RTL-Dschungelcamp 2018 Tag drei im Dschungel: Kröten beim Liebesspiel

Badespaß mit La-Ola-Welle: Tatjana Gsell, Kattia Vides, Jenny Frankhauser, Giuliana Farfalla, Sandra Steffl, Ansgar Brinkmann (von links) im Dschungelcamp-Naturpool.

(Foto: RTL)

Die Dschungelcamp-Macher bemühen sich, Sex reinzubringen. Doch diese Episode ist so aufregend wie ein Bademodenkatalog für die ganze Familie.

TV-Kritik von Johanna Bruckner

Thema des Tages: Sex. Zumindest versucht RTL, diesen Eindruck zu erwecken. So darf Moderator Daniel Hartwich die Sendung mit einem sensationslüsternen "Es wird schlüpfrig" einleiten. Es folgen Bilder aus dem ans Camp angegliederten Naturpool, die das Erregungsniveau eines Familien-Bademodenkatalogs haben. Zwischendurch sagt Ex-Bachelorette-Kandidat David Friedrich: "So viele nackte Frauen." Vielleicht auch: "Zu viele nackte Frauen." Das ist schwer zu verstehen. Aufregender wird's nicht.

Auch der zweite Versuch des Senders, Sex in die Sendung zu bringen, scheitert. Ex-Profikicker Ansgar Brinkmann hatte vor dem Camp über Kandidatin Kattia Vides gesagt: "Das Erste, was ich zu ihr sagen werde, ist: 'Können wir bitte erst miteinander schlafen und dann reden?" Da steckt Zündstoff drin, mag sich RTL gedacht haben, doch im Dschungel angekommen sind Ansgars Worte so explosiv wie ein Teelicht. Kattia sei eine lebensbejahende Person, gibt er zu Protokoll. Und schließt das Thema staatsmännisch ab: "Frauen sind mit das Coolste, was diese Welt hat."

Worüber wurde am Lagerfeuer gesprochen? Giuliana Farfalla, die jüngst das erste Transgender-Model auf dem Playboy-Cover war, erzählt über den schmerzhaften Weg vom Mann zur Frau. Es geht um Anfeindungen und die nötigen medizinischen Eingriffe. Zwei Wochen sei sie nach der geschlechtsanpassenden OP im Krankenhaus gelegen, bevor sie sich auf eigene Gefahr selbst entlassen habe: "Ich hätte eigentlich länger bleiben müssen, aber das Finale von Germany's Next Topmodel war." Die Mitcamper bemühen sich sichtlich darum, die richtigen Worte zu finden und Giuliana Mut zuzusprechen. Fast rührend ist David Friedrichs Kommentar dazu, dass Giuliana nicht schwanger werden kann: "Wenn du 'n Typ gewesen wärst, hätte es ja auch nicht geklappt."

Das sind die Dschungelcamp-Kandidaten 2018

mehr...

Und die Dschungelprüfung? Endet mit tröstenden Worten. Tatjana Gsell sagt zu Matthias Mangiapane: "So 'n Typ wie Legat, klar, der stürzt da rein, der ist 'ne Kampfmaschine. Aber du bist 'n Mädchen." Ein Satz, der sich anfühlt wie eine dreifache Beleidigung - was ist passiert?

Matthias soll zu einer Übung mit dem Titel "Spaßbad" antreten. Weitere Details sind eigentlich nicht nötig, denn Matthias scheitert nicht an den mit Krebsen und Wasserschlangen präparierten Kammern im Pool, sondern am Antreten. Auf der Leiter am Beckenrand stehend sagte er: "Ich hab' jetzt schon Beklemmungen." Es folgt der australische Gang zu Canossa: den Mitcampern beichten, dass es wieder nur Reis und Bohnen gibt. Matthias entscheidet sich für die Lösungsvariante "kurz und schmerzhaft". Mitcamper: "Was'n passiert?" - Matthias: "Katastrophe."

Zur unlösbaren Prüfungsaufgabe kommen dann auch noch verdammt verständnisvolle Konkurrenten. Jenny Frankhauser sagt: "Egal, du hast es probiert!" Matthias muss einräumen: "Nee, hab ich nicht." Wenn's mal nicht läuft ...

Tiere des Tages: "fickende Kröten" (O-Ton Sandra Steffl). Das Liebesspiel der Amphibien lässt Sandra und Mitbewohnerin Giuliana Farfalla aus dem Bett schrecken. Giuliana fällt beim Versuch, von dem Treiben wegzukommen, fast ins Lagerfeuer. Was dem Ausdruck "brennende Leidenschaft" eine ganz neue Bedeutung verliehen hätte.

Satz für die TV-Annalen: "Wenn hier alle im roten Bereich sind, sind wir Leistungssportler noch im Urlaub." (Ex-Fußballer Ansgar Brinkmann analysiert das wiederholte Versagen in der Dschungelprüfung.)

Moral der Geschichte? Wo ein Wille ist, da ist noch lange kein Weg. Die Sendungsmacher wollten etwas machen aus dem Rohmaterial, keine Frage. Eine Geschichte voller Lust, List und Lacher. Einzig: Mehr als ein grober Trampelpfad, auf dem der eine oder andere Zuschauer verloren gegangen sein dürfte, ist es nicht geworden. Man kann es auch einfacher ausdrücken, mit den Worten von Jenny Frankhauser: "Ich sitz in 'ner Sackgasse gerade."