Schriftstellerin Juli Zeh im Interview "In Metropolen werden die Leute viel engstirniger"

Juli Zeh vor dem Café "Böse Buben Bar" in Berlin. Die Schriftstellerin lebt mit ihrer Familie im Havelland in Brandenburg.

(Foto: Anna Rose)

Die Schriftstellerin Juli Zeh lebt auf dem Land, genießt aber das Gefühl, in der Großstadt zu sein. In ihrem Berliner Lieblingscafé spricht sie darüber, was Städte mit Menschen machen.

Interview von Charlotte Haunhorst und Verena Mayer, Berlin

Frau Zeh, Sie leben seit rund zehn Jahren in einem 350-Einwohner-Ort in Brandenburg. Ist das ein Kulturschock, uns jetzt in der Millionenstadt Berlin zu treffen?

Zeh: Berlin ist mir nicht so nah. Wenn ich aber in Leipzig bin, wo ich lange gelebt habe, bin ich jedes Mal richtig geflasht vom Urbanen. Vom Geruch, den warmen Abenden unter Leuten, 
den Erinnerungen an früher. In Städten fühle ich mich als Teil von etwas Großem. Ich mag das. Zum Glück verliert man die ...