Marihuana ist in Mexiko illegal. In der mexikanischen Hauptstadt haben jetzt mehr als 200 Menschen für die Legalisierung der Droge demonstriert - mit Tüte statt Plakat.
Rauchender Protest: In Mexiko-Stadt haben mehr als 200 Menschen öffentlich Marihuana konsumiert, um für die Legalisierung der Droge zu werben. Trotz Nieselregens versammelten sich die Demonstranten am Sonntag im Alameda-Park im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt und zündeten Joints und Marihuana-Pfeifen an.
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Protest mit Marihuana-Pfeife: Die Unterstützung für die Legalisierung sogenannter weicher Drogen wächst in Mexiko. (© Reuters)
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In Mexiko ist Marihuana als illegale Droge eingestuft. Der Besitz kleiner Mengen für den privaten Gebrauch ist jedoch erlaubt. Die Unterstützung für die Legalisierung sogenannter weicher Drogen wächst in Mexiko, vor allem im linken politischen Spektrum. Aber auch der frühere mexikanische Präsident Vicente Fox, Parteifreund des amtierenden konservativen Präsidenten Felipe Calderón, hatte sich mehrfach für die Freigabe von Marihuana ausgesprochen.
Befürworter einer Legalisierung argumentieren, diese könnte die Gewalt im Drogenmilieu verringern. Im Krieg zwischen den Drogenbanden in Mexiko kamen in den vergangenen Jahren etwa 28.000 Menschen ums Leben.
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(AFP/jobr/juwe)
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Das sind durchaus beeindruckende Zahlen, die die Realität widerspiegeln. Auch wenn wenn wir in Europa zum Glück keine Verhältnisse wie in Mexiko haben, sollte man auch hier die aktuelle Drogenpolitik einmal möglichst sachlich und ideologiefrei überdenken und sich den realen Gegebenheiten stellen.
Das kann der Verfasser diese Artikels mit dem Artikel auch tun. Wäre das in einem anderen Land geschehen, z.B. in den USA, dann wäre diese Meldung eine Sensation. Hier aber ist es eher ein Stück Realsatire.
In Mexiko kann man jederzeit Drogen kaufen. Der Verkauf des gesamten Spektrums weicher wie harter Drogen erfolgt in kleinen Shops über die Ladentheke, so wie wie bei uns Brötchen verkauft werden. Die Kartelle richten die Shops ein, lassen sie von ihren eigenen Schlägertrupps bewachen und bestechen die Polizei. Die Illegalität von Drogen ist in Mexiko derzeit nur noch eine Formalie ohne praktische Konsequenzen für die Konsumenten.
So genannte weiche Drogen zu entkriminalisieren wird ja schon seit längerem immer wieder gefordert. Man spricht in diesem Zusammenhang ja auch nicht dediziert von Legalisierung, sondern von Entkriminalisierung, was u.U. ein feiner Unterschied ist. Es ist schlicht und ergreifend nicht kriminell, wenn jemand für den eigenen Bedarf zwei, drei Cannabis-Pflanzen auf seinem Balkon oder in seinem Garten stehen hat. Zudem zeigen die Beispiele Holland, Tschechische Republik, Schweiz und einige Staaten im Südwesten der USA, das eine teilweise Legalisierung bzw. Entkriminalisierung einer weichen Droge wie Cannabis zu keinen gesellschaftlichen Verwerfungen oder apokalyptischen Zuständen führen muss.
Die Kriminalisierung von Drogen führt zwangsläufig auch zu Kriminalität. Eine Prohibition von staatlicher Seite war in der Geschichte noch nie erfolgreich. Weder bei Alkohol noch bei Drogen. Der Mensch lässt sich sein Recht auch Rausch nicht verbieten und findet immer Wege, staatlich Verbote zu unterlaufen. Selbst dann, wenn drakonische Strafen drohen, wie in manchen Ländern Asiens oder der arabischen Welt.
Man schätzt, dass heute etwa 17 Millionen Menschen in Europa Cannabis konsumieren. Bei der Bevölkerungsgruppe der heute 18- bis 60-jährigen in Westeuropa geben sogar über 70% an, mit Cannabis Erfahrungen gemacht zu haben. Das sind durchaus beeindruckende Zahlen, die die Realität widerspiegeln. Auch wenn wenn wir in Europa zum Glück keine Verhältnisse wie in Mexiko haben, sollte man auch hier die aktuelle Drogenpolitik einmal möglichst sachlich und ideologiefrei überdenken und sich den realen Gegebenheiten stellen.