Beweisaufnahme zum Costa-Concordia-Unglück Schettino weist Anschuldigungen von sich

Kein Manöver des Kapitäns, sondern die "Hand Gottes" habe die Leck geschlagene "Costa Concordia" in Küstennähe getrieben und so Schlimmeres verhindert. Mit diesen Worten hat der Staatsanwalt im italienischen Grosseto Francesco Schettino schwer belastet. Dieser konterte vor Gericht.

32 Menschen kamen bei dem Costa-Concordia-Unglück im Januar ums Leben - nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte es auch zu einer größeren Katastrophe kommen können. Dass es nicht noch mehr Opfer gab, sei jedenfalls nicht dem Kapitän Francesco Schettino zuzurechnen: "Es war die Hand Gottes, die das Schiff nach der Kollision mit einem Felsen nahe an die Insel Giglio brachte, kein Manöver des Kapitäns", sagte der leitende Staatsanwalt in Grosseto, wo die Beweissicherung zu dem Schiffbruch begonnen hat.

"Wenn nicht der Wind das Schiff in der Unglücksnacht an die Küste getrieben hätte, dann wäre es [auf See] gekentert und in einer Minute gesunken", fügte er an. Der leitende Staatsanwalt widersprach mit seinen Äußerungen den Anwälten Schettinos und auch früheren Behauptungen des Kapitäns, wonach er Schlimmeres noch vereitelt habe.

Das Kreuzfahrtschiff war mit mehr als 4200 Menschen an Bord zu nahe an die toskanische Insel Giglio herangefahren und hatte einen Felsen geschrammt. Es lief dann an der Küste auf Grund und kenterte.

Er hoffe, die Ermittlungen bis zum Jahresende abschließen zu können, sagte der Ankläger am Rande der Beweissicherung. Somit könne es 2013 zum Prozess kommen. Ermittelt wird nicht nur gegen den Unglückskapitän, sondern auch noch gegen andere führende Besatzungsmitglieder der "Costa Concordia" sowie gegen Verantwortliche der Genueser Reederei Costa Crociere.