Ausstellung "Die Beatles im Comic" Pilzköpfige Superhelden

Helden unter sich: die "Beatles" im Batman-Comic.

(Foto: Neal Adams)

Woran denken Sie, wenn vier Gestalten über einen Zebrastreifen laufen? Eine Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum zeigt, was Zeichnern aus aller Welt zu den "Beatles" einfällt.

Von Dirk Wagner

Vier Gestalten gehen über einen Zebrastreifen. Ganz gleich, ob das nun Disney-Figuren sind, Comic-Superhelden oder die Punkband Die Ärzte plus ein sie begleitendes Pferd, sofort entstehen Assoziationen zum berühmten Cover der Beatles-LP "Abbey Road". Das kann man auch in der Ausstellung "Die Beatles im Comic" im Valentin-Karlstadt-Musäum an einigen präsentierten Beispielen prüfen. Der Asterix-Übersetzer Horst Berner, der vergangenes Jahr eine kleine Schrift zum Thema veröffentlicht hat, hat die Ausstellung mit dem Münchner Comic-Experten Michael Kompa für das diesjährige Münchner Comicfestival kuratiert, das am 4. Juni beginnt.

Weil die Vorbereitung der Beatles-Ausstellung zu aufwendig für das viertägige Comicfest erschien, wird sie schon an diesem Donnerstag um 19 Uhr mit Live-Musik der Revolutions-Band eröffnet. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Zeichnungen von Klaus Voormann, der nicht nur für das Album-Cover der Beatles-LP "Revolver" berühmt ist, sondern überhaupt zu den Entdeckern der Beatles zählt. Seine Begegnung mit den Fab Four in Hamburg Anfang der Sechziger, als Bert Kämpfert sie noch als Begleitband des Sängers Tony Sheridan verheizte, ist in der Ausstellung auch in einigen aktuellen Comics anderer Künstler nachzulesen, die die Beatles-Geschichte erzählen.

Die Beatles mit Duckface

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Dass die Beatles später sogar als Comicfiguren auf Superhelden wie Batman treffen würden oder im entsprechenden Asterix-Band die britische Popkultur repräsentieren, konnte Kämpfert ja nicht ahnen.

Auch nicht, dass die Geier in Disneys "Dschungelbuch" bald schon Beatles-Frisuren tragen würden. 1965 zeichnete Joe Sinnott, der als Inker der Comicreihe Fantastic Four berühmt ist, die erste Comic-Bio der Fab Four. Als die Comicfigur Little Annie Fanny im selben Jahr in einer Serie im Playboy-Magazin das erste Mal auf die Beatles traf, wurden alle außer Ringo namentlich verwechselt.

Die anfänglichen zeichnerischen Unsicherheiten mit den Gesichtszügen der Liverpooler weist die Ausstellung im Valentin-Karlstadt-Musäum ebenso auf wie überhaupt die Schwierigkeit einiger Menschen, die berühmten Vier auseinander zu halten. Oft werden sie auch nur an ihren Frisuren festgemacht, die laut einigen Comiczeichnern einem Wischmop gleichen. Dass eine Donald Duck-Geschichte über Perücken darum auch von den Beatles inspiriert sei, wie Horst Berner in seinem Buch ebenso wie in der Ausstellung behauptet, scheint dann aber doch sprichwörtlich an den Haaren herbeigezogen. In der Unmenge von Exponaten, die im kleinen Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums zu entdecken sind, fällt ein solcher Fehler zum Glück nicht ins Gewicht.

Als Little Annie Fanny den Beatles 1969 übrigens ein weiteres Mal begegnen sollte, lehnte der Playboy-Herausgeber die Geschichte ab, weil die Band sich ohnehin bald auflösen würde. Der damals gestrichene Comicstrip von Harvey Kurtzman und Will Elder ist darum ein weiterer Höhepunkt in Kompas und Berners Ausstellung, für die der italienische Disney-Zeichner Massimo Fecchi sogar eine alte Zeichnung neu anfertigte, nachdem kein Original zu finden war.

Die Beatles im Comic, Valentin-Karlstadt-Musäum, Tal 50. Eröffnung: Donnerstag, 7. Mai, 19 Uhr mit Live-Musik der Revolutions-Band. Zu sehen bis 7. Juli: Montag, Dienstag und Donnerstag 11.01-17.29 Uhr, Freitag und Samstag 11.01-17.59 Uhr, Sonntag 10.01-17.59 Uhr