Verlängerung der S7 Wolfratshauser S-Bahnhof wird tiefer gelegt

Wolfratshausen neuer bahnhof S-Bahnhof Wolfratshausen

(Foto: SZ Grafik)

Mit der Verlängerung der S 7 bekommt die Loisachstadt eine unterirdische Station: Planer und Ministerium haben die Bürgermeister erstmals in Details über den Tunnel eingeweiht.

Von Konstantin Kaip und Felicitas Amler

Die Verlängerung der S 7 bis Geretsried ist ein gutes Stück vorangekommen: Nach jahrelangem Ringen wurde der Tunnel für einen unterirdischen Bahnhof in Wolfratshausen in die Planung eingearbeitet. Vertreter des Planungsbüros, der Bahn und des Innenministeriums präsentierten den Bürgermeistern aus Wolfratshausen und Geretsried, Klaus Heilinglechner (BVW) und Michael Müller (CSU), sowie Landrat Josef Niedermaier (FW) und dem Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (CSU) am Montag die Entwürfe. Die "letztendliche Planung" sei noch nicht fertig, sagte Bachhuber dazu, es sei aber "eine Dynamik" erkennbar. Die Räte der Städte und der Kreistag sollen voraussichtlich im Juni über die Entwürfe diskutieren. Für die Bürger sind anschließend Informationsveranstaltungen geplant. Die Anhörung zu den förmlich eingereichten Widersprüchen werde Ende 2018, Anfang 2019 sein, so das Landratsamt.

Die Tieferlegung der S-Bahn war der Knackpunkt in der langjährigen Planung eines Ausbaus, da die Stadt Wolfratshausen eine Lösung mit Schranke nicht akzeptiert hätte. Nun erklärt Bürgermeister Heilinglechner Details: Der Tunnel für die Gleise soll rund 280 Meter lang werden. Er verlaufe etwa von der Mitte des derzeitigen Bahnsteigs auf Höhe des Bahnhofsgebäudes im Norden bis zum Ende des Parkplatzes der Kreisklinik im Süden. Der Bahnhof soll laut Heilinglechner mit Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen realisiert werden. Für Fahrgäste soll es zwei Zugänge geben: Im Norden sollen ein Aufzug und eine 3,20 Meter breite Treppe zum Bahnsteig führen; südlich der Sauerlacher Straße soll es nur eine Treppe geben.

Die Gleise sollen samt Bahnhof im Tunnel verschwinden.

(Foto: H. Pöstges)

Heilinglechner betont, dass am Montag nur Vorabpläne präsentiert worden seien. Es gebe noch einige Sitzungen, bis die Tektur fertig sei, die dem Eisenbahnbundesamt zur Prüfung übergeben wird. Das Planungsbüro Lahmeyer stellte am Montag erste Ergebnisse vor. Der Baubeginn hänge jedoch stark davon ab, wie schnell die Behörden arbeiteten. Die Planungen für die Tieferlegung der Gleise sind laut Landratsamt fertig, Restabstimmungen sollen in zwei bis drei weiteren Terminen mit den beteiligten Kommunen erfolgen. Dabei soll es beispielsweise um Details der Infrastruktur wie etwa Kanaltrassen gehen. Laut Zeitplan sollen die überarbeiteten Pläne bis Ende März den politischen Spitzen und schließlich dem Eisenbahnbundesamt vorgestellt werden.

Heilinglechner ist nach dem Termin am Montag zuversichtlich. "Es wurde ja vorher gemutmaßt, dass die S-Bahn-Verlängerung wegen der zweiten Stammstrecke in München nicht realisiert wird", sagt er. Diesen Eindruck habe er am Montag aber nicht gehabt. Vielmehr könne man nun "davon ausgehen, dass das umgesetzt wird und man endlich weiterkommt", sagt er. Auch Landrat Niedermaier blickt optimistisch auf die kommenden Schritte: "Das Gespräch war sehr erfolgreich", sagt er. "Es geht weiter."

Ähnlich äußert sich der Landtagsabgeordnete Bachhuber. Man sei "in einem sehr fortgeschrittenen Stadium", die Entwurfsplanung sei sehr gut, allerdings würden noch Varianten geprüft. Dabei spielten Fragen des Grunderwerbs eine Rolle, und eine, wie Bachhuber sagt, "gewisse in Wolfratshausen bekannte Grundwasserproblematik".

Das bayerische Innenministerium hatte Ende vorigen Jahres erklärt, es rechne nicht vor 2020 mit dem Abschluss des nötigen Planfeststellungsverfahrens; als Bauzeit würden etwa viereinhalb Jahre zugrunde gelegt.

An dem Projekt sind verschiedene Einrichtungen beteiligt: Die Deutsche Bahn ist Vorhabensträger, die Regierung von Oberbayern ist zuständig für das Anhörungsverfahren, das Innenministerium ist in der Projektbegleitung tätig und "für die Finanzierungsthematik zuständig".

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