Trier: Ausstellungen über ArmutEure Armut kotzt uns an

Vom antiken Graffiti-Slogan "Ich verabscheue Armut" über Witzfiguren, mit denen sich Wolhabende über Benachteiligte lustig machten - bis zu Westerwelles "spätrömischer Dekadenz": Zwei Ausstellungen in Trier zeigen, wie die Gesellschaft mit ihren Ärmsten umgeht.

Vom antiken Graffiti-Slogan "Ich verabscheue Armut" über Witzfiguren, mit denen sich Wolhabende über Benachteiligte lustig machten - bis zu Westerwelles "spätrömischer Dekadenz": Zwei Ausstellungen in Trier zeigen, wie die Gesellschaft mit ihren Ärmsten umgeht. Die Bilder.

In Berlin sieht man den Autoaufkleber eher selten, weil dort die Gefahr größer ist, dass sich Einzelne angesprochen fühlen, sensibel reagieren und das Fahrzeug demolieren. Im Süden Deutschlands ist er noch häufiger anzutreffen - dort hält der Wohlstand das Aggressionspotential prekärer Schichten im Zaum. Auf dem Aufkleber steht: "Eure Armut kotzt mich an." Das gab es schon in Pompeji. Dort fanden Archäologen ein Graffito mit dem Slogan: "Abomino pauperos." Ich verabscheue Armut. Pompeji war eine reiche Stadt. Bevor die Götter sie mit Lava zuschütteten.

Text: Rudolf Neumaier/SZ vom 8.6.2011/sueddeutsche.de/rus

Alle Bilder stammen aus den beiden besprochenen Ausstellungen.

8. Juni 2011, 13:432011-06-08 13:43:41 © SZ vom 8.6.2011/sueddeutsche.de/rus