften die tatsächlichen Opferzahlen noch weit höher liegen. Seit 2000 kamen schätzungsweise 24 000 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer ums Leben.

© Süddeutsche.de/AFP/sks/ina

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