Robotik-Wettbewerb in Garching Mit "Schrottkiste" auf den Testparcours

Abmarsch, Roboter: Alina (rechts), Laura und Florian mit ihrem "Pünktchen".

(Foto: Robert Haas)

Schüler treten bei einem Wettbewerb der Garchinger Fakultät für Maschinenwesen mit selbst gebauten Mini-Robotern an. Zum Programmieren haben die Teams nur drei Stunden Zeit.

Von Christina Jackson, Garching

Gespannt beobachtet Fridolin Ambach Salazar im Hörsaal der Garchinger Fakultät für Maschinenwesen, wie sein programmierter Miniroboter die Teststrecke absolviert. Der Schüler ist 13 Jahre alt , und gemeinsam mit vier weiteren Teilnehmern dieses Roboter-Wettbewerbs besucht er im Gymnasium Ottobrunn den Wahlkurs Robotik. "Schrottkiste" haben sie den fahrbaren Mini-Computer genannt, der einen Test-Parcours entlangfährt. Die Schüler des fünfköpfigen Teams sind nicht die einzigen Roboter-Fans aus Ottobrunn. Ein fortgeschrittener Kurs ihres Gymnasiums befindet sich zeitgleich in Südafrika, um am Finale der First-Lego-League teilzunehmen. Beide Wettbewerbe fördern das technische Verständnis der Schüler.

Wie Nachwuchsingenieure bauen sie die Roboter mit so genannten RCX- und NXT-Teilen auf. Das sind programmierbare Legosteine und Steuerungscomputer. Die Teilnehmer im Alter zwischen elf und 15 Jahren befassen sich dabei mit Themen, die Außenstehende an Science-Fiction-Romane erinnern. Teilgebiete der Informatik wie etwa der künstlichen Intelligenz kommen ebenso zur Sprache wie der Elektrotechnik und des Maschinenbaus. Ziel der Robotik ist es, durch Programmierung ein gesteuertes Zusammenarbeiten der Elektronik und Mechanik herzustellen.

Die Wipp-Brücke ist das schwierigste Hindernis

Auf dem Parcours in Garching soll "Schrottkiste" diverse Hindernisse überwinden. Dazu gehören gezackte Linien ebenso wie eine Brücke, die nur dann die Überfahrt ermöglicht, wenn man sie wie eine Wippe nach oben schaukelt. Fahrstuhlähnlich ist diese Hürde aufgebaut. Der Roboter kann sie nur dann passieren, wenn er vor und zurück fährt, um sie durch diese Bewegung anzuheben. Ein schwieriges Unterfangen, das bei der Programmierung Höchstleistung verlangt.

"Es gibt verschiedene Blöcke für die Bewegung sowie Sensoren zur Steuerung", erklärt Fridolin. Den Roboter hat sein Team bereits in der Schule zusammengebaut. Zum Programmieren für die Wettbewerbsstrecke gab es drei Stunden Zeit. Erst bei ihrer Ankunft in Garching haben die Teilnehmer erfahren, welche Hindernisse "Schrottkiste" überwinden muss. Dabei spielt die Zeit eine große Rolle. Wer alle Hürden möglichst schnell nimmt, hat gewonnen.

Maximal drei Minuten darf der Roboter für die gesamte Strecke benötigen. Das Ottobrunner Team zeigt sich zuversichtlich. Das schwierigste Hindernis, die Brücke, scheint ihr Roboter ohne Probleme hinter sich zu lassen. Bis er dann kurz vor der Überfahrt stoppt. Immerhin: Die restliche Strecke fährt er ohne Fehler ab.

In Test-Parcours bewiesen die Miniroboter der Nachwuchsingeneure in einem Wettbewerb der Fakultät für Maschinenbau ihr Können.

(Foto: Robert Haas)

30 Teams aus ganz Bayern sind am Staret

Seit 13 Jahren findet der Robotik-Wettbewerb an der Technischen Universität München statt. 30 Teams aus Bayern nahmen dieses Mal teil. Die drei besten Gruppen erhalten Geschenke, die das erlernte Wissen vertiefen. Die Erstplatzierten bekamen den Roboter-Bausatz Variobot Tibo, für den zweiten Platz gab es einen Arduino Micro, einen Chip mit eingebauter USB-Kommunikation, und die Drittplatzierten durften sich über das Lehrbuch "Einstieg in die Elektrotechnik" freuen.

Für das Team aus Ottobrunn hat es nicht gereicht. Den ersten Platz erreichten Gymnasiasten aus Freising. Platz zwei und drei gingen nach Kaufbeuren. Für Fridolin steht ohnehin der Spaß am Experimentieren im Vordergrund. Obwohl ihn Elektrotechnik und Informatik faszinieren, sehen seine Pläne anders aus. Er möchte Medizin studieren.