Altstadt 57-Tonnen-Bagger an der Sonnenstraße ist geborgen

Schritt für Schritt: Zunächst hievte der Spezialkran am Samstagvormittag den Baggerarm aus der Baugrube.

(Foto: Manuel Kronenberg)
  • Im Zentrum von München ist die Bergung eines Baggers gelungen, der in eine Baugrube gestürzt war.
  • Seit Donnerstag steckte die Maschine nach einem Unfall fest, bei dem der Baggerfahrer leicht verletzt wurde.
  • Nun brauchte es einen Spezialkram, der den Bagger schrittweise aus der Grube zog.
Von Manuel Kronenberg

Der an der Münchner Sonnenstraße in eine Baugrube gekippte Bagger ist geborgen. Er liegt nun neben der Grube, kann aber am Wochenende nicht mehr abtransportiert werden. Es fehle noch die Genehmigung des Kreisverwaltungsreferats, sagte ein Mitarbeiter des beteiligten Schwerlastunternehmens. Frühestens am Montag sei mit dem Abtransport des Baggers zu rechnen.

Seit Donnerstag steckte die Maschine in der Grube fest, auf einer Baustelle direkt an der Sonnenstraße im Zentrum Münchens. Der Unfall war spektakulär. Der Baggerfahrer war mit Abbrucharbeiten beschäftigt, als er mitsamt Maschine fünf Meter tief in das Untergeschoss des Areals stürzte, weil die Betondecke nicht standhielt. Der Fahrer wurde leicht verletzt und konnte sich selbst befreien. Sonst passierte niemandem etwas.

Erste Bergungsversuche am Donnerstag scheiterten. Es bestand das Risiko, dass der Untergrund nachgibt und die Baumaschine erneut absackt. Die Gefahr für Fußgänger war zu groß. Es musste eine größere Maschine kommen, um den 57 Tonnen schweren Bagger aus der kleinen Baugrube zu heben.

Die Bergung verläuft schrittweise, erst der Baggerarm, dann der Rest

Ein Spezialkran einer Privatfirma stand also am frühen Samstagmorgen bereit. Er wog alleine bereits hundert Tonnen und wurde für den Einsatz noch mit zusätzlichen Gewichten beschwert - laut Polizeiangaben mit insgesamt 400 Tonnen. Die riesige Maschine blockierte die gesamte Breite der Sonnenstraße, die deshalb an dieser Stelle seit Freitag gesperrt war, was lange Staus nach sich zog. Die Trambahnen fuhren am Samstag wieder wie gewohnt. Die Oberleitungen waren dem Bergungskran nicht im Weg.

Die Bergung verlief schrittweise. Erst sollte am Samstagvormittag der Baggerarm aus der Baugrube gehievt werden, der erste Versuch scheiterte. Die am Baggerarm befestigte Schlaufe riss beim Anheben, schleuderte durch die Luft und krachte gegen die Ketten des Bergungskrans. Ein Raunen ging durch eine Gruppe von Schaulustigen, die am Rande der Baustelle standen und das Geschehen verfolgten.

Trotz Regens versammelten sich zeitweise etwa 40 Menschen um den Bauzaun: Passanten, Bagger-Interessierte, Väter mit Kindern. Einige kletterten auf einen hohen Betonklotz am Straßenrand. Von dort aus hatten sie einen hervorragenden Blick auf die Baustelle. "So etwas hat man nicht alle Tage", sagte einer.

Die komplizierte Bergung brauchte Zeit. Mehr als drei Stunden dauerte es, bis der Baggerarm aus der Grube befördert werden konnte. Gegen Mittag lag er schließlich zum Abtransport bereit. Dann begann der Hauptakt, die Bergung des Baggers selbst. Einer der Arbeiter hoffte, dass das noch vor Anbruch der Dunkelheit gelingen würde. Am Nachmittag durfte er aufatmen: Sie haben den Bagger aus der Grube gehievt.

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