"Es war die ganze Zeit sehr schwierig", aber Haag und Böhm waren auf dem Vorgipfel des Broad Peak. Beim Abstieg kam es unweit von ihnen zu einem tödlichen Unfall.
Die Nachrichten, die aus Pakistan zu uns vordringen, sind noch dürftig. Doch das Wichtigste ist: Sebastian Haag und Benedikt Böhm sind heil wieder im Basislager angekommen. Das haben sie nun per Mail mitgeteilt. Wie genau ihre Speedbegehung verlaufen ist, ist allerdings noch nicht bekannt.
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Sebastian Haag (links) und Benedikt Böhm am Vorgipfel des Broad Peak. (© Foto: oh)
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Eine Rückblende: Seit Mitte Juni sind die beiden Speedbergsteiger zur Akklimatisierung am Broad Peak unterwegs. In 18 Stunden zum Gipfel und zurück, ist ihr Ziel, den Abstieg wollen sie auf Skiern schaffen.
Die Bedingungen am Broad Peak sind durchwachsen, schon beim Trekking ins Karakorum fällt viel Schnee. Der Termin der Begehung wird immer wieder verschoben. Das Video zeigt die letzten Vorbereitungen - und das lange Warten im Basislager.
Am 17. Juli dann ein Anruf Benedikt Böhms:
"Heute abend geht es los. Wir haben ja schon nicht mehr an den Gipfel geglaubt, weil das Wetter wirklich, Entschuldigung, beschissen war. Viel Wind, viel Schnee. Jetzt hat es auf den letzten Drücker noch mal aufgerissen, das einzige Problem ist oben noch der Wind. Der geht bis 100 km/h. Aber morgen soll der beste von den schlechtesten Tagen sein mit 50 km/h. Vielleicht wird's auch noch ein bisschen weniger. Und dann wird es hoffentlich möglich. Wir wollen um 17 Uhr 30 deutscher Zeit starten, also 21 Uhr 30 unserer Zeit.
In den letzten Tagen waren wir ziemlich frustriert. Wir sind am 9. Juli wieder im Basislager gewesen und hatten die Akklimatisierung abgeschlossen. Zuvor waren wir noch mal zwei Nächte in Lager 2 auf 6200 Metern, und sind auch noch mal auf Lager 3 hoch. Seit dem 9. warten wir jetzt, dass wir den Gipfel packen können.
Es war jeden Tag schlechtes Wetter. Wir mussten es immer wieder verschieben und haben schon geglaubt, dass wir gar nicht mehr hochkommen. Dann hat es vor zwei Tagen geheißen, dass der Samstag der letzte Tag ist, es noch mal zu probieren. Das ist auch unsere letzte Chance. Wenn das nicht klappt, sieht es schlecht aus. Wir sind ja schon viel länger hier als geplant.
Oben ist das Problem, dass wahnsinnig viel Schnee liegt. Man muss also viel Spurarbeit machen, das haut uns sehr in der Zeit zurück. Wenn alles hart wäre, könnte man leicht durchsteigen. Aber jetzt müssen wir hüfttief spuren."
"Der Vorgipfel ist für uns trotzdem ein voller Erfolg"
Als Nächstes schicken Benedikt und Sebastian per Mail das Gipfelfoto. Die Besteigung war nur bis zum Vorgipfel möglich. Sie schreiben:
"Wir sind gesund und heil zurückgekehrt vom Gipfel. Die Verhältnisse waren schwierig während der ganzen Zeit hier am Broad Peak. Wir waren die Einzigen, gemeinsam mit Mitgliedern der deutschen Summit-Club-Expedition und zwei Italienern, die bis zum Vorgipfel kamen. (20 Höhenmeter unterhalb des Hauptgipfels).
Anmerkung der Redaktion: Was Benedikt Böhm und Sebastian Haag zum Zeitpunkt dieses Kontakts vermutlich nicht wissen: Beim Abstieg kam es zu einem tödlichen Unfall. Die Italienierin Cristina Castagna, 31 Jahre alt, ist beim Abstieg tödlich verunglückt. Laut einer Meldung auf explorersweb.com stürzte Castagna ab, als sie mit ihrem Teamkollegen Giampaolo Casarotto zum Basislager abstieg. Dem Giornale di Vicenza erzählte Casarotto, Castagna sei zehn Meter vor ihm gegangen, als sie ausrutschte, den Berg hinabschlitterte, gegen einige Felsen prallte und in eine Gletscherspalte fiel. Er konnte sie nicht wiederfinden. Castagna war eine erfahrene Höhenbergsteigerin: Sie hat 2004 den Shisha Pangma bestiegen, 2005 den Gasherbrum II, 2007 den Dhaulagiri und den Makalu 2008.
Wir schafften es, in 16 Stunden vom Basislager zum höchsten Punkt zu kommen. Wir konnten leider den Hauptgipfel nicht mehr erreichen, da es die fortgeschrittene Zeit (15 Uhr) und das schlechter werdende Wetter nicht mehr zuließ. Dieser Vorgipfel ist für uns dennoch der Gipfel und ein voller Erfolg. Jetzt sind wir erschöpft und glücklich im Basislager und freuen uns auf die baldige Rückkehr in die Heimat."
Ob das schlechte Wetter die geplante Abfahrt mit den Skiern zuließ, wie lange die beiden Bergsteiger insgesamt gebraucht haben, ist bis jetzt nicht bekannt. Wegen des schlechten Wetters können die Batterien des Teams nicht aufgeladen werden. Sobald sie wieder Kontakt aufnehmen können, werden sie neues Material schicken.
Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de)
Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg!! Ich habe die Erfolgsmeldung mit Bewunderung und Erleichterung aufgenommen. Man kann zu dem Unternehmen stehen wie man will, dieser Erfolg wird die Annalen der Bergsteigergeschichte eingehen. Diese Art von der Bezwingung eines 8000ers bestätigt das bergsteigerische Können, den Mut und die psychische sowie physische Stärke von Bastian Haag und Benedikt Böhm. Zu dieser Leistung kann man nur gratulieren. Alle hoffen jetzt auf eine glückliche Heimkehr der beiden Speed-Bergsteiger.
wen soche Themen nicht interessieren, den bleibt es unbenommen, solche Artikel nicht zu lesen. Es gibt aber Menschen die sich für solche Aktivitäten durchaus interessieren. Daß das keine Minderheit ist, zeigt ja wohl der ungebrochene Boom im gesamten Outdoor-Bereich. Also bitte mehr Toleranz!
Danke für den Hinweis. Die beiden Bergsteiger haben von dem Unfall, nach dem wenigen, was sie uns geschrieben haben, vermutlich noch nichts gewusst. Sie hätten sonst kaum von Glück geschrieben. Die entsprechende Passage im Text ist nun verändert, und der Tod von Cristina Castagna geschildert. So weit wir wissen, sind Böhm und Haag nach ihrer Ankunft im Basislager schnell wieder aufgebrochen und schon auf dem Rückweg.
soll der Rest der Welt jetzt vor Ehrfurcht erstarren? Das gehört doch auch in die Kategorie "Rekorde die die Welt nicht braucht"
die im bericht erwaehnten italiener hatten nur das glueck hochzukommen, sind beim abstieg leider toedloch verunglueckt.
siehe unter http://www.8000ers.com/cms/