Frühstückscafé Heinrich Matters Ein Café mit Hipster-Potenzial

Das neue Frühstückscafé Heinrich Matters in der Luisenstraße 47.

(Foto: Stephan Rumpf)

Iced Smoothie Bowls und Avocado-Brot mit Zitronen-Öl: Das neue Café Heinrich Matters in der Maxvorstadt lässt Foodblogger-Herzen höher schlagen.

Von Jacqueline Lang

Die neuen Besitzer der ehemaligen Pizzeria "Bei Raffaele", Sandra und Henning Dürr, sind längst keine Unbekannten in der Münchner Gastro-Szene mehr. Seit 2011 führen sie erfolgreich den Kiosk "Fräulein Grüneis" im Englischen Garten, der einst ein Klohäuschen war. Nun aber also ein neues Café. Und ein Restaurant. Und eine Bar. Das "Heinrich Matters" macht morgens um 9 Uhr auf und schließt unter der Woche erst um Mitternacht. Deshalb kann man dort nicht nur frühstücken, sondern auch mittags essen und abends noch einen Absacker trinken.

Doch woher der Name? Der Vater von Henning Dürr hieß Heiner und war Professor für Geographie an der Technischen Universität direkt gegenüber. Wollte man streng mit ihm sein, wurde aus Heiner Heinrich und später, als Heiner an der Universität in Bochum lehrte, hieß eines seiner Seminare "Geography matters". Deshalb ist der Name des neuen Cafés mitten in der Maxvorstadt als kleine Hommage zu verstehen. Heinrich matters eben.

Doch zurück zum Wesentlichen: dem Frühstück.

So sieht es im Heinrich Matters aus

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Was gibt es da und was kostet das?

Gute Frühstückscafés gibt es in der Maxvorstadt viele, auch in direkter Nähe zum Heinrich Matters. Doch die sind alle, vor allem am Wochenende, stark überfüllt. Ein Café mehr schadet also bestimmt nicht, zumal die zwei Seiten lange Frühstückskarte wirklich keine Wünsche offen lässt. Da gibt es zum einen natürlich die mittlerweile fast obligatorisch gewordenen Bowls, hinter denen sich letztlich nichts weiter als ein einfaches Bircher Müsli (6,50 Euro) oder ein griechischer Joghurt oder wahlweise auch ein Sojajoghurt verbirgt (beides 7,50 Euro). Die ausgefallenere Bowl-Variante sind die sogenannten Iced Smoothie Bowls, also püriertes Obst mit Knuspermüsli und frischen Früchten wie beispielsweise die Pfirsich-Ingwer-Bowl oder die Mango-Minze-Bowl (je 8,90 Euro). Statt im Glas werden die Smoothies hier in der Schüssel hübsch angerichtet und lassen Foodblogger-Herzen garantiert höher schlagen.

Ebenso wie die Bowls, darf natürlich auch die Avocado längst auf keiner Frühstückskarte mehr fehlen. Im Heinrich Matters gibt es die grüne Frucht auf Brot entweder nur mit einem Spritzer Zitronen-Öl (7,50 Euro), mit zusätzlich veganem Tofu-Rührei (9,50 Euro) oder pochierten Eiern (9,90 Euro). Wer es morgens am liebsten herzhaft mag, der ist in dem Café in der Luisenstraße sowieso bestens aufgehoben, denn das Motto lautet: Egg Matters. Drei Spiegeleier gibt es mit gegrillten Tomaten und Frühlingszwiebeln (6,50 Euro) oder Bacon (6,90 Euro), Rühreier und Omeletts mit Tomate und Schafskäse (6,90 Euro) oder Chorizo und Spinat (7,20 Euro). Ein weiteres Highlight sind die belgischen Waffeln, die es entweder süß mit Sahne und frischen Früchten (6,90 Euro) oder deftig mit geräuchertem Lachs (8,90 Euro) gibt. Für alle, die es am liebsten klassisch mögen, gibt es ein Frühstück mit Croissants, Marmelade, Brotkorb und Wurst- oder Käseplatte und einem (leider nicht weich) gekochten Ei (12,90 Euro).

Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es in der Vitrine eine kleine Auswahl an Kuchen (3,40 Euro), Zimtschnecken und veganen Apfel-Zimtschnecken (je 2,90 Euro) oder eine Butterbrezn (1,90 Euro). Der Espresso kostet 1,90 Euro, der Cappuccino 3,20 Euro und die hausgemachten Limonaden, Thymian-Limette oder Ingwer-Zitrone bekommt man für 3,60 Euro und für alle, die schon morgens allen Grund zum Feiern haben, gibt es ein Gläschen naturtrüben Bio-Prosecco für 4,60 Euro. Damit sind die Preise im Heinrich Matters im Vergleich zu der kleinen Schwester am Eisbach ein wenig teurer, aber das dürfte wohl der exklusiven Lage geschuldet sein.

Wer geht da hin?

Die Dichte an Louis Vuitton-Taschen spricht für sich. Wer sich im Heinrich Matters zum Frühstück trifft, der hat ganz sicher zuvor mehr als nur einen flüchtigen Blick in den Spiegel geworfen. Für die Gäste gilt deshalb genau das gleiche, was für die gesamte Inneneinrichtung des Cafés gilt: Was auf den ersten Blick zusammengewürfelt und spontan wirkt, wie alte bekritzelte Schulstühle und Industrielampen, von denen die Farbe abblättert, ist in Wahrheit ein gut durchdachtes Gesamtkunstwerk. Der ideale Ort für alle, die gerne sehen und gesehen werden wollen.

Wie viel Zeit bringt man mit?

Vor allem am Wochenende sollten Gäste viel Zeit mitbringen. Zum einen, weil man eine kurze Verdauungspause einlegen muss, bevor man nach dem Avocado-Brot auch noch die Pancakes bestellen kann, zum anderen ist das junge Personal zwar auf Zack, aber eben nach knapp drei Wochen noch nicht ganz eingespielt. Der Kaffee kommt deshalb zwar bereits kurz nach der Bestellung, beim Frühstück dauert es aber schon ein wenig länger und lange nachdem die Teller leer sind, stehen sie noch vor einem auf dem Tisch. Großer Pluspunkt: Zu keinem Zeitpunkt entsteht das Gefühl, nur willkommen zu sein, wenn die Karte einmal rauf und runter bestellt worden ist. Gäste dürfen in Ruhe sitzen bleiben, solange sie mögen. Unbedingt reservieren.

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