Gamsbar an der Brienner Straße Versteckspiel mit dem Bär

Alpenblick und Gamserl-Trunk: Die gediegene Gamsbar will mehr Leben in die Brienner Straße bringen. Ob das funktioniert? Denn die Betreiber verzichten auf etwas, was in anderen Lokalen ein Muss ist.

Von Andreas Schubert

Bei der Namensgebung für Kneipen treiben Wirte ja allerlei mehr oder minder kreativen Schabernack. Ob nun Wunder-, Sonder- oder Kost-, Ess-, Esco- oder Cubar, es gilt: Hauptsache Wortspiel. Neuester Zugang in der Liste der eingängigen Namen ist die Gamsbar, die am 22. September im Arco Palais an der Brienner Straße eröffnet hat - pünktlich zum Wiesnanstich. "Sooo 'n Gams-Bart" könnte man nun zurückwitzeln, angesichts der Erkenntnis, dass derartige Späße nun wirklich nichts Neues sind. Aber gut: Irgendeinen Namen braucht das Lokal ja.

Immerhin haben sich die Wirtsgeschwister Peter Eduard und Brigitte Meier ein konsequentes Konzept für ihre Bar ausgedacht: Ein nobles Ambiente, das zum Umfeld der von teuren Läden und Galerien geprägten Gegend passt. Das Ganze ist fröhlich ausgeschmückt mit alpenländischen Details. So ist die Gams als Wappentier des Lokals allgegenwärtig: als Fries an der Deckenkante, auf Tellern und Tassen. Und an der Wand hinter dem Tresen hängt eine Panorama-Tapete der französischen Traditionsmarke Zuber, die eine Szene aus den Schweizer Alpen zeigt. Der Gag dabei ist: Irgendwo auf dem Bild ist ein Bär versteckt. Kinder, die ihn ausfindig machen, bekommen ein Freigetränk spendiert. Man zeigt sich familienfreundlich an der Brienner Straße.

Die Meiers sind neu in der Gastroszene. Eigentlich steht der Name Ed Meier seit Generationen für hochwertiges Schuhwerk. Dass nun direkt neben dem Schuhhaus ein Lokal entstanden ist, begründet Kaspar Triller, der die Gamsbar dem eigenen Bekunden nach als "Projektleiter" betreut, so: "Wir wollen wieder mehr Leben in die Brienner Straße bringen."

Die Gamsbar, sagt Triller, sollte natürlich zum Laden von Peter Eduard Meier passen. Entsprechend aufwendig ist die Innenausstattung. Der Boden: Granit; der Tresen: handgehobeltes Kirschholz. Die Preise sind dabei gehoben. So kostet ein 0,3-Glas Bier (Arco Zwickel) 3,80 Euro, für Longdrinks und Cocktails werden 9,50 Euro fällig. Den Espresso gibt es für 1,90 Euro, den Haustrunk "Gamserl" (Lillet rosé mit Holunderblütensirup, Prosecco, Cranberry und Soda) für 6,50 Euro. Barfood steht natürlich auch auf der Karte: Chili con Carne und Hot Dog für jeweils 6,50, die Gulaschsuppe für 7,50 Euro.

Zielgruppe des Lokals sei nicht das Partyvolk, sondern alle, die sich tagsüber ein bisschen vom Shoppen erholen, einen schnellen Kaffee gönnen wollen, oder einfach nur Lust auf ein Feierabendgetränk in unaufgeregter Atmosphäre haben. "Eine Oase der Ruhe" solle die Gamsbar sein, sagt Kaspar Triller. Und so verzichten die Betreiber komplett auf Musikbeschallung - was selten und angenehm ist. Ein weiterer Clou der Gamsbar: Im Sommer gibt es eine Freisitzfläche, die bis 1 Uhr geöffnet bleiben soll.