Sponsoring-Verbot trifft Krombacher Tatort ohne "Perle der Natur"

Eine Ära geht zu Ende Die Insel aus der Krombacher-Werbung: Vor 570 Folgen war sie im Vorspann des sonntäglichen Tatorts zu sehen. Nach 18 Jahren ist jetzt Schluss damit.

(Foto: obs/Krombacher Brauerei GmbH & Co.)

Diese Insel kennt fast jeder Deutsche - mit dem Eiland im Stausee der Wiehl-Talsperre bewarb die Brauerei Krombacher 18 Jahre lang ihr Bier vor dem sonntäglichen "Tatort". Damit macht der Rundfunkstaatsvertrag im neuen Jahr nun Schluss - die Brauerei hat sich schon neue Werbeformen ausgedacht.

Manche Zuschauer kennen den Tatort gar nicht mehr ohne Krombacher, denn die Brauerei präsentierte den Sonntagskrimi immerhin 18 Jahre lang. Die Werbung für das siegerländische Bier war vor 570 Sendungen zu sehen.

Ab dem 1. Januar 2013 muss der Tatort ohne die idyllische Insel und den mit ihr beworbenen Gerstensaft ("Perle der Natur") auskommen. Der neue Rundfunkstaatsvertrag verbietet das sogenannte "Presenting" einzelner Sendeformate durch Werbekunden.

Das Verbot gilt allerdings nur nach 20 Uhr sowie an Sonntagen und bundesweiten Feiertagen. Und Ausnahmen gibt es für die anderen großen TV-Präsentationen, für die Krombacher seit Jahren bekannt ist: sportliche und finanziell aufwendige Großereignisse wie Olympische Spiele, Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft, Halbfinale und Endspiele bei Fußballwelt- und Europameisterschaften, DFB-Pokalspiele ab dem Halbfinale sowie Endspiele von Europa- und Champions-League mit deutscher Beteiligung.

Bei Krombacher herrscht dennoch Wehmut: Es sei zu einer "erfolgreichen Symbiose" gekommen, sagte Uwe Riehs, Geschäftsführer Marketing, in einer verbreiteten Mitteilung. "Von daher bedauern wir es sehr, dass diese Kooperation nun endet."

Den Werbeetat wird Krombacher nicht reduzieren, wie ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das Geld fließe auch weiterhin in die Medien. Um welche Summe es sich dabei genau handelt, sagte der Sprecher nicht. Die Nähe zur Natur demonstriert Krombacher aber schon bei anderen Werbekampagnen, wie etwa beim "Krombacher Regenwald-Projekt" - einer Öko-Imagekampagne gemeinsam mit dem WWF.

Insgesamt gibt der Bierbrauer aus Kreuztal (Nordrhein-Westfalen) knapp zehn Prozent seines Jahresumsatzes (640 Millionen Euro) für Werbezwecke aus. ARD und ZDF verdienten mit Sponsoring-Spots laut Medienberichten 60 Millionen Euro im Jahr. Dass sie nun auf diese Einnahmen verzichten, ist ein Zugeständnis der Sender an die Länder. Im Gegenzug verankert der neue Rundfunkstaatsvertrag, dass ARD, ZDF und DeutschlandRadio ab Januar Gebühren pro Haushalt und nicht mehr pro Gerät einziehen können. Die Zahl der Gebührenzahler dürfte sich dadurch erhöhen, weil nun auch Haushalte herangezogen werden, die kein Rundfunkgerät oder etwa nur ein Radio betreiben. Gleichzeitig betonen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstallten, dass die Reform des Staatsvertrags nicht dazu dienen solle, ihre Einnahmen zu erhöhen. Etwaige Mehreinnahmen müssten sie sogar in die folgende Abrechnungsperiode transferieren. Die Abgabe bleibt mit 17,98 Euro pro Monat vorerst stabil.