München BND stationierte Technik in den Glockentürmen der Frauenkirche

Blick auf die Frauenkirche aus dem Maximilianeum heraus.

(Foto: Florian Peljak)

Einem Medienbericht zufolge hat der Bundesnachrichtendienst noch vor dem Mauerfall Sende- und Empfangsanlagen verbaut, um Spione zu beschatten.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einem Bericht des Spiegels zufolge die Münchner Frauenkirche für das Beschatten von Spionen oder ausländischen Diplomaten genutzt. Die Geheimdienstmitarbeiter hätten dazu Sende- und Empfangsanlagen in die Glockentürme eingebaut, schreibt das Magazin.

Die Agenten hätten während einer Observation Funkverkehr untereinander und mit der Zentrale in Pullach halten können. Der Einbau sei vor dem Mauerfall 1989 erfolgt, mittlerweile greife der BND "wohl nicht mehr" auf die Anlage zurück, hieß es.

Das Magazin zitiert einen BND-Veteranen mit den Angaben, dass auch eine weitere Behörde die Kirche für Beschattungen genutzt habe und dies möglicherweise heute noch tue.

Auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur bestätigte Domdekan Lorenz Wolf als Hausherr der Kathedrale, dass sich im Nordturm "diverse technische Einrichtungen verschiedener Organisationen" befänden. Zur Arbeit des BND könne nur dieser selbst Auskunft geben. Der Geheimdienst erklärte auf Anfrage: "Zu operativen Aspekten seiner Arbeit berichtet der Bundesnachrichtendienst grundsätzlich nur der Bundesregierung und den zuständigen Stellen des Deutschen Bundestages."