München/Pullach Ein Klick zum Klimaschutz

Mit einem Online-Portal will der Landkreis den Dialog unter den Initiativen fördern und die Energiewende voranbringen

Von Iris Hilberth, Pullach

Dass Landrat Christoph Göbel (CSU) zum Sommerempfang des Landratsamts in der Pullacher Burg Schwaneck am Montagabend mit einem Hybrid-Fahrzeug vorfährt, kann aus seiner Sicht nur ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz sein. Das gilt auch für die 50 000 Pappbecher, die die Behörde jährlich vermeidet, weil sie Kaffee nur noch in Mehrweggeschirr serviert. Göbel will mit der Energieinitiative 29++ des Landkreises vorankommen. "Klimaschutz ist das Wichtigste, was uns bewegt", sagte er und startete an diesem Abend ein neues Online-Portal mit dem Titel "Klimadialog" des Landkreises, durch das er sich mehr Beteiligung und Austausch über das Thema erhofft.

Unter www.klimadialog.landkreis-muenchen.de findet man von sofort an die vielfältigen Aktionen des Landkreises, seiner Kommunen, der Unternehmen, Verbände, Interessensgruppen und Ideen aus der Bürgerschaft zur Initiative 29++. "Sie können sich den Klimadialog als eine Art schwarzes Brett vorstellen. Hier kann man Informationen einholen, Angebote und Gesuche einstellen und Gleichgesinnte kennenlernen", so Göbel. Man könne es zu Hause und unterwegs jederzeit nutzen. "So schaffen wir eine niederschwellige und unverbindliche Möglichkeit für jeden Einzelnen, sich dem Thema anzunähern", sagte der Landrat.

Göbel verwies in Pullach auf das enorme Wachstum der Weltbevölkerung. "Wenn wir hier die demografische Veränderung diskutieren, hat das nichts mit dem zu tun, wie sich die Welt entwickelt", sagte er und verwies darauf, wie wichtig es sei, dass die Lebensgrundlagen auskömmlich seien. "Da stehen Nachhaltigkeit und Klimaschutz an oberster Stelle." Es gehe um die Sensibilisierung jedes Einzelnen dafür, was im Landkreis gemacht werden müsse. "Wir müssen offen sein für die Themen. Das sind keine Randspinnereien irgendwelcher Grünen. Wir sind alle gefragt", betonte der Landrat. Der Landkreis habe in dem Bereich das Personal aufgestockt, um "wirklich wichtige Anstöße zu geben", sagte Göbel.

Der digitale Klimadialog besteht aus vier Kernelementen. Im eigentlichen "Dialog" können die Teilnehmer sich austauschen, konkrete Fragen stellen und Meinungen diskutieren. Unter "Aktuelles" werden Termine, Veranstaltungen und Neuigkeiten zum Klimaschutz veröffentlicht. Der Bereich "Projekt" informiert über neue Konzepte von der Idee bis zur Umsetzung. Man kann ein Projekt hier auch gemeinsam entwickeln. Dann gibt es noch die "Pinnwand", auf der man tauschen, teilen, leihen, schenken und helfen kann. Das Landratsamt sieht sie als "digitalen Marktplatz für Nachbarschaftshilfe". Um am Klimadialog teilzunehmen und alle Möglichkeiten und Werkzeuge des Beteiligungsportals zu nutzen, muss man sich kostenlos registrieren. Dann kann man seine individuellen Nutzereinstellungen konfigurieren und Interessenschwerpunkte orts- und themenbezogen auswählen.

Landrat Göbel sieht ein großes Potenzial im Landkreis. Ideen, Vorstellungen und Wünsche zu den Themen gebe es in der Bürgerschaft zuhauf. Er verweist vor allem auf die Solarenergie. "Die Kraft der Sonne ist insbesondere gefragt", sagte er, "die Leute wollen wissen, was sie auf ihrem Dach tun können." Bauen mit Holz sei ein weiteres Thema, auch die Schwerlasträder, deren Anschaffung der Bund mit 2500 Euro fördere, rückten in den Fokus. Oft fehle es aber an Mitstreitern, am Netzwerk oder am fachlichen Know-how.

Genau hier soll der Klimadialog ansetzen, bestätigt der Leiter des Sachgebiets Energie und Klimaschutz im Landratsamt, Christian Wolf. Auch die Mitarbeiter seiner Abteilung sowie die Kollegen aus dem Bereich Mobilität, die Umweltreferenten und die Klimaschutzmanager im Landkreis stehen bei organisatorischen oder fachlichen Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.