ARD: Doku über die Guttenbergs Adel verpflichtet - zum Leben als Medienstar

Das Adelsgeschlecht aus Kulmbach: Ein ARD-Film feiert die Familie von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem medienbewussten CSU-Verteidigungsminister.

Von Claudia Tieschky

Die ARD bringt montags um 21 Uhr gern Themen, wie sie auch in der Bunten stehen könnten. Filme über die Berühmten und Prominenten des Landes wie in der Reihe Legenden - oder jetzt eben über Deutsche Dynastien. Ins Programmprofil passt da auch der Name Karl-Theodor zu Guttenberg. Über die Familie des medienbewussten CSU-Verteidigungsministers, das Adelsgeschlecht aus Kulmbach im Frankenwald, hat der BR einen Film für die Reihe gefertigt.

Man kann es seltsam finden, dass die ARD dem Umfeld eines amtierenden Spitzenpolitikers derart Sendezeit einräumt. Und dass es die Guttenbergs ohne die Karriere des Sohnes aus dem Heimatsender in die ARD neben Dynastien wie Thyssen oder Oetker geschafft hätten, ist unwahrscheinlich.

Regisseur Eckhart Querner (Die Päpste, die aus Bayern kamen) stellt den CSU-Star KT aber eher an den Rand des Films. Sein Interesse gilt neben dem Großvater und früheren CSU-Bundestagsabgeordneten Karl Theodor zu Guttenberg vor allem Enoch zu Guttenberg, dem Vater des Ministers. Der wurde gegen den Willen der Familie Dirigent, baute die Chorgemeinschaft Neubeuern zum berühmten Ensemble auf und war Mitbegründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Er sei so erzogen worden, dass man für seine Überzeugungen letztlich sterben können müsse, erklärt Enoch zu Guttenberg im Film das Wertesystem der Familie, das auch mit Erfahrungen im Nazi-Widerstand zu tun hat. Er wisse allerdings nicht, ob er, Enoch zu Guttenberg, dies selbst auch könne. Zusammen mit den BUND-Mitgründern Bernhard Grzimek und Herbert Weinzierl versuchte er 1978 bei Kardinal Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt, den Vatikan für mehr Umwelt-Engagement zu gewinnen und blitzte ab. Dem Image eines modernen CSU-Politikers kann so ein imposanter Vater nur nützen, dieser Film wird ihm jedenfalls nicht schaden.

Die Redaktion lag übrigens bei Sabine Scharnagl, Leiterin des BR-Programmbereichs Kultur und Familie und Tochter von Wilfried Scharnagl, dem früheren Chefredakteur des CSU-Organs Bayernkurier. Die Scharnagls sind vielleicht auch eine Dynastie, aber das ist eine andere Geschichte.

Die Guttenbergs, ARD, 21 Uhr.

Baron Bundesminister

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