Performative Soziologie "Ein Leben im Flow"

Robert Jende hat radikale Visionen: Auflösung von Nationalstaaten, zirkulierende Besitzgüter statt Eigentum, weniger Arbeit statt mehr.

(Foto: Stefanie Preuin)

Empfindet man Angst oder Schönheit, wenn man heute die Welt anschaut? Der Soziologie-Doktorand Robert Jende fordert, dass Menschen Visionen entwickeln, statt zuzusehen, wie alles immer schlimmer wird.

Von Stefanie Schwetz

Frühjahr 2014. Ein Konzert in Jena. Das Noise-Rock-Duo Dyse spielt im Kulturzentrum "Kassablanca". Es ist warm. Es ist laut. Es ist eng. Und es ist lehrreich. Der Soziologe Robert Jende bahnt sich innerhalb kürzester Zeit den Weg von ganz hinten durch die wogende Menge bis zur Bühne. "Wie durch Butter bin ich da geglitten", erzählt er, "vollkommen widerstandslos."

Jende, 33, der in Jena studiert hat und am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität promoviert, bezeichnet dieses Erlebnis als "gelungene Weltbeziehung". Sein ...