Stadtplanung Wer kann solche Freiflächen finanzieren? Der König. Das Rathaus. Und die Mönche

Sie designte einen knapp 45 000 Quadrameter großen urbanen Wald, in dessen Zentrum eine Grünfläche ist, die sich wie eine Rampe in den Boden absenkt. Am Ende dieser Rampe befindet sich ein Reservoir, in das Wasser abfließen kann. Rings um die Grünfläche stehen Bäume, die ebenfalls Wasser absorbieren und die Luft reinigen.

Am 26. März 2017 eröffnete Prinzesssin Maha Chakri Sirindhorn den Chulalongkorn University Centenial Park. "Das war seit dreißig Jahren der erste Park, der in Bangkok eingeweiht wurde", sagt Voraarkhom. Und es war nur ein Anfang: "Dieser Park ist im vollen Bewusstsein gebaut worden, was er für die Menschen von Bangkok in 100 Jahren tun kann. Wenn sich das Klima wandelt, unsere Dürren noch trockener, unsere Regenfälle noch heftiger sein werden." Sie spricht da nicht im Konjunktiv. "Dieser Park ist ein erster Schritt auf dem Weg zur porösen Stadt. Denn nur mit diesem Konzept kann eine Stadt wie Bangkok überleben".

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Nun ist Land sehr teuer in einer Megacity und wird immer noch teurer. 45 000 Quadratmeter in einem der besten Viertel kann selbst ein Konzern nicht einfach so begrünen, wenn ihm die Aktionäre im Nacken sitzen. Deswegen zählt Kotchakorn Voraarkhom auf die traditionellen Institutionen ihres Landes. Auf das Königshaus, das Rathaus, die Mönche.

Für den Chollapratarn Rangsarit Tempel hat sie nun einen Park gebaut, der als Musterfall für andere Tempel dienen soll. "Die Mönche haben viel Geld", sagt sie. "Alle spenden ihnen, aber sie geben kaum etwas aus. Deswegen können sie sich so eine Anlage leisten. Und sie verstehen, was ich will. Seit hunderten von Jahren meditieren sie in den Wäldern. Das ist ihr natürliches Umfeld. Das hole ich ihnen in die Stadt."

Auf Krankenhäusern und Behörden hat sie Dachgärten eingerichtet. Sie will die Viertel rund um die letzten Kanäle mit Dämmen vor Flut schützen. Und sie plant weitere Parks. Ihr Timing stimmt. Im Jahr 2032 feiert Bangkok 250. Stadtgründungsjubiläum. Bis dahin will sie noch mehr Parks und Gärten bauen, Tempelanlagen begrünen, Dämme errichten. "Unsere Städte müssen belastbarer werden", sagt sie.

Ob ihr Konzept der porösen Stadt auch für andere Orte tauge? Für Hongkong, Tokio, Rio, New York, Amsterdam? Für all jene Weltstädte an Küsten, deren menschengemachte Strukturen sie besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels machen? Sie zuckt mit den Schultern. "Hongkong ist anders, es ist so einmalig dicht bebaut. In Rio gibt es keinen Wald. Jede Stadt hat ihrer eigenen Probleme. Ich konzentriere mich erst einmal auf Südostasien."

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