Terroralarm in München Was wir über den Alarm in München wissen - und was nicht

Polizisten laufen am Silvesterabend durch den abgesperrten Hauptbahnhof.

(Foto: dpa)

Alle Informationen im Überblick.

Was wir wissen

  • Die Silvesterfeiern in München wurden von einer Terrorwarnung überschattet.
  • Der Hauptbahnhof der Stadt wurde geräumt, ebenso der Bahnhof Pasing. Massive Polizeiaufgebote sicherten danach die Eingänge. "Die Bedrohung hat sich ganz konkret auf Mitternacht bezogen und auf diese beiden Orte", sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf einer nächtlichen Pressekonferenz.
  • Selbstmordattentäter sollen geplant haben, um Mitternacht an beiden Orten Anschläge zu verüben. Die Rede ist von fünf bis sieben verdächtigen Personen.
  • Die Münchner Polizei hat am Donnerstagabend um 19.40 Uhr über die Berliner Behörden einen entsprechenden Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes erhalten.
  • Mit Blick auf die wenigen Stunden zwischen dem Warnhinweis und dem mutmaßlichen Anschlagszeitpunkt entschloss sich die Münchner Polizei zum öffentlichen Alarm. Um 22.50 Uhr gab sie die Terrorwarnung heraus.
  • Inzwischen sind beide Bahnhöfe wieder freigegeben, der akute Terroralarm ist aufgehoben. Im Stadtgebiet sind etwa hundert zusätzliche Einsatzkräfte unterwegs - sie gehen Streife und überprüfen "selektiv" Personen am Hauptbahnhof und am Bahnhof in Pasing.
  • Innenminister Herrmann bestätigt, dass der Hinweis vom französischen Geheimdienst kam.
  • Die Polizei hat bestätigt, dass es unabhängig von der Warnung am Donnerstag bereits vor einigen Tagen einen Geheimdienst-Hinweis auf mögliche Anschläge in München gegeben hat. Dieser bezog sich jedoch nicht explizit auf die Silvesternacht. Die Behörden sahen sich dadurch nicht zu öffentlichen Warnungen genötigt.

Was wir nicht wissen

  • Mit absoluter Gewissheit lässt sich nicht sagen, ob tatsächlich Attentäter Anschläge in München für die Silvesternacht geplant haben.
  • Zwar verfügt die Polizei über ausreichend Hinweise, um "etwa die Hälfte" dieser fünf bis sieben Verdächtigen identifizieren zu können. Noch ist jedoch nicht klar, ob sie sich in München aufhalten - es ist nicht einmal gesichert, dass diese Menschen tatsächlich existieren.
  • Es ist auch nicht im Detail bekannt, welchen Hintergrund diese angeblichen Verdächtigen haben. Leben sie in Deutschland? Sind sie erst vor kurzem eingereist? Wurden sie vom Islamischen Staat ausgebildet? Der Polizeipräsident teilte lediglich mit, dass es sich um syrische und irakische Staatsangehörige handle.
  • Der Bayerische Rundfunk berichtet zum ersten, unkonkreten Hinweis von vor einigen Tagen: Amerikanische Nachrichtendienste hätten berichtet, dass etwa fünf bis sieben Iraker in München einen Anschlag in ähnlicher Weise wie in Paris verüben wollen würden. Ein Teil der möglichen Attentäter soll nach diesen Informationen in einem Appartement-Hotel an der Landsberger Straße wohnen, die Bewohner seien observiert und überprüft worden. Eine Bestätigung für diese Details gibt es bislang nicht.

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